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Köbi Frischknecht aus Wald AR macht mit seiner Motorsäge Baumstämme zu Kunstwerken

Er ist Holzschnitzer aus Leidenschaft: Seit 15 Jahren verwandelt Köbi Frischknecht Baumstämme in Bären, Adler, Steinböcke oder Giraffen. Dazu braucht er lediglich eine Motorsäge – und gutes Vorstellungsvermögen.
Claudio Weder
Mit seiner Motorsäge hat Köbi Frischknecht schon Hunderte von Holzfiguren geschnitzt. (Bilder: Urs Bucher)

Mit seiner Motorsäge hat Köbi Frischknecht schon Hunderte von Holzfiguren geschnitzt. (Bilder: Urs Bucher)

Wer von Wald aus in Richtung St. Anton fährt, dem stechen sie sofort ins Auge – die aus Holz geschnitzten Figuren, die im kleinen Waldstück kurz vor dem Sportplatz den Strassenrand zieren. Unweit davon entfernt lebt Köbi Frischknecht, der Besitzer ebendieses Waldstücks und Erschaffer der hölzernen Kunstwerke. Dass alles, was mit Holz zu tun hat, seine grosse Leidenschaft ist, ist kaum zu übersehen: Die Einfahrt zum Hof wird von einem prächtigen Holzbären und einer hölzernen Schaukel flankiert. Im Weiteren befinden sich rund um das schmucke Bauernhaus noch eine Blockhütte aus kleinen Baumstämmen sowie ein aus aufgeschichteten Holzscheiten gefertigter «Gaden», der als eine Art Ausstellungsraum dient: Dicht an dicht drängen sich darin gut hundert Holzfiguren in den verschiedensten Grössen und Formen.

Schon als Kind habe Köbi Frischknecht in seiner Freizeit kleine Kühe aus Holz geschnitzt und bemalt, erzählt er. Heute benutzt der 50-Jährige für seine Arbeiten ausschliesslich die Motorsäge. «Ein Bekannter überbrachte mir vor 15 Jahren ein Foto der Bärenstatue, die auf dem Bärenplatz in St. Gallen steht, und fragte mich, ob ich ihm ebenjenes Exemplar aus einem Baumstamm schnitzen würde.» Kurzum griff Köbi Frischknecht zu seiner Motorsäge und erfüllte dem Herrn seinen Wunsch.

Bär, Adler, Eule und Steinbock

Seither hat sich das Schnitzen von Holzfiguren mit der Motorsäge zu einer Leidenschaft entwickelt. «Den Bären beherrsche ich mittlerweile im Schlaf», sagt Frischknecht. Gemeinsam mit dem Adler, der Eule und dem Steinbock gehört der Bär zu seinen häufigsten Motiven. Aber auch exotischere Tiere haben es schon in den hölzernen Zoo des Schnitzkünstlers geschafft: eine Giraffe, eine Riesenschnecke, Koalabären oder Erdmännlein. Auch Nicht-Tierisches hat er im Angebot: Traktoren, Kerzen, Sterne, Tannen.

Ein Blick in den Ausstellungsraum bei Köbi Frischknecht zuhause.

Ein Blick in den Ausstellungsraum bei Köbi Frischknecht zuhause.

«Viele der Figuren sind Auftragsarbeiten», erzählt der 50-Jährige. Wobei er häufig gebeten werde, zu seinen Kunden nach Hause zu gehen und aus einem Baumstamm in deren Garten ein Kunstwerk zu fertigen. Dabei scheut er sich vor keiner noch so grossen Herausforderung – selbst wenn der Kunde verlangt, die Ferrari-Pferde oder eine lebensgrosse Kuh in Holz zu schnitzen.

Köbi Frischknecht ist sichtlich stolz auf seine Kunstwerke. Am meisten stolz macht es ihn, dass er sich sämtliches Wissen über dieses Handwerk von Grund auf selber angeeignet hat – ohne je einen Kurs besucht zu haben oder das von jemandem abgeschaut zu haben. Um diese Kunst zu beherrschen, brauche es im Wesentlichen zwei Dinge. Zunächst ein gutes Vorstellungsvermögen. Als Vorlage für Kundenarbeiten dient Frischknecht in der Regel bloss ein Foto, ansonsten arbeitet er frei nach seinem Gedächtnis. «Nur bei komplizierten Figuren schnitze ich mir manchmal zuerst ein kleineres Modell von Hand, bevor ich richtig loslege.»

Im Umgang mit Holz ein Routinier

Auf sein gutes Vorstellungsvermögen konnte sich der Holzkünstler bis anhin immer verlassen, genauso wie er sich auf sein gutes Händchen im Umgang mit der Motorsäge – die zweite wichtige Voraussetzung dieses Handwerks – verlassen konnte. «Ich bearbeite den Stamm jeweils von oben nach unten, wobei ich zuerst der Figur mit der grossen Motorsäge die Grobform gebe. Für die Feinarbeiten, etwa die Augen eines Tiers, nehme ich dann eine kleinere Säge zur Hilfe.» Im Umgang mit Holz ist Köbi Frischknecht ein Routinier. Versägt habe er sich, selbst bei den filigransten Elementen wie dem Gefieder eines Adlers, noch nie.

Der Bär gehört zu den häufigsten Motiven des Holzschnitzers.

Der Bär gehört zu den häufigsten Motiven des Holzschnitzers.

Seit acht Jahren arbeitet er nun beim Bauamt Trogen. Seit 20 Jahren bewirtschaftet er einige private Waldstücke in seiner Heimat. Von dort nimmt er auch das Holz – meist Fichte, Tanne oder Lärche. Letzteres sei aufgrund der langen Haltbarkeit besonders gut geeignet. Grundsätzlich könne man aber jede Holzart zum Schnitzen verwenden. «Ich schnitzte für meine Kunden auch schon Figuren aus Linden- oder Platanenholz.»

Im Wald zu Hause

Auch wenn Köbi Frischknecht inzwischen mehrere Figuren verkauft hat und immer wieder neugierige Besucher auf seinem Hof antrifft, will er mit seinem Handwerk nicht das grosse Geld machen. «Es soll mein Hobby bleiben.» Zur Natur habe er schon immer einen Bezug gehabt. «Vor allem im Wald habe ich mich von klein auf gern aufgehalten.» Bis heute hat sich das nicht verändert. So ist es wohl kein Zufall, dass er im gleichnamigen Dorf im Kanton Appenzell Ausserrhoden eine Bleibe gefunden hat.

Rund um den Hof gibt es weitere Holzfiguren zu entdecken.

Rund um den Hof gibt es weitere Holzfiguren zu entdecken.

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