Korporation sorgt für Wasser

Die Politische Gemeinde Lütisburg übergibt per 1. Oktober die Gemeinde-wasserversorgung an die Dorfkorporation. Damit will sie Verwaltungskosten senken.

Albert Büchi
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lütisburg. «Wasser ist unser Lebenselixier. Wasser ist kostbar, und jeder Mensch braucht es.» Mit diesen Worten begrüsste Gemeindepräsidentin Imelda Stadler eine eher kleine Schar von Interessierten zum Informationsabend betreffend Gemeindewasserversorgung (GWV). Die GWV ist heute für die Trinkwasserversorgung und den Feuerschutz in den Gebieten Grünhügel, Haslen, Unterrindal, Mühlau, Ischlag und Heimat zuständig.

Es handelt sich dabei um ein unselbständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen der Politischen Gemeinde Lütisburg. Dies wird sich nun ändern.

Seit rund drei Jahren verhandeln die Politische Gemeinde und die Dorfkorporation Lütisburg über eine Vereinigung bezüglich Wasserversorgung und Feuerschutz. Eine Zeit lang wären die Verhandlungen blockiert gewesen, rekapitulierte Imelda Stadler.

Doch nun hätten die beiden Parteien einstimmig beschlossen, die Gemeindewasserversorgung mit allen Aufgaben, Rechten und Pflichten an die Dorfkorporation (DK) zu übergeben.

Übergabe per 1. Oktober

Der Gemeinderat genehmigte die entsprechende Vereinbarung am 3. August, der Verwaltungsrat der Dorfkorporation stimmte einen Tag später zu. Als Übergabedatum wurde der 1. Oktober bestimmt, der Beginn des nächsten hydrologischen Jahres. Das Kapital der GWV, über 472 000 Franken, geht an die DK.

Dieser Betrag stellt das Guthaben am 31. Dezember 2009 dar. Hinzu kommt noch der Gewinn, der bis 30. September aufläuft. Die Vereinbarung wird vom 18. August bis 16. September öffentlich aufgelegt und dem fakultativen Referendum unterstellt. Am 23. September findet zudem eine ausserordentliche Korporationsversammlung statt.

Korporationspräsident Viktor Hollenstein rief kurz die Ursprünge der GWV in Erinnerung. Sie entstand im Zusammenhang mit dem Wasserverband KiBaLü (Kirchberg, Bazenheid, Lütisburg). Dieser wollte sich das Grundwasservorkommen im Rindal zunutze machen. 1956 wurde das erste Grundwasserpumpwerk in Betrieb genommen, zehn Jahre später folgte das zweite, 1972 kamen die Werke 3 und 4 dazu. «1966 war der Brandschutz im Dorf Lütisburg ungenügend. Die Dorfkorporation wollte damals aber nichts wissen von einer Gebietserweiterung.

Deshalb übernahm die Gemeinde den Brandschutz», erläuterte Hollenstein weiter.

Mehr Kosten-Transparenz

Die Dorfkorporation beliefert derzeit das Dorf Lütisburg mit Wasser. Mit der Vereinbarung könnten Synergien beim Unterhalt der Anlagen genutzt werden, erklären die Parteien. Die Werke auf der einen Thurseite würden zusammengelegt, die Anzahl öffentlicher Wasserversorgungen werde von vier auf drei reduziert. Die Gemeinde könne Verwaltungskosten sparen.

Weiter wird argumentiert, die DK werde gestärkt und die Kostenabrechnung werde transparenter.

Der Betrag von einer halben Million Franken, der von der GVW an die DK übertragen wird (Kapital per 31. Dezember zuzüglich Gewinn bis 30. September) wird als angemessen bezeichnet. Er sei zweckgebunden für die Wasserversorgung und die DK übernehme nicht nur Rechte sondern auch Pflichten.

Eine Frage aus dem Publikum betraf die Wasserversorgung Schauenberg. Mit dieser sei die DK nicht verbunden, erklärte Viktor Hollenstein. Es gebe zwar Visionen wegen eines allfälligen Zusammenschlusses, aber noch nichts Konkretes. Eine weitere Stimme aus dem Publikum lobte die aktuelle Kommission, die gut arbeite, fragte sich aber, ob das in zehn oder mehr Jahren auch noch der Fall sei.

Sollte die DK einmal nicht mehr gut funktionieren, ginge die Wasserversorgung an die Gemeinde über, meinte Hollenstein.

Ein weiterer Fragesteller wollte wissen, ob denn die DK die 500 000 Franken von der GWV auch wieder investiere. Es wurde darauf hingewiesen, dass die DK den Auftrag zum Unterhalt des Netzes habe und Rückstellungen für allfällige Reparaturen und Erweiterungen gemacht werden müssten.

Nach einigen weiteren Fragen konnte bei einem Apéro noch weiter über diese Vereinbarung diskutiert werden. Da wurde übrigens nicht nur Wasser aus den eigenen Quellen gereicht.

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