KOMMENTAR: Mitleid gehört Mitarbeitenden

Die Querelen rund um den Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden haben bisher noch kein grosses Köpferollen ausgelöst. "Statt Konsequenzen zu fordern, sitzt man die Krise lieber aus und prostet sich beim Nachtessen zu", schreibt Patrik Kobler, Redaktionsleiter der Appenzeller Zeitung, in seinem Kommentar.
Das Spital Heiden und mit ihm der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden kommen nicht aus den Schlagzeilen. (Bild: Benjamin Manser)

Das Spital Heiden und mit ihm der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden kommen nicht aus den Schlagzeilen. (Bild: Benjamin Manser)

Der Ausserrhoder Kantonsrat hat Beisshemmungen. Dabei zeigt die Staatswirtschaftliche Kommission in ihrem Bericht zum Spitalverbund ein Bild von lausiger Arbeit der Akteure. Aber: Einzig Hans-Anton Vogel fordert, dass das Debakel personelle Konsequenzen haben müsse. Alle anderen beschränkten sich – so sie denn nicht schweigend auf ihren Stühlen sassen – auf etwas Kritik. Selbst diese kam ziemlich zahm daher. Man hat wohl Mitleid mit den Leuten, die den Spitalverbund an den Abgrund geführt haben.

Immer wieder wird im Kantonsrat das Hohelied der Sachlichkeit gesungen. Doch irgendwann einmal kann auch sachlich festgestellt werden, dass die Leistung gewisser Leute schlicht ungenügend ist. Statt Konsequenzen zu fordern, sitzt man die Krise lieber aus und prostet sich beim Nachtessen zu.

Die Konsequenzen haben vor allem die 1100 Mitarbeitenden zu tragen, die ausgelöst durch die Führungsschwäche seit Monaten in Ungewissheit über ihre Zukunft leben. Ihnen gehört das Mitleid.

Patrik Kobler
patrik.kobler@appenzellerzeitung.ch

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