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KOMMENTAR: Jetzt müssen Szenarien auf den Tisch

"Der Kantonsrat hat lediglich die gesetzlichen Leitplanken gelockert. Die Leute, welche die strategischen Entscheide tatsächlich fällen, haben bislang überhaupt keine Signale ausgesendet, die auf eine Schliessung des Spitals Heiden hindeuten würden." Das schreibt Redaktionsleiter Patrik Kobler in seinem Kommentar.
Appenzell Ausserrhoden ist heute von Gesetzes wegen verpflichtet, in Heiden und Herisau ein akutsomatisches Spital zu bereiben. Die Spitalstandorte sollen aus dem Gesetz getrichen werden. (Bild: Benjamin Manser/Archiv)

Appenzell Ausserrhoden ist heute von Gesetzes wegen verpflichtet, in Heiden und Herisau ein akutsomatisches Spital zu bereiben. Die Spitalstandorte sollen aus dem Gesetz getrichen werden. (Bild: Benjamin Manser/Archiv)

Es ist ein vernünftiger Entscheid des Ausserrhoder Kantonsrats: Die Spitalstandorte werden aus dem Gesetz gestrichen. Damit erhöht sich der Handlungsspielraum des finanziell angeschlagenen Spitalverbunds. Denn heute ist er von Gesetzes wegen verpflichtet, in Heiden und Herisau ein akutsomatisches Spital und in Herisau ein psychiatrisches Zentrum zu betreiben. Das heisst: Trotz Millionenverlusten ist es zurzeit nicht möglich, das Spital Heiden zu schliessen.

Dass dieser Rettungsring im Gesetz wegfällt, dürfte vor allem im Appenzeller Vorderland mit Besorgnis zur Kenntnis genommen werden. In der Öffentlichkeit kursieren bereits die unterschiedlichsten Ideen, wie es mit dem Standort Heiden weitergehen soll. Die SVP fordert beispielsweise, das Spital zu einem Versorgungszentrum mit Rettungsdienst umzubauen, während die EVP auf eine umfassende Kooperation mit dem Kanton St.Gallen drängt. Um solche strategischen Fragen ging es gestern allerdings nicht.

Der Kantonsrat hat lediglich die gesetzlichen Leitplanken gelockert. Die Leute, welche die strategischen Entscheide tatsächlich fällen, haben bislang überhaupt keine Signale ausgesendet, die auf eine Schliessung des Spitals Heiden hindeuten würden – im Gegenteil: Nur schon Gedanken an Alternativen verscheuchen sie mit einiger Vehemenz. Denn jede Verunsicherung kostet aufs Neue Patienten und erschwert somit die Sanierung.

Aber man wird nicht umhinkommen, eine breite Diskussion über die Ausrichtung des Gesundheitswesens zu führen. Denn es dürstet Kantonsrat und Bevölkerung, Szenarien präsentiert zu erhalten und wenigstens ein paar Gedanken zur künftigen Ausrichtung der Gesundheitsversorgung im Kanton mitteilen zu dürfen. Nach dem strategischen Slalomkurs in den vergangenen Jahren möchte man den Verantwortlichen nicht mehr einfach blind vertrauen. Eine Gelegenheit zur Grundsatzdiskussion bietet eine Volksabstimmung. Die SP hat angekündigt, das Behördenreferendum zu ergreifen. Das ist eine gute Idee.

Patrik Kobler
patrik.kobler@appenzellerzeitung.ch

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