Der Urnäscher Schauspieler Philipp Langenegger lanciert in der Coronakrise ein neues Filmprojekt ++ Appenzeller Geschichten für Bewohner in Altersheimen 

Familie Langenegger aus Urnäsch produziert «Heimatgrüsse» und erfreut damit Heimbewohner.

Karin Erni
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Philipp Langenegger und seine Familie produzieren derzeit das fünfte Werk des Filmprojekts «Heimat & Geselligkeit».

Philipp Langenegger und seine Familie produzieren derzeit das fünfte Werk des Filmprojekts «Heimat & Geselligkeit».

Bild: PD

Noch immer gilt in den Altersheimen ein Besuchsverbot und auch an Ausflüge ist noch länger nicht zu denken. Die Coronakrise und die damit verbundenen Einschränkungen des Soziallebens brachten Philipp Langenegger aus Urnäsch auf die Idee, das Appenzellerland und seine Geschichten zu den Bewohnern ins Heim zu bringen. «Sie sollen für ein paar Minuten die schwere Zeit vergessen können und auch mal wieder lachen dürfen», so der Schauspieler. «Wir Bühnenkünstler sind ja derzeit aufgrund der vielen abgesagten Anlässe sozusagen auch auf Kurzarbeit gesetzt und haben somit mehr Zeit, um Neues auszuprobieren.»

Gemeinsam mit seiner Familie hat Philipp Langenegger unter dem Motto «Heimat & Geselligkeit» ein Filmprojekt auf die Beine gestellt, in das die einzelnen Mitglieder ihre Fähigkeiten einbringen. «Inspiration dazu bildeten für uns die kleinen Videos, die derzeit überall in den sozialen Netzwerken kursieren», so Langenegger. «Wir dachten, dass wir mit solchen Filmen auch älteren Leuten eine Freude machen könnten.»

Auch historische Fotos werden eingefügt

In seinem Fundus hat er alte Appenzeller Geschichten und Gedichte gefunden, die er anschaulich vorliest. Ehefrau Angie Kellenberger führt die Kamera, Sohn Moriz steuert selbstproduzierte Foto- und Filmaufnahmen aus dem Appenzellerland bei. Auch historische Fotos werden eingefügt. Langenegger ist überzeugt:

«Die älteren Menschen sehen gerne Sachen von früher und schöne Landschaften»

Für die Bearbeitung der Filme hat er sich ein kleines Homestudio eingerichtet. «Wir haben gemerkt, dass die Tonqualität extrem wichtig ist, damit die Betagten das Gesagte gut verstehen können.» Er musste sich für diesen Zweck extra ein hochwertiges Mikrofon anschaffen. Am Computer schneidet Langenegger die einzelnen Elemente zu stimmungsvollen Werken zusammen. «Ich bin Autodidakt, aber ich habe im Filmgeschäft schon öfter den Cuttern über die Schultern geschaut.» Es sei ein «Learning by Doing» und er verbessere seine Fähigkeiten fortlaufend.

Eine Folge der «Heimatgrüsse» dauert rund 30 Minuten. Er habe das Tempo der Lesungen und die Bildschnitte bewusst dem älteren Publikum angepasst, sagt Langenegger. «Die Reaktionen, die ich bis jetzt erhielt, sind ausgesprochen positiv.» Besonders beliebt seien die Witze von Chemifeger Bodemaa oder die Gemeindegedichte von Julius Ammann.

Aktuell ist das fünfte Werk in Produktion. Auch für junge Zuschauer hat das Langeneggersche Familienteam bereits einen Film produziert. Die Gutenachtgeschichte «Hoppel & Tonio» ist online auf familienkiste.ch zu sehen. Geld verlangen die Urheber für ihre Werke nicht. Die Altersheime können die Filme kostenlos herunterladen. Finanziert werden die Projekte unter anderem mit Beiträgen von Stiftungen. Auch Spenden seien sehr willkommen, so Langenegger. Gerne stelle er die Filmproduktionen bei Interesse weiteren Institutionen zur Verfügung.

Hinweis

www.philipplangenegger.com