Komplett für den Endspurt

Die Evang.-ref. Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg hat wieder eine komplette Vorsteherschaft. Gewählt wurde an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung vom Freitag.

Nadine Rydzyk
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Neu und wieder in die Kirchenvorsteherschaft der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg gewählt (von links): Samuel Junker, Albert Bösch, Ursula von Niederhäusern, Heinrich Zweifel und Brigitte Brunner. (Bild: Thomas Geissler)

Neu und wieder in die Kirchenvorsteherschaft der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg gewählt (von links): Samuel Junker, Albert Bösch, Ursula von Niederhäusern, Heinrich Zweifel und Brigitte Brunner. (Bild: Thomas Geissler)

LICHTENSTEIG. Mit Meldungen von Diskrepanzen und Rücktritten sorgte die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg jüngst für Gesprächsstoff. Kurz vor der Fusion mit der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Krinau waren die Wellen in den vergangenen Wochen und Monaten hochgegangen. Doch nicht die Fusion, sondern interne Diskrepanzen in der Kirchenvorsteherschaft (Kivo) waren das Problem.

In der Sackgasse

Den Höhepunkt erreichten die Irritationen, als Kivo-Präsident Heinrich Zweifel und Vizepräsident Samuel Junker sowie die Kivo-Mitglieder Barbara Bruderer und Albert Bösch an der ordentlichen Kirchgemeinde im März ihren Rücktritt bekanntgaben. Die Gründe dafür waren Kompetenzgerangel, Vertrauensmangel und menschliche Diskrepanzen im Gremium.

Alle Klärungsversuche und eine externe Beratung brachten nicht weiter. Die Diskussionen während der Versammlung zeigten, dass nicht nur die Gemeindemitglieder diese drastischen Schritte bedauerten, sondern auch die Demissionierten ihre Ämter eigentlich ungern niederlegten. So liess man schon während der Versammlung die Bereitschaft erkennen, bis zur Gründungsversammlung der neuen Kirchgemeinde mit Krinau weiter in der Kivo zu wirken.

Wieder- und Neuwahlen

Anfang April zog dann wiederum Daniel Glatz die Konsequenzen und trat per sofort aus der Kirchenvorsteherschaft zurück, wo er das Amt des Kassiers innehatte. Auch Adrian Müller trat auf den 31. Mai 2015 von seinem Amt als Kirchenvorsteher im Ressort Religionsunterricht zurück. Ebenso verlässt Pfarrer Tobias Claudy «aufgrund besonderer Umstände», wie es heisst, die Kirchgemeinde, weshalb man nun auf der Suche nach einem neuen Pfarrer ist.

Zur ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung am Freitag in der evangelischen Kirche in Lichtensteig galt es deshalb, das Präsidium und vier Mitglieder in der Kirchenvorsteherschaft für den Rest der Amtsdauer vom 1. Juli 2015 bis 31. Dezember 2015 zu wählen. Für Heinrich Zweifel und Samuel Junker stand damit einer Rückkehr in ihre Ämter nichts mehr im Wege. Nachdem sie aber bereits ihre Rücktritte kommuniziert hatten, mussten auch sie sich noch einmal offiziell wiederwählen lassen, ebenso wie Albert Bösch, der sich ebenfalls dazu entschlossen hat, die Kirchgemeinde noch bis zur Fusion mit Krinau zu begleiten.

Sowohl der Präsident als auch Samuel Junker und Albert Bösch wurden einstimmig wieder in ihre Ämter gewählt. Zudem konnte man mit der Lichtensteigerin Brigitte Brunner und der Wattwilerin Ursula von Niederhäusern zwei weitere Kivo-Mitglieder zur Wahl anbieten, die ein ebenso einstimmiges Votum erhielten. Damit ist das Gremium wieder bis zum Rest der Amtsdauer komplett und der Präsident zeigte sich sicher, «dass nun wieder Ruhe einkehrt».

Neukonstituierung im Herbst

Am 4. Oktober wird unter externer Leitung die Gründungsversammlung der neuen, mit Krinau fusionierten Kirchgemeinde stattfinden, an der neben einer gemeinsamen Kirchenvorsteherschaft auch eine neue Synode und Geschäftsprüfungskommission gewählt werden wird.

Wie Samuel Junker erklärte, wolle man nun daran arbeiten, einen guten Übergang in die neue Kirchgemeinde zu gewährleisten. Er selbst wird für das neue Gremium aber aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung stehen. Ebenso wird man nach einem neuen Präsidenten suchen müssen, wie Heinrich Zweifel erklärte. «Aber nun gibt es erst noch ein spannendes halbes Jahr, auf das ich mich freue», liess er wissen. Bei den übrigen Kivo-Mitgliedern wiederum sei durchaus eine Bereitschaft zum Weitermachen in der neuen Kirchgemeinde vorhanden.