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KOMMENTAR: Die Wirtschaftlichkeit kommt vor dem Tierwohl

Das Schweizer Tierschutzgesetz ist in der Massentierhaltung zu lasch, findet Redaktorin Martina Signer.
Martina Signer, Redaktorin (Bild: Urs Bucher)

Martina Signer, Redaktorin (Bild: Urs Bucher)

Ein Tierschützer kritisiert einen Schweinemastbetrieb. Diese Diskussion findet nicht zum ersten und mit Sicherheit nicht zum letzten Mal statt. Zu wenig Platz hätten die Tiere. Zu wenig Beschäftigungsmöglichkeiten. Betreiber solcher Mastbetriebe ruhten sich auf dem Tierschutzgesetz aus, das nach der Meinung vieler Tierfreunde sowieso zu lasch ist.

Tatsächlich sind im vorliegenden Fall keine Verletzungen des Gesetzes zu sehen. Die Tiere haben ausreichend Platz, nämlich je nach Gewicht zwischen 0,6 und 0,9 Quadratmetern. Knapp ein Quadratmeter also für ein Schwein, welches zwischen 85 und 110 Kilogramm schwer ist. «Werden die Tiere in Ställen mit Tiefstreu gehalten, so ist die Bodenfläche angemessen zu vergrössern», schreibt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. Mehr Platz pro Schwein? Dass dies weniger Profit bedeutet, liegt auf der Hand.

Ist dieser Platz nicht viel zu wenig? Schweine brauchen mehr Beschäftigungsmöglichkeiten als an einem aus Rauhfutter gepressten Pellet nagen zu können. An einem Pellet, an dem sich dann gleich neun Tiere – so viele sind es in den Buchten der bis 100 Kilogramm schweren Schweine – gütlich tun. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass im Betrieb keine Lethargie herrscht. Die Schweine begrüssen den Menschen, der für sie da ist. Sie beissen nicht die Hand, die sie füttert.

Doch diese Schweine sind sich auch nicht gewohnt, Gras zu fressen oder im Stroh zu liegen. Die Ferkel kommen in Buchten zur Welt, werden in Buchten gemästet und danach erleben sie nur noch den Transport zum Schlachthof. Ist das Schweizer Tierschutzgesetz in der Massentierhaltung also zu lasch? Ja, das ist es. Tiere hätten ein fröhlicheres Leben verdient. Aber hier geht es in erster Linie um Wirtschaftlichkeit und erst danach kommt das Tierwohl.

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