Das Gipfeltreffen der besonderen Art auf dem Säntis

Sechs Kolumnisten und drei Poetry-Slammer treffen sich auf dem Säntis zum ersten Kolumnisten-Festival.

Natascha Arsic
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Auf dem Säntis findet das erste Treffen der Kolumnisten und Poetry-Slammer statt. Bild: PD

Auf dem Säntis findet das erste Treffen der Kolumnisten und Poetry-Slammer statt. Bild: PD

Auf dem Gipfel des Säntis findet am Freitag und Samstag die erste «Kolumination» statt. Einige der bekanntesten Kolumnisten aus dem deutschsprachigen Raum wie Harald Martenstein, Heidi List, Rainer Erlinger oder Katja Früh treffen heute aufeinander und lesen den Anwesenden je zwei Texte vor. Mit den Poetry-Slammern Etrit Hasler, Stefan Abermann und Christian Kreis wird morgen auch der gesprochenen, jugendlichen Form der Kolumne Aufmerksamkeit geschenkt. So soll das Kolumnisten-Festival ein generationenübergreifender Anlass sein.

«Kolumnen gehören in Zeitungen zu den meistgelesenen Rubriken und sorgen oft für Gesprächsstoff», sagt Projektleiter Reinhard Frei. Vor allem früher hätten die Verfasser mit ihren Meinungsbeiträgen für viel Aufregung gesorgt. Aus diesem Grund werden auch historische Kolumnen von Kraus, Tucholsky und weiteren vorgelesen. «Grundsätzlich geht es uns darum, aufzuzeigen, wie wichtig das Printmedium im heutigen Online-Zeitalter ist und welchen Stellenwert es noch hat», so Frei.

Selber erfinden, was man sich wünscht

Die Idee und das Konzept für den Anlass stammen von Reinhard Frei. «Ich hatte den deutschen Kolumnisten Harald Martenstein für ein anderes Literaturfestival engagiert. Das Austragungsdatum wurde verschoben und so konnte er doch nicht daran teilnehmen, was wir beide schade fanden. Aus Spass sagte er zu mir, wir müssen stattdessen etwas Anderes erfinden, um wieder aufeinanderzutreffen», erzählt Frei. Nach kurzem Recherchieren sei ihm aufgefallen, dass es hierzulande noch kein Kolumnisten-Festival gibt. Und so entschied er sich, die «Kolumination» ins Leben zu rufen.

Das Motto der ersten «Kolumination» lautet «Grenzen», denn sie prägen unser Leben, sagt der Projektleiter. So ist es denn auch kein Zufall, dass die Referenten aus der Schweiz und den Nachbarländern Deutschland und Österreich stammen. Ihr erster Text darf dem Thema nach freier Wahl gewidmet sein, es muss einfach um einen Aspekt des Begriffs «Grenzen» gehen. Die zweite Kolumne soll sich um Landesgrenzen handeln. Auch der Veranstaltungsort wurde nach diesem Prinzip ausgewählt, denn vom Gipfel des Säntis sieht man alle drei Länder, erklärt Julia Frischknecht, die ebenso in der Organisation des Anlasses involviert ist.

Nächster Austragungsort noch ungewiss

«Es ist nie einfach, eine Veranstaltung zum ersten Mal zu organisieren und Leute für etwas Neues zu begeistern», sagt Frischknecht. Letztlich haben sich aber doch einige Zuhörer angemeldet. Heute werden etwa 70 bis 80 Personen erwartet, morgen rund 50.

Ob die nächste Austragung des Kolumnen-Festivals auch wieder auf dem Säntis stattfinden wird, kann Frischknecht derzeit nicht sagen. «Es könnte sein, dass wir das Format anpassen oder ändern.» Jetzt gehe es darum, die Premiere der «Kolumination» erfolgreich über die Bühne zu bringen.