Kosten stabilisiert – 5-Mio.-Gewinn in Teufen

TEUFEN. Gemeinde um Gemeinde vermeldet derzeit einen positiven Rechnungsabschluss. Dennoch: Dass eine Gemeinde ein Plus von 4,85 Millionen Franken bekanntgibt, ist aussergewöhnlich.

Patrik Kobler
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Hält Teufen auf Sparkurs: Gemeinderat Markus Bänziger, Präsident der Finanzkommission. (Bild: pk)

Hält Teufen auf Sparkurs: Gemeinderat Markus Bänziger, Präsident der Finanzkommission. (Bild: pk)

TEUFEN. Gemeinde um Gemeinde vermeldet derzeit einen positiven Rechnungsabschluss. Dennoch: Dass eine Gemeinde ein Plus von 4,85 Millionen Franken bekanntgibt, ist aussergewöhnlich. Dabei war in Teufen bei einem Aufwand von gut 47 Millionen Franken mit einem Gewinn von 20 000 Franken kalkuliert worden. Übertriebene Vorsicht lässt sich der Präsident der Finanzkommission, Markus Bänziger, nicht vorwerfen. Vielmehr verweist er auf den Sparkurs der Gemeinde Teufen. Sparkurs? Teufen hat mit 3,0 Einheiten den mit Abstand niedrigsten Steuerfuss aller Ausserrhoder Gemeinden (Durchschnitt 3,95) und ist der Sponsor des kantonalen Finanzausgleichs; im vergangenen Jahr steuerte man 3,8 Millionen Franken bei.

Kosten stabilisiert

Freilich wachsen auch in Teufen die Bäume nicht in den Himmel. Markus Bänziger: «Der Gemeinderat hatte 2013 bei der Budgetierung die drohende Schere zwischen stark steigenden Ausgaben und den spürbar sinkenden Steuereinnahmen aus den beiden Vorjahren aufzufangen.» Deshalb setzte er auf einen Sparkurs. Alle Ressorts mussten über die Bücher und die jährlichen Investitionen wurden um die Hälfte auf gut drei Millionen Franken reduziert. «Teufen hat in den vergangenen zehn Jahren laufend neue Schulden gemacht. Jetzt haben wir die Kosten stabilisiert», freut sich Bänziger. Nahezu alle Ressorts, insbesondere die grossen wie Allgemeine Verwaltung, Schule und Soziales schliessen insgesamt mit 1,5 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Und auch die tief budgetierten Investitionen wurden insbesondere aufgrund verzögerter Arbeiten bei den Appenzeller Bahnen, projektbedingt noch nicht umgesetzter Bachsanierung sowie höheren Anschlussgebühren der Abwasserbeseitigung lediglich im Umfang von 1,4 Millionen Franken umgesetzt. Vorsichtig agierte der Gemeinderat auch wegen der Diskussion um die Ortsdurchfahrt. Wäre die Tunnel-Variante im Januar 2015 angenommen worden, hätte der Gemeindeanteil 30 Millionen Franken betragen. Sorgen bereiteten dem Gemeinderat aber vor allem allfällige Kostenüberschreitungen, die zum grossen Teil von Teufen hätten getragen werden müssen.

Höhere Steuererträge

Zum unerwartet guten Resultat massgeblich beigetragen haben aber vor allem die schwer zu prognostizierenden Steuereinnahmen. Sie waren in den beiden Vorjahren spürbar zurückgegangen; 2014 war mit insgesamt 31,1 Millionen Franken wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Die Steuereinnahmen der natürlichen Personen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Millionen auf 25,7 Millionen Franken an. Von grosser Bedeutung ist im steuergünstigen Teufen die Vermögenssteuer. «Wir sind wie keine andere Gemeinde in Appenzell Ausserrhoden auf eine gute Börsenentwicklung angewiesen, sagt Markus Bänziger. In Teufen trägt weniger als ein Fünftel der Bevölkerung zwei Drittel des Gemeindehaushaltes. Den satten Ertragsüberschuss nutze die Gemeinde ganz unspektakulär zur Schuldentilgung. Auf dem Verwaltungsvermögen werden zusätzliche Abschreibungen von 4,2 Millionen vorgenommen (neu 17 Mio.). 0,7 Millionen werden dem Eigenkapital zugewiesen; dieses beträgt neu 7 Millionen Franken. Eine Steuersenkung hat der Gemeinderat nicht vorgesehen. Das Credo laute: «Spare in der Zeit, so hast du in der Not», sagt Bänziger. Eine Not ist nicht in Sicht. Aber Teufen wächst und braucht Investitionen in die Infrastruktur; es gibt beispielsweise ein Projekt für ein neues Schulhaus; die geschätzten Kosten liegen zwischen 15 und 25 Millionen Franken.

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