NHL-Profi Timo Meier stellt sich den Fragen von Viertklässlern

Zurück zu den Wurzeln: Timo Meier, Nationalspieler und NHL-Spieler, ist in seinem ehemaligen Schulzimmer in Herisau zu Gast. Er erzählt den Viertklässlern von der Kleidung in Flugzeugen, vom Lieblingsfach in der Schule und der Zimmerverteilung im Hotel.

Interview: Lukas Pfiffner
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Timo Meider stellte sich während seines Besuchs in seinem alten Schulzimmer im Herisauer Landhaus den Fragen der Viertklässler. (Bild: Lukas Pfiffner)

Timo Meider stellte sich während seines Besuchs in seinem alten Schulzimmer im Herisauer Landhaus den Fragen der Viertklässler. (Bild: Lukas Pfiffner)

Doch, doch, das Interview per Du zu führen sei in Ordnung, sagt Timo Meier. Der 21-jährige Stürmer der San José Sharks und der Nationalmannschaft besucht die Viertklässler in seinem ehemaligen Schulzimmer im Herisauer Landhaus. Als Vorbereitung haben die Kinder Ausschnitte von Spielen der NHL und der WM angeschaut.

Timo Meier, kommst du gerne im Fernsehen?

Das gehört dazu. Es ist schön, wenn man Tore schiesst … Aber ich höre meine Stimme in Interviews nicht gerne.

Wo bewahrst du die WM-Silbermedaille auf?

Im Haus meiner Eltern in einem Rahmen.

Wie war die Stimmung nach dem verlorenen Final?

Zuerst waren wir natürlich traurig. Aber bald merkten wir, dass wir etwas Cooles erreicht haben.

Warum hast du im WM-Final keinen Penalty geschossen?

Das entscheidet der Trainer. Ich bin im Club ein ganzes Jahr lang nie zu einem Penalty angelaufen. Vielleicht, weil ich noch jung bin.

Hast du Ferien gemacht?

Nach der WM war ich mit der Familie eine Woche in Dubai und konnte «herunterfahren». Ansonsten habe ich oft auf dem Eis und im Kraftraum trainiert. Ab und zu bin ich am Wochenende mit Kollegen weggefahren.

Machst du lieber Kraft- oder Eistraining?

Das zweite. Aber Krafttraining ist wichtig. Das ist wie Hausaufgaben in der Schule, an denen man vielleicht keine Freude hat. Aber man braucht sie.

Welche Kleidung trägst du bei Flügen in Amerika?

Beim Ein- und Aussteigen müssen wir keine Krawatte tragen, aber den Anzug. Im Innern des Flugzeugs, das den Sharks gehört, haben wir lockere Kleidung an. Wenn wir zu den Spielen ins Stadion kommen, sind Anzug und Krawatte obligatorisch.

Wie viele Spiele hast du 2017/18 gemacht?

Mit San José waren es fünf Vorbereitungsspiele und 91 NHL-Partien. Einmal war ich überzählig, da war der Coach nicht zufrieden gewesen. Mit der Nationalmannschaft kamen sieben Spiele dazu.

Schläfst du während der Saison häufiger in Hotels oder zuhause?

Etwa gleich oft, vermute ich.

Hast du im Hotel jeweils ein Einzelzimmer?

Bisher hatte ich jeweils mit einem Kollegen ein Doppelzimmer. Aber nun bin ich etwas älter und erhalte vielleicht ein Einzelzimmer …

Welches war dein Lieblingsfach in der Schule?

Sport. Ich hatte auch Freude an Französisch und Englisch. Es fiel mir deshalb recht leicht, mich in Kanada und den USA zu verständigen.

Musst du als Eishockeyprofi mehr essen, als wenn du in einem Büro arbeiten würdest?

Wohl schon, weil wir einen physischen Sport betreiben. Wir haben einen eigenen Koch in der Eishalle und werden rundum versorgt. Wir nehmen auch das Frühstück gemeinsam ein.

Welches war dein grösster Moment als Eishockeyspieler?

Das war der Draft vor drei Jahren. Da werden die besten 18-jährigen Eishockeyspieler der Welt auf die Clubs verteilt.

Wie viele Stocke brauchst du in einem Jahr?

Ui, wohl fast 100. Es zerbrechen viele, weil enorm viel Kraft im Spiel ist. Und wenn ein Stock einen «Hick» hat, ersetzen wir ihn manchmal auch.

Wie sieht deine Zeit nach der Eishockeykarriere aus?

Ich kann mir vorstellen, weiter im Sport tätig zu sein. Vielleicht als Trainer oder Fitnesscoach.

Was machst du, wenn du einige Zeit kein Tor mehr geschossen hast?

Gute Frage. Man darf nicht lange herumstudieren. Vielleicht binde ich den Stock anders, oder ich ändere beim Essen etwas.

Wirst du den Club wechseln?

In Amerika werden Spieler oft getauscht, ohne dass sie gefragt werden. Zum Beispiel kommen zwei Spieler aus New York zu uns, und einer von uns muss nach New York. Ich hoffe, ich kann lange bei San José bleiben.

Wie lange bist du jetzt noch in der Schweiz?

Bis Anfang September.