Krankenkassen vergleichen

In Herisau ist in diesem Sommer der Verein «Krankenkassenpraemien.info» gegründet worden. Wie auf anderen Portalen gibt es auch hier einen Prämienrechner. Der Unterschied liege in der Neutralität, heisst's.

Roger Fuchs
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Roger Ruckstuhl will über die Website krankenkassenpraemien.info Aufklärung anbieten. (Bild: rf)

Roger Ruckstuhl will über die Website krankenkassenpraemien.info Aufklärung anbieten. (Bild: rf)

HERISAU. Roger Ruckstuhl aus Herisau hat einst Kunden von Krankenkassen beraten. Dabei habe er festgestellt, dass es viele Missverständnisse gebe, sagt der 30-Jährige. Ausserdem habe man bislang vergeblich eine neutrale Anlaufstelle gesucht. Diesen Zustand wollte er ändern. Zusammen mit Roman Crescente, einem Programmierer und ehemaligen Mitarbeiter im Kundencenter eines Telekomanbieters, hat Ruckstuhl diesen Sommer den Verein «Krankenkassenpraemien.info» gegründet. Noch hat der Verein keine Handvoll Mitglieder, dennoch halten die beiden an ihrem Ziel fest, auf der gleichnamigen Website eine Alternative zu bisherigen Vergleichsportalen wie Comparis zu bieten.

Während Comparis für Vermittlungsgeschäfte von den Krankenkassen Geld bekäme – Ruckstuhl spricht von 100 bis 150 Franken pro Offerte –, leite er in diesem Jahr die Anfragen kostenlos an die Krankenkassen weiter. Nächstes Jahr müsse er womöglich über ein kleines Entgelt (30 Franken) seitens der Krankenkassen nachdenken, um die administrativen Kosten decken zu können. Ferner bemängelt Ruckstuhl bei Comparis, dass beim Krankenkassenvergleich in der Standard-Ansicht nur jene Kassen angezeigt würden, die auch zahlten. Ansonsten müsse der Kunde zur Vollansicht wechseln. Der Kommunikationsverantwortliche bei Comparis, Felix Schneuwly, hält zu diesen Aussagen fest: «Ein durch ein Call Center vermittelter Termin kostet die Kasse rund 100 Franken, die im Auftrag des Users von Comparis übermittelte Offertanfrage kostet um die 40 Franken.» Was die verschiedenen Ansichten betreffe, so teste Comparis immer wieder, was den Usern am besten behage.

Grundsätzliche Infos

Nebst einem Prämienrechner und der Möglichkeit, gleich eine Offerte von der gewünschten Krankenkasse anzufordern, will der neue Verein «Krankenkassenpraemien.info» auch grundsätzliche Informationen zu Krankenkassen auf seiner Website anbieten. «Beispielsweise zu Kündigungsfristen», sagt Roger Ruckstuhl. Zwar fände man solche Infos auch andernorts, doch bei ihnen sei alles einfacher und besser gegliedert.

Ein Angebot gibt es hingegen nur für Mitglieder: Diese können einmal pro Mitgliedsjahr ihre aktuelle Police sowie eine Konkurrenzofferte an Roger Ruckstuhl senden. Er werde dann überprüfen, ob alles übereinstimme und sich keine neuen, unnötigen Klauseln in die Konkurrenzofferte eingeschlichen hätten. Eine Mitgliedschaft im Verein kostet 98 Franken.

Gegen Einheitskasse

Der neue Verein ist gemäss Roger Ruckstuhl politisch neutral – mit einer Ausnahme: «Wir sind gegen eine Einheitskrankenkasse», sagt Ruckstuhl. Läge die Administration beim Bund statt wie heute bei den Krankenkassen, käme dies bestimmt teurer, so eines seiner Argumente. Zudem hält er fest, dass eine Einheitskasse das Problem des milliardenschweren Gesundheitssystems nicht löse. Dazu müsse dieses selbst revidiert werden.

Demnächst will der Verein eine Werbekampagne auf Facebook und Google+ starten. Ziel sei es, bis Ende November zwischen 100 und 300 Mitglieder zu haben, so Roger Ruckstuhl.