Ein schöpferischer Strich durch die Rechnung: Diese Appenzeller Newcomer-Band nutzt die Coronakrise um neue Songs zu produzieren

Die Ausserrhoder Band Sort of Sad hat die konzertfreie Zeit genutzt, um neue Songs zu produzieren. Ein Mini-Album soll bald folgen.

Claudio Weder
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Die Musiker von Sort of Sad haben sich dem Elektro-Pop verschrieben.

Die Musiker von Sort of Sad haben sich dem Elektro-Pop verschrieben.

Bild: PD

Paula Schindler, Elija Walz und Gian Trüb hätten das Frühjahr 2020 wohl lieber auf Konzertbühnen als zuhause verbracht. Doch die Coronapandemie machte dem neu gegründeten Electropop-Trio Sort of Sad einen Strich durch die Rechnung. Während des Lockdowns waren die drei Ausserrhoder aber nicht untätig: «Wir hatten nun mehr Zeit, um gemeinsam zu musizieren», sagt Bandmitglied Elija Walz und lacht. Am 26.April veröffentlichte die Gruppe ihren ersten Song «How Do You Know». Am 8.Mai folgte mit «Want Me» sogleich der nächste.

Der erste Auftritt als Initialzündung

Lange spielen Sort of Sad noch nicht zusammen. Kennengelernt haben sich die drei Bandmitglieder an der Kantonsschule Trogen, wo Sängerin Paula Schindler und Elija Walz gemeinsam in diversen musikalischen Projekten mitwirkten. Darunter war auch ein Auftritt am schuleigenen Songwriting-Contest. «Zu jener Zeit entstanden die ersten Songskizzen», erzählt Walz. «Veröffentlicht wurden diese aber nie.» Die Initialzündung, eine Band zu gründen, kam nach dem ersten gemeinsamen Auftritt. «Die Resonanz war gross. Also entschieden wir uns, unsere Ideen, die wir damals hatten, weiterzuentwickeln», sagt der 19-Jährige. Später erhielt das Duo Zuwachs durch den Herisauer Gian Trüb.

Tonstudio im Elternhaus

Von der Idee bis zur Tonaufnahme – bei Sort of Sad ist alles «selfmade». Gemeinsam tüfteln die drei Musiker an den Songs. Sind diese fertig, werden sie im bandeigenen Tonstudio im Elternhaus von Elija Walz in Gais aufgenommen und abgemischt. Hie und da kann dies ein langwieriger Prozess sein, sagt Walz:

«Nicht alle Songs gefallen uns von Anfang an, manche Ideen verwerfen wir nach gewisser Zeit.»

Elija Walz liefert mit Gian Trüb die elektronischen Grooves zu den Songs. Neben Sort of Sad sind beide in einem DJ-Kollektiv aktiv.

Audiosoftware als Namensgeberin

Dass sich die drei Mitglieder von Sort of Sad der elektronischen Musik verschrieben haben, verrät bereits der Bandname: «Wie unsere Band heisst auch ein Sound aus unserer Audiosoftware, den wir häufig verwenden und der uns gut gefällt», sagt Walz. Darüber hinaus verweise der Bandname auch auf den gewissen «traurig-melancholischen Touch» der Lieder.

Sängerin textet

Texte und Gesang stammen von Paula Schindler. «Oft versuche ich in meinen Texten ein bestimmtes Gefühl oder eine Stimmung festzuhalten», sagt die 18-jährige Maturandin aus Herisau. Dabei müssen es nicht einmal Dinge sein, die wirklich passiert sind: «Manchmal kann man mit einem Gespräch, das nur im Kopf stattfindet, besser ausdrücken, wie man sich gerade fühlt.»

Auftritte und Wettbewerb fielen ins Wasser

Geld verdienen müssen die drei mit der Musik nicht: Paula Schindler geht noch zur Schule, Gian Trüb und Elija Walz haben die Matura im Sack und befinden sich im Zwischenjahr, bevor es im Herbst mit dem Studium losgeht. Dennoch war die Coronakrise für die drei zunächst ein Schock. Mehrere Auftritte waren geplant, ebenso die Teilnahme an einem Newcomer-Wettbewerb. Wegen der Coronapandemie fiel nun alles ins Wasser. «Trotzdem wollten wir unser Projekt nicht einfach pausieren, sondern entschieden uns, diese aussergewöhnliche Zeit zu unserem Nutzen zu gestalten», sagt Walz. Social Distancing sei dabei kein Problem gewesen: «Da der grösste Teil unserer Musik ohnehin am Laptop produziert wird, war es trotz Abstandsregeln möglich, an den Songprojekten weiterzuarbeiten.»

Im Sommer soll ein Mini-Album entstehen

Entstanden sind nach einer intensiven Phase des Komponierens mehrere neue Songs. Zwei davon wurden bereits auf allen verfügbaren Streamingplattformen – wie Spotify, iTunes oder Mx3 – veröffentlicht. Und auch in Zukunft wollen Schindler, Trüb und Walz produktiv sein: «Wir wollen unsere Leidenschaft ausleben und mit anderen Leuten teilen», sagt Walz. Im Sommer ist ein erstes Minialbum mit vier bis sechs Songs geplant.