Kommentar
Nach dem SP-Triumph in Herisau: Was uns die Gemeindepräsidiumswahl in der grössten Ausserrhoder Gemeinde lehrt

Am Ende hat sich Max Eugster (SP) überraschend deutlich gegen Sandra Nater (FDP) im Rennen um das Herisauer Gemeindepräsidium durchgesetzt. Für die Sozialdemokraten ist es einer der grössten Triumphe in Ausserrhoden überhaupt. Für die FDP ist die Niederlage bitter, sie verdeutlicht eindrücklich den Bedeutungsverlust des Freisinns.

David Scarano
David Scarano
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Max Eugster, der neue Gemeindepräsident Herisaus.

Max Eugster, der neue Gemeindepräsident Herisaus.

Bild: PD

Die Herisauer Wahlen sind Geschichte. Sie enden mit dem historischen Sieg von Max Eugster als erster SP-Gemeindepräsident. In Erinnerung bleiben werden sie aber nicht nur deswegen. Das sind die vier Erkenntnisse.

1. Max Eugster ist der grosse Sieger. Nur der optimistischste Sozialdemokrat hat mit einem am Ende so deutlichen Resultat im bürgerlichen Herisau gerechnet. Das zeigt: Auch kleinere Parteien können mit einem geschickt geführten Wahlkampf und der richtigen Personalie starke Akzente setzen. Der politische Wettbewerb funktioniert zuweilen in Ausserrhoden.

2. Für die FDP ist diese Niederlage bitter. Sie verdeutlicht eindrücklich den Bedeutungsverlust und die nach wie vor vorhandenen Schwierigkeiten in Herisau des Freisinns. Sogar mit dem besten Ross im Stall und der Unterstützung aller bürgerlichen Kräfte reicht es für die ehemals dominierende Partei nicht mehr zum Sieg.

3. Zu den Verliererinnen am Sonntag gehören auch die Frauen. Nicht nur haben sie es verpasst, erstmals das Präsidium in der grössten Ausserrhoder Gemeinde zu erobern. Nach den Ersatzwahlen in Grub und Lutzenberg hat sich die Anzahl Gemeindepräsidentinnen auf einen Schlag von vier auf zwei halbiert ‒ ein herber Rückschlag für eine geschlechtergerechte Repräsentation.

4. Noch selten war eine Entscheidung so spannend und der Weg dorthin zugleich so langweilig. Was schlecht für Berichterstattung und Wahlbeteiligung ist, ist aber gut für die Gemeinde Herisau. Wie bereits die Wirren um den Abgang Kurt Gesers zeigten: Der Gemeinderat ist charakterlich gefestigt. Das Gemeinwohl kommt vor Eigeninteressen, Anstand und Respekt der Institutionen werden grossgeschrieben. Herisau befindet sich in guten Händen.