Kontaktlos bis eigenverantwortlich: Wie die Ausserrhoder Sportvereine in der Coronapause trainieren

Im Amateurbereich ruht der Meisterschaftsbetrieb. SC Herisau, UHC Herisau, TV Appenzell und UH Appenzell trainieren dennoch.

Lukas Pfiffner
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Die coronabedingten Verbote haben Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb im Mannschaftssport.

Die coronabedingten Verbote haben Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb im Mannschaftssport.

Bild: Lukas Pfifner

Meldet sich wieder ein Gegner? «Ich war bei jedem Handyklingeln nervös», erinnert sich Matthias Popp, Sportchef des SC Herisau, an die Spielabsagen im Oktober. Dann kam der Stopp. Am Montag nahm der Eishockey-Erstligist das Training wieder auf. Mit 15 Personen darf er kontaktlos üben. Popp rechnet vor: «Ein Trainer, zwei Torhüter, elf Feldspieler plus Jack Holderegger als Coronaverantwortlicher.»

Am Montag zieht die eine Hälfte der Spieler Schlittschuhe an, am Freitag die andere. Wer nicht auf dem Eis ist, macht mit zeitversetzter Garderobenbenützung «Trockentraining». Natürlich ist ein Eistraining ohne Körperkontakt speziell. Es lässt sich an Skills arbeiten wie Laufen oder Passen. «Und Schiessen: Trainer René Stüssi sagt sowieso immer, die Spieler sollen nicht mit dem Puck in den Goalie hineinfahren, sondern vorher abschliessen...» In den nächsten Tagen steht eine Liga-Sitzung an. «Natürlich hoffen wir, dass die Meisterschaft zum Beispiel im Januar fortgesetzt werden kann.»

«Jede Woche zweimal etwas»

«Wir haben die Hallentrainings gestrichen», sagt Marius Wolf, Trainer der Frauen von UH Appenzell. Im NLB-Team verzichtet man darauf, körperlose Einheiten aufrechtzuerhalten. «Es wäre von der Motivation her wohl schwierig gewesen.» Wolf gibt dem Team auch keine Onlineprogramme vor. «Wir bauen auf Eigenverantwortung: Alle sollen zweimal pro Woche etwas Polysportives machen.»

Die Frauen würden fleissig «Beweisfotos» in den Chat stellen. Gut sei, dass sich Spielerinnen, die noch Verletzungen auskurieren, genug Zeit nehmen und die Belastung dosieren können. Das Appenzeller Team war im September in Quarantäne, nahm den Trainings- und Spielbetrieb danach wieder auf. «Jene Phase lässt sich mit jetzt nicht vergleichen. Wir konnten davon ausgehen, dass es nachher weitergeht, und stellten uns darauf ein.» Aktuell besteht aber Ungewissheit, wie und wann es weitergeht. «Ich nehme nicht an, dass NLB-Unihockey als professioneller Betrieb wie Fussball oder Eishockey eingestuft wird.»

Dass die Maske nicht tropft

Beim Erstligisten UHC Herisau haben die Spieler während zwei Wochen in Kleingruppen vor allem im Freien trainiert. «Nun sind wir wieder am Dienstag und Donnerstag in der Halle», berichtet Trainer Nico Raschle. Die Zahl ist auf 15 Spieler in beständigen Gruppen und gemäss dem Schutzkonzept von Swiss Unihockey auf kontaktlose Formen mit Masken beschränkt. «Wir üben nicht sehr intensiv. Die Maske wird nicht zu tropfen beginnen», ergänzt Raschle.

Es gehe um technische Elemente und darum, das Ballgefühl zu behalten – zum Beispiel durch Passen. Bei genug Platz können die Spieler auf die Maske verzichten, etwa wenn sie neben dem Spielfeld Kräftigungsübungen machen. Nebst den zwei gemeinsamen Einheiten wird von den Spielern verlangt, dass sie einmal pro Woche separat trainieren. «Das kann Laufen sein oder etwas im Kraftbereich.» Dabei benützen sie eine App, mit der Athletiktrainer Marco Tanner Vorgaben macht, wie schon vor und während der Meisterschaft.

«Eine neue Erfahrung…»

Bei den Erstligahandballern des TV Appenzell waren Spieler in Quarantäne, deshalb hat man den Betrieb zwei Wochen ganz eingestellt. «Seit dem Montag treffen wir uns wenigstens wieder zweimal pro Woche», erzählt Trainer Christian Hamm. «Die Spieler wollen etwas machen und sich bewegen.» Einerseits hält sich das Team in der Halle auf und trainiert im Coronamodus, also kontaktlos. Zum Beispiel habe man in Kleingruppen Fussballtennis gespielt. Handballspezifisches fällt nicht leicht.

In der Dreifachhalle dürfen pro Drittel ein Torhüter und vier Schützen üben, was immerhin Passen und Würfe möglich macht. Hamm erzählt von einer zusätzlichen Schwierigkeit: «In der jetzigen Situation besteht in der Wühre Harzverbot. Es ist für die Spieler nicht motivierend, wenn aus diesem Grund jeder zweite Ball irgendwo hinfliegt.» Im Weiteren war man am Montag im Freien: zum Laufen und für Athletik- sowie Sprungübungen. «Das Tragen der Stirnlampen war eine neue Erfahrung für meine Handballer.»