«Kosmetik ist nicht nur Schminken»

Vor 30 Jahren hat Prisca Klaus in Herisau ihr Kosmetikstudio eröffnet. Viel hat sich seither in der Branche geändert – die Kunden sind aber oft dieselben wie damals.

Johannes Wey
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Prisca Klaus (rechts) und Sarah Kaudela im Kosmetikstudio. (Bild: jw)

Prisca Klaus (rechts) und Sarah Kaudela im Kosmetikstudio. (Bild: jw)

herisau. Wenn morgen Freitag der Oktober beginnt, ist es auf den Tag genau 30 Jahre her, dass Prisca Klaus an der Herisauer Oberdorfstrasse ihr Kosmetikstudio eröffnet hat. Klaus hat sich nur wenige Jahre nach der abgeschlossenen Ausbildung selbständig gemacht: «Ich tat es einfach aus jugendlicher Unbeschwertheit heraus», sagt sie heute. Sie wollte wieder zurück nach Herisau.

«Ich habe gedacht, wenn es klappt, dann klappt es, und sonst kann ich mir immer noch eine Stelle suchen», erzählt Klaus mit einem Schmunzeln.

Umzug nach neun Jahren

«Früher war es nicht so verbreitet wie heute, zu einer Kosmetikerin zu gehen», sagt Klaus. Das sei damals eher etwas für die reicheren Leute gewesen. «Ausserdem ging man dazu oft in die Stadt, damit man nicht gesehen wurde.

» Trotzdem stellte sich der Erfolg schnell ein: Nach zwei Jahren konnte Klaus eine zusätzliche 50-Prozent-Stelle schaffen, und nach neun Jahren erwies sich das Lokal als zu klein. Sie zog um in das heutige Studio an der Oberdorfstrasse 38. Heute hat sie mit Sarah Kaudela eine Vollzeitmitarbeiterin und mit Albina Ibrahimi eine Praktikantin.

In den letzten 30 Jahren habe sich das Kosmetikgeschäft enorm verändert. «Die Zahl der Behandlungsmöglichkeiten ist viel grösser, die Branche hat riesige Schritte gemacht», sagt Klaus.

«Nicht zu dick auftragen»

Sie hat heute sowohl Kundinnen als auch Kunden im Alter von 12 bis über 90 Jahren. Neben dem üblichen Angebot, dass unter anderem Gesichts-, Hand- und Fusspflege, Haarentfernungen und Make-up umfasst, bietet Klaus auch Beratungen und Behandlungen für Teenager. «Viele der ganz Jungen kommen zu mir, weil sie beispielsweise Hautprobleme haben», sagt Klaus.

Anderen Jugendlichen geht es einfach um das Aussehen. Klaus ist allerdings der Meinung, dass man in diesem Alter buchstäblich nicht zu dick auftragen sollte. «Man sollte möglichst vor dem ersten Schminken wissen, wie man mit wenig Farbe viel machen kann», sagt sie. Seit kurzem bietet sie Schminkkurse für Mädchen an. Den Grossteil ihrer Kundschaft machen allerdings die Stammgäste aus. «Ich habe Kundinnen, die schon vor 30 Jahren zu mir kamen», sagt die Kosmetikerin. Für diese Treue sei sie dankbar, das Zwischenmenschliche ist wichtig in ihrem Beruf.

«Kosmetik ist nicht nur Schminken», sagt sie, sie wolle die Leute nicht einfach jünger machen, «das macht der Chirurg». Bei Kosmetik gehe es darum, Ruhe und Entspannung zu vermitteln.