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Komitee fordert faire Lösung

In Walzenhausen gibt es Widerstand gegen das geplante Asylzentrum im «Sonneblick». Hanspeter Baumgartner als Vertreter des Komitees verlangt die Überarbeitung des Projekts. Stiftungsratspräsident Fredi Züst kontert die Vorwürfe.
Jesko Calderara
Ein Asylzentrum während zwei bis fünf Jahren mit höchstens 60 Personen wäre für Hanspeter Baumgartner eine mögliche Lösung. (Bild: cal)

Ein Asylzentrum während zwei bis fünf Jahren mit höchstens 60 Personen wäre für Hanspeter Baumgartner eine mögliche Lösung. (Bild: cal)

WALZENHAUSEN. Hanspeter Baumgartner und seine Frau Silvia wohnen mit schönstem Bodenseeblick im Quartier Güetli in Walzenhausen. Doch nun ist ihre Freude getrübt. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft, rund 50 Meter oberhalb ihres Wohnhauses, soll der «Sonneblick» zu einem Asylzentrum umgenutzt werden. Dagegen haben das Ehepaar Baumgartner und acht weitere Anwohner Widerstand angekündigt und eine Unterschriftensammlung gestartet. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen ein Asylzentrum», betont Baumgartner. Es brauche aber eine für alle Seiten faire Lösung. Er kritisiert in diesem Zusammenhang die Informationspolitik. «Die Verantwortlichen hätten zumindest die unmittelbar betroffenen Nachbarn persönlich über das Projekt informieren müssen.» Man habe mit dem «Sonneblick» immer ein gutes Verhältnis gepflegt und sei der Institution beispielsweise beim Ausbau der Zufahrtsstrasse entgegengekommen, sagt Baumgartner.

Komitee verlangt Reduktion

In Walzenhausen ist eine Unterkunft geplant, in der während zehn Jahren höchstens 120 Asylsuchende leben. Für das Komitee sind diese beiden Zahlen inakzeptabel. Der «Sonneblick» habe zurzeit 45 Betten, sagt Baumgartner. «120 Personen wäre gegenüber der heutigen Kapazität eine Steigerung um über 180 Prozent.» Deshalb hätten einige Anwohner im Wohnquartier Sicherheitsbedenken. Das Komitee befürwortet ein Asylzentrum mit ungefähr 50 bis 60 Asylsuchenden. Anstatt der vorgesehenen zehnjährigen Betriebsdauer könnte es sich vorstellen, dass während höchstens zwei bis fünf Jahren, oder solange die Lage prekär ist, Asylbewerber im «Sonneblick» aufgenommen werden.

Keine finanziellen Gründe

Für den Vorwurf der fehlenden Kommunikation hat Stiftungspräsident Fredi Züst Verständnis. «Der Regierungsrat hat erst am 15. März entschieden, Detailverhandlungen zum Abschluss eines Mietvertrages aufzunehmen.» Der Stiftungsrat wiederum habe den entsprechenden Grundsatzentscheid am 12. März gefällt. Deshalb sei es nicht möglich gewesen, die Anwohner vor dem 17. März zu informieren, gibt Züst zu bedenken. «Allerdings hat unser Hausleiter Adrian Keller dies am Tag der Medienorientierung gemacht.» Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Gründe für den Entscheid, die Räumlichkeiten an den Kanton zu vermieten. Dieser Schritt erfolge nicht aus finanziellen Gründen, sagt Züst. Es gehe der Stiftung nicht darum, sich über die Vertragsdauer zu sanieren, wie das Komitee behaupte. Der «Sonneblick» habe vor fünf Jahren Mühe gehabt, eine tragfähige Auslastung der beiden Gästehäuser zu erzielen, so Züst. «Doch seit dem Anfang 2013 erfolgten Umbau geht es uns finanziell sehr gut.» Ein Blick in die vergangenen Jahresrechnungen bestätige dies. Gerade dieser Umstand hat es laut Züst dem Stiftungsrat nicht einfach gemacht, dem Gesuch des Kantons stattzugeben. «Aus betrieblicher Sicht ist ein kurzfristiger Mietvertrag nicht machbar.» Sollten die Verhandlungen zu einem Abschluss führen, wird den «Sonneblick»-Mitarbeitenden auf Ende 2016 gekündigt.

Infoveranstaltung geplant

Walzenhausens Gemeindepräsident Hansruedi Bänziger nahm zu den Plänen des Kantons schriftlich Stellung: «Bevölkerung und Gemeinderat erhielten die Informationen zeitgleich.» Viele Fragen müssten unbedingt beantwortet werden. Der Gemeinderat habe bereits alles in die Wege geleitet, um einen Informationsabend für die Einwohner zu organisieren, so Bänziger. Der Termin werde voraussichtlich im Mai sein.

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