Klinik-Projekt: Erschliessung überdenken

Offener Brief des «Standpunkts Speicher» an den Gemeinderat Speicher und alle planenden Instanzen im Gebiet der projektierten Kliniken im Bereich Vögelinsegg

Drucken
Teilen

Offener Brief des «Standpunkts Speicher» an den Gemeinderat Speicher und alle planenden Instanzen im Gebiet der projektierten Kliniken im Bereich Vögelinsegg

Erfreut und mit grossem Interesse konnten wir uns am vergangenen 3. September im Buchensaal über die von Ihnen entwickelten Projekte für den Neubau von zwei Kliniken inklusive der Umgebungsgestaltung auf der Vögelinsegg informieren lassen. Zusammen mit einer stattlichen Anzahl Einwohnerinnen und Einwohnern konnten wir uns ein positives Bild der geplanten Neubauten machen. Vor allem das grosse Volumen der Berit-Klinik scheint gut in die bestehende Situation eingepasst und wirkt sorgfältig gestaltet.

An der Volksversammlung bereits angesprochen wurde die geplante Erschliessung. Diese konnte bereits bei der Präsentation nicht überzeugen und kann auch nach intensiverem Studium immer weniger begeistern. Die deutlich zu schmale Zufahrt für Lastwagen, die Belastung der Kurzone durch Lastwagenanlieferungen, die fehlenden Wende-und Rangiermöglichkeiten, die Wegfahrt über eine 15 Prozent steile Rampe (nord-schattenseitig) lassen wenig Gutes für einen einwandfreien Betrieb und für eine störungsfreie Zu- und Wegfahrt für die dahinter liegenden Grundstücke erahnen. Vor allem im Winter wird eine für alle Beteiligten unerfreuliche Situation entstehen.

Der Standpunkt Speicher hat sich anlässlich seiner HV mit der unbefriedigenden Erschliessungssituation befasst und lädt Gemeinderat und Planer ein, folgende Alternative genauer zu studieren: Die geplanten Klinikbauten erfordern einen massiven Felsaushub zwischen der St. Gallerstrasse beim Bahnübergang und der Haltestelle Vögelinsegg. Im Süden liegt das Untergeschoss der Berit-Klinik unter dem Niveau des Bahntrassees, im Norden die Tiefgaragenboden der Bellavista-Klinik rund fünf bis sechs Meter oberhalb der Geleisekote am oberen Ende der Haltestelle. Im Rahmen der Tiefbauarbeiten an den Kliniken bietet sich die einmalige und nicht wiederkehrende Chance, im Tagbau einen Kurztunnel vom heutigen Bahnübergang zur Haltestelle Vögelinsegg, im Süden neben dem Neubau des Untergeschosses der Berit-Klinik und im Norden unterhalb des Tiefgaragenbodens der Bellavista-Klinik, zu realisieren.

Mit dieser Lösung, bei welcher diverse Bahnübergänge im Bereich des heutigen Parkplatzes aufgehoben werden könnten (inklusive Einsparung deren kostspieliger Sanierung), entstünde im genannten Bereich Platz für einen Kreisel oder Abbiegespuren mit genügender Sichtweite, welche die Weiterbenutzung der heutigen Erschliessung ermöglichen würde. Dabei darf auch von einer bescheidenen Inanspruchnahme der Flächen im Bereich Denkmal ausgegangen werden – eine gute Neugestaltung vorausgesetzt.

Der Standpunkt Speicher ist sich bewusst, dass sich die Projektierung einer durchdachten und funktionierenden Erschliessung schlecht mit dem ambitiösen Zeitplan der Realisierung der Kliniken und anderer (Tunnel-) Bauvorhaben der Appenzeller Bahnen verträgt. Aufgrund der Einmaligkeit der Chance und einer Vielzahl weiterer Synergien erwartet der Standpunkt, dass Gemeinde und Planer trotzdem eine ernsthafte Prüfung unseres Vorschlages veranlassen werden. Dabei ist zu beachten, dass mit der vorgeschlagenen Lösung langfristige Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmer (Privatverkehr und öV) realisiert werden können und sich zusätzlich die Chance einer gestalterischen Aufwertung des Kuppenbereiches bietet. Dies umso mehr, als zwischenzeitlich bekannt wurde, dass im Bereich der bestehenden Gebäude weitere Verdichtungen und neue Nutzungen geplant sind und auch der Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz nicht klar ist. Die Planung und Koordination aller Interessen und Bedürfnisse sind sicher sehr aufwendig – an einer so prominenten und einmaligen Lage aber unabdingbar.

Die sich abzeichnenden (und bereits angekündigten) Einsprachen gegen die jetzt geplante Erschliessung werden das Bauvorhaben aber genauso verzögern, ja vielleicht gar verhindern. Das möchten wir vermeiden, denn auch mehrere Jahre Rechtsstreit bringen keine qualitativen Verbesserungen und durchdachte Lösungen – ein weiteres Jahr Planung aber durchaus.

Standpunkt Speicher

Damian Kaeser, Präsident