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Museum Herisau: Kochen wie im späten 19. Jahrhundert

Alte Kochbücher, deren Autoren mit Herisau verbunden sind, bilden den Schwerpunkt einer neuen Ausstellung im Dorfmuseum. Heute ist Vernissage. Ab zirka 1905 hat das Kochen auch in Schulen Einzug gehalten.
Roger Fuchs
Neue Kochbücher erscheinen heute fast täglich. Sie sind das Resultat einer Entwicklung, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eingesetzt hat. Mehr dazu in der aktuellen Ausstellung im Museum Herisau. (Bild: Roger Fuchs)

Neue Kochbücher erscheinen heute fast täglich. Sie sind das Resultat einer Entwicklung, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eingesetzt hat. Mehr dazu in der aktuellen Ausstellung im Museum Herisau. (Bild: Roger Fuchs)

Schon seit langem treibt den Historiker Thomas Fuchs die Idee um, basierend auf dem 1896 erstmals erschienenen Heinrichsbader Kochbuch eine Ausstellung im Museum Herisau zu gestalten. Jetzt ist es soweit. Vier Kochbücher, ihre Originale und zahlreiche Rezepte daraus bilden den Hauptteil. Ausgehend von den Werken wirft die Ausstellung auch einen Blick auf die hauswirtschaftliche Ausbildung. Und grosse Fotografien zeigen Schulküchen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Sozusagen als Zugabe finden sich auf zwei Gestellen Appenzellische Produkte. Thomas Fuchs spricht vom «kulinarischen Erbe im Appenzellerland».

Das eingangs erwähnte Heinrichsbader Kochbuch gehört zu den frühen Kochbuchklassikern mit vielen Rezepten für eine ausgewogene, gesunde und schmackhafte Kost. Es vermittelt einen umfassenden Überblick über die gutbürgerliche Küche. Autorin ist Luise Büchi. Sie leitete während 28 Jahren das Kurhaus Heinrichsbad in Herisau. 1923 starb sie an den Folgen eines Schlaganfalls.

Rezepte für die einfache Hausfrau

Geradezu als Gegenpol zu diesem Kochbuch ist Thomas Fuchs vor sieben Jahren das Kochbuch des einstigen Herisauer Reallehrers Heinrich Volkart in die Hände gekommen. Das zusammen mit seiner Frau als Mitautorin im Jahr 1898 herausgegebene «Buch der einfachen Hausfrau» zielt auf ein komplett anderes Bevölkerungssegment. Es richtet sich, wie es der Name verrät, an die einfache Hausfrau und an junge Arbeiterinnen. «Das waren Leute, die mit 3,50 Franken pro Tag auskommen mussten», sagt Thomas Fuchs und zeigt im Buch, wie zu den einzelnen Rezepten stets notiert wurde, wie viel Geld man dafür ausgeben muss. Volkarts Werk diente auch als Lehrmittel.

Noch um einige Jahrzehnte früher als die erwähnten Werke ist der Ratgeber «Das fleissige Hausmütterchen» von Susanna Müller erschienen. Es schloss um 1860 eine Lücke, weil es bis dahin kein verständlich geschriebenes Haushaltsbuch gab, heisst es im Ausstellungsprospekt.

All diese Kochbücher sind gemäss Thomas Fuchs der Auslöser für eine Bewegung mit dem Ziel, die Frauen im Kochen auszubilden. Allmählich Realität wurde dies nach 1905. Seither werde bei neuen Schulhäusern in der Regel auch eine Küche für die Kochschule integriert, so Fuchs. Wie man sich frühere Schulküchen vorstellen muss, ist in einem weiteren Teil der Ausstellung zu sehen.

Die Ausstellung «Fleissige Hausmütterchen und das Heinrichsbader Kochbuch» kann vom 14. Juni bis am 30. Dezember im Museum Herisau besucht werden. Öffnungszeiten jeweils Mittwoch bis Sonntag, 13 bis 17 Uhr. Mehr Infos unter www.museumherisau.ch

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