KOMBINIERT: Eine Weltneuheit in Herisau

Die Energieversorgerin Säntis Energie realisiert an der Industriestrasse eine neuartige Öko-Tankstelle. An derselben Station kann sowohl Strom als auch Erd- oder Biogas getankt werden.

Karin Erni
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Beim Prototypen der Ökotankstelle handelt es sich um eine Eigenentwicklung der Säntis Energie AG. (Bilder: Karin Erni)

Beim Prototypen der Ökotankstelle handelt es sich um eine Eigenentwicklung der Säntis Energie AG. (Bilder: Karin Erni)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Ist das die Tankstelle der Zukunft? Kein Benzingeruch hängt in der Luft und keine Ölflecken verunstalten den Boden. Wer sein Fahrzeug hier tankt, tankt sauber.

Die neue Öko-Tankstelle an der Industriestrasse 12 in Herisau bietet sowohl Treibstoff für Elektro- als auch für Gasfahrzeuge an. «Es handelt sich dabei um eine Weltneuheit», sagt der Geschäftsführer der Säntis Energie AG, Marc Zysset. Normalweise würden Tankstellen für alternative Treibstoffe in «normale» Grosstankstellen integriert. Dabei mache eine «Stand-alone- Lösung», wie sie in Herisau präsentiert wird, betriebswirtschaftlich mehr Sinn, zeigt sich Zysset überzeugt. Die Erstellungskosten beliefen sich lediglich auf gut 200000 Franken.

Standort mit Synergiepotenzial

Bei der jetzt realisierten Tankstelle handle es sich um einen Prototypen, den sie in Zusammenarbeit mit dem in Romanshorn ansässigen Metallbauunternehmen Ernst Fischer AG selber entwickelt hätten, so Zysset. Er lobt den Standort an der Industriestrasse. «Wir können hier vom Durchgangsverkehr profitieren.» Mit der Eigentümerin des Grundstücks, der Carrosserie Pfister AG, habe man einen idealen Partner gefunden. Fabian Pfister sagte, er glaube an die Umverteilung der Mobilität in Richtung alternative Energien. «Die Bauart der Fahrzeuge wird sich verändern, es werden vermehrt Alu oder neue Materialien wie Verbundstoffe eingesetzt.» Als Reparateure seien sie an dieser Entwicklung interessiert. «Wir wollen Ansprechpartner für die Besitzer von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb werden und freuen uns auf den Kontakt mit den Tankstellenkunden. Wer sein Elektrofahrzeug hier tankt, darf gerne zu uns auf einen Kaffee kommen und den Betrieb besichtigen», so Fabian Pfister. Man halte für die Kunden auch Informationsmaterial über Gas- und Elektrofahrzeuge bereit.

Der Herisauer Gemeindepräsident Renzo Andreani freute sich an der Eröffnung über das neue Angebot: «Es stellt eine Ergänzung zu den bereits vorhandenen Ladestationen auf dem Ebnet dar.» Ob der Gas- oder der Elektroantrieb die Technologie der Zukunft sei, werde sich noch weisen. Die Gemeinde Herisau verfüge bereits über einige Elektrofahrzeuge.

Je ökologischer, desto teurer

Bei der Gastankstelle hat der Kunde die Auswahl zwischen Erd- oder Biogas beziehungsweise einer Mischung aus beidem. Der Unterschied liegt vor allem beim Preis: Während Erdgas nur rund die Hälfte des Benzinpreises kostet, liegt man mit Biogas auf demselben Niveau wie mit einem Benzinauto.

Für die Elektroautos steht ein Schnelllader mit einer maximalen Ladeleistung von 50 kW und den drei meistverwendeten Steckertypen zur Verfügung.