Kooperation mit Spitälern geplant

Die Initianten des geplanten Therapie- und Regenerationszentrums in Rehetobel wollen die Operationen teilweise in Herisau und Heiden vornehmen lassen. Bei der regionalen Spitallandschaft sehen sie grossen Handlungsbedarf.

Jesko Calderara
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Andreas Bänziger Verwaltungsratspräsident Sports Medicine Excellence AG (Bild: pd)

Andreas Bänziger Verwaltungsratspräsident Sports Medicine Excellence AG (Bild: pd)

REHETOBEL. Nach dem Willen des Gemeinderates Rehetobel soll auf dem Ob-dem-Holz-Grundstück ein Standort der Sportsclinic Switzerland, die eine Tochtergesellschaft der Sports Medicine Excellence AG ist, realisiert werden. Mit dem Entscheid der Behörden hat sich für die Initianten des geplanten Therapie- und Regenerationszentrums nicht viel verändert. «Wir waren schon immer überzeugt, eine für die Gemeinde gute Lösung präsentieren zu können», sagt Andreas Bänziger, Verwaltungsratspräsident der Sports Medicine Excellence AG. Das Resultat der Konsultativabstimmung habe dies bestätigt. Die Bauherrin bietet einen jährlichen Baurechtszins in der Höhe von 100 000 Franken. Jedoch sind die Verhandlungen mit der Gemeinde Rehetobel noch nicht ganz abgeschlossen. Der Baurechtsvertrag werde unter zwei Voraussetzungen in Kraft treten, sagt Bänziger. «Zum einen ist die Zustimmung der Stimmberechtigten beim Urnengang am 29. November notwendig.» Anderseits brauche es eine Bau- und Abbruchbewilligung. Das Konzept sieht vor, das bestehende Gebäude durch einen Neubau aus Holz zu ersetzen. Die Pläne dazu arbeitet der Architekt Matteo Thun aus.

Handlungsbedarf beim Spital

Bereits vor geraumer Zeit haben die Verantwortlichen der Sports Medicine Excellence AG angekündigt, eine Zusammenarbeit mit dem Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden anzustreben. So könnten die ambulanten Eingriffe teilweise in den Spitälern Herisau und Heiden vorgenommen werden. Letzteres kämpfte zuletzt mit rückläufigen Frequenzen in der Klinik für Chirurgie und Orthopädie. «Aufgrund der regionalen Bedürfnisse hat das Spital Heiden seine Daseinsberechtigung», ist Andreas Bänziger überzeugt. Aufgrund der veränderten Anforderungen aber nur in einer komplett anderen Form als heute. Viele Operationen erforderten einen kürzeren stationären Spitalaufenthalt, weshalb es weniger Betten brauche, gibt der Orthopäde zu bedenken. Zudem stellten Patienten höhere Forderungen an die gesamte medizinische Versorgung als früher. «Dies beinhaltet besonders auch die Nachsorge und Regeneration nach einer Operation.»

Gleich gebliebene Strukturen

Gleichzeitig sind laut Florian Kamelger, CEO der Sports Medicine Excellence AG, die Strukturen der Spitallandschaft in den letzten 20 Jahren gleich geblieben. «Nur schon wegen der stark steigenden Krankenkassenprämien sind betriebliche Kosten- und Effizienzüberlegungen heute zentral.» Grössere Spitäler seien jedoch nicht zwingend wirtschaftlicher als kleinere. Für Kamelger führt kein Weg an einer Spezialisierung der Medizin vorbei. Als positives Beispiel erwähnt er die Geburtsabteilung am Spital Heiden. «Um Kaiserschnitte zu machen, braucht es aber wiederum eine Chirurgie mit 24-Stunden-Betrieb.» Und diese lasse sich nur in Synergie mit anderen Disziplinen kostendeckend führen.

Idee eines Kompetenzzentrums

Gedanken zur Zukunft des Spitals Heiden hat sich auch der frühere Ausserrhoder Kantonsrat Paul Weder gemacht. In einer Projektarbeit im Rahmen der Ausbildung zum Sportkoordinator schlägt er vor, im Vorderland ein «Kompetenzzentrum Gesundheit-Erholung-Sport» aufzubauen. Kernstück der Idee ist eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen regionalen Anbieter und Organisationen – von den Sportvereinen über die Hotellerie bis zum Spital Heiden oder der Rheinburg-Klinik.

Sporttreibende würden auf diese Weise eine umfangreiche Infrastruktur für Trainings, Wettkampfvorbereitung, Prävention und Heilung vorfinden und nutzen können, sagt Weder. Er hebt insbesondere die Vorteile seiner Lösung für das Spital Heiden hervor. Gemäss dem Vorschlag soll dort ein sportmedizinisches Zentrum entstehen. Dem Spital Heiden bringe ein zusätzliches Standbein neue Patienten, sagt Weder.

Die Patienten der Sportsclinic Switzerland könnten dereinst auch im Spital Heiden operiert werden. (Bild: rf)

Die Patienten der Sportsclinic Switzerland könnten dereinst auch im Spital Heiden operiert werden. (Bild: rf)