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Konkurs über Traditionsgasthaus Rossfall in Urnäsch eröffnet

Am 27. Juli hätte im «Rossfall» nach Jahren wieder ein Sennenball stattfinden sollen. Nun werden im Ausserrhoder Restaurant an der Passstrasse hinauf zur Schwägalp aber keine Gäste mehr bedient.
Alessia Pagani
Seit Mittwoch bleiben die Türe des Gasthauses Rossfall an der Schwägalpstrasse geschlossen.Bild: APZ

Seit Mittwoch bleiben die Türe des Gasthauses Rossfall an der Schwägalpstrasse geschlossen.Bild: APZ

Die Türen des «Rossfalls» sind geschlossen. Ein Siegel weist darauf hin: Das Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden hat über den Betreiber des Gasthauses am Fusse des Alpsteins vergangene Woche den Konkurs eröffnet, der Betrieb wurde am Mittwoch durch das kantonale Konkursamt geschlossen. Auf Nachfrage sagt der Leiter des Konkursamtes Claudius Platzer:

«Der Betreiber konnte seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.»

Seit längerem seien Gläubigerforderungen nicht beglichen worden. Weil es sich um ein Einzelunternehmen handelt, bürgt der Schuldner mit seinem gesamten privaten und geschäftlichen Vermögen.

Der «Rossfall»-Pächter, Michael Brucker, hatte den Betrieb im Herbst 2017 übernommen und grosse Pläne geschmiedet. So wollte er vermehrt Gäste anziehen, die für einen Kurzaufenthalt das Appenzellerland besuchten. Dafür wurde eigens eine Buchungsplattform im Internet eröffnet. Im Hotel wurde eine luxuriöse «Rossfall»-Suite geschaffen. Platzer bedauert, dass das einst beliebte Gasthaus nun geschlossen ist. Zumal der Pächter bereits verschiedene Anlässe organisiert hat, die nun nicht mehr im «Rossfall» stattfinden können. «Man kann nicht sagen, dass er sich nicht angestrengt hätte.» Platzer verweist aber auf vergangene Schwierigkeiten, welche frühere Betreiber hatten. Noch ist offen, wie es mit dem «Rossfall» weitergeht. Dem jetzigen Betreiber bleibt während zehn Tagen einzig die Möglichkeit eines Rekurses gegen die Konkurseröffnung.

Gäste werden 
zurückgewisen

Michael Brucker sitzt an diesem Donnerstagnachmittag auf der Terrasse des «Rossfalls». «Normalerweise würde ich jetzt in der Küche stehen, nun bleibt mir nur Däumchen zu drehen.» Immer wieder muss Brucker Gäste zurückweisen. «Es schmerzt. Das Gasthaus ist gut gelaufen.» Brucker hat wenig Verständnis für die Konkurseröffnung. Er hätte lediglich verpasst, zwei Forderungen der Pensionskasse zu begleichen. «Die Schulden wurden noch vor Eröffnung des Konkurses fast ganz beglichen», erklärt Brucker. Am Tag der Verhandlung seien noch etwas über 1000 Franken ausstehend gewesen. «Auch diese habe ich vergangene Woche noch überwiesen.» Weil das Konkursverfahren aber bereits eröffnet worden sei, könne dieses nicht mehr rückgängig gemacht werden. Brucker verneint nicht, dass noch mehr offene Forderungen bestehen. «Diese haben mit dem jetzigen Konkursverfahren aber nichts zu tun.» Brucker räumt Fehler ein. «Wir sind blauäugig an die Sache herangegangen und hatten beispielsweise zu Beginn hohe Personalkosten. Wir haben gelernt, und es ging stetig aufwärts. Auch diese ausstehenden Zahlungen hätte ich bald begleichen können.»

Nun sind die Türen zur Gaststube, zur Küche, zum Keller, und zu den Hotelzimmern versiegelt. Bargeld und Wertgegenstände wurden gemäss Brucker sichergestellt. Er sagt:

«Vor allem dass im Kühlschrank Waren im Wert von mehreren tausend Franken verrotten, ist schmerzhaft.»

Der Blick in die Zukunft macht Brucker Sorgen: Die Zimmer seien für die kommenden Monate fast ausgebucht. Täglich erreichten ihn fünf bis sechs Anfragen für Übernachtungen, so Brucker. Besonders nachdenklich wird er, wenn er an den Sennenball vom 27. Juli denkt. «Dieser hätte nach Jahren erstmals wieder im ‹Rossfall› stattfinden sollen.» Auch 160 Gästen des Schwägalp Schwinget, welche im «Rossfall» Essen reserviert hatten, müsse er nun wohl oder übel absagen, so Brucker. Ein letztes Mal appelliert er an die Verantwortlichen: «Überlegt es euch nochmals.»

Brucker hat die Angelegenheit einem Anwalt übergeben. «Sollte ich den ‹Rossfall› nicht wieder öffnen können, war’s das für mich mit einem Restaurationsbetrieb im Appenzellerland.»

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