Klinik benötigt mehr Raum

In Gais hat der Quartierplan für die Erweiterung der Klinik aufgelegen. Einsprachen sind keine erfolgt. Geplant ist ein Ausbau auf der Nordseite des bestehenden Gebäudes.

Martin Hüsler
Merken
Drucken
Teilen
Der dreiflüglige Erweiterungsbau würde an die Nordseite der bestehenden Klinikbaute anschliessen. (Bild: hü)

Der dreiflüglige Erweiterungsbau würde an die Nordseite der bestehenden Klinikbaute anschliessen. (Bild: hü)

GAIS. Vorgesehen ist ein Neubau für die Kardiologie, der das bisherige Raumangebot der Klinik Gais ergänzen soll. Sie weist mit ihren derzeit 160 Betten, über die sie in der Allgemein-, in der Halbprivat- und in der Privatabteilung verfügt, heute eine Auslastung zwischen 95 und 98 Prozent aus. Diese doch allmählich an die Kapazitätsgrenze reichenden Zahlen sind aber nicht der primäre Grund für den Ausbau. Eigentlicher Auslöser für die Erweiterung ist gemäss Klinik-Direktor Georg Stoffels eine markante Veränderung im Patientengut aufgrund des demographischen Wandels. Früher kamen Menschen nach Gais, die nach der Rehabilitation meist wieder in den Arbeitsprozess einstiegen. «Im Kardiologiebereich ist diesbezüglich ein starker Wandel erfolgt, treten doch zunehmend Patientinnen und Patienten bei uns ein, die ein immer fortgeschritteneres Alter aufweisen. Die bestehenden Gebäude sind zu wenig auf deren spezifische Bedürfnisse ausgerichtet und können aufgrund der Statik auch nicht angepasst werden. Mit einem Neubau wollen wir den neuen Gegebenheiten – wenn wir beispielsweise an die Rollstuhlgängigkeit denken – Rechnung tragen», erklärt Georg Stoffels.

80 zusätzliche Betten

In der Beschreibung der Ausgangslage im aufgelegten Quartierplan sieht man die Aussagen des Direktors bezüglich der demographischen Veränderungen bestätigt. Es wird in den nächsten Jahren mit einer konstanten Zunahme solcher Patientinnen und Patienten gerechnet. Auch die Bereiche Psychosomatik und onkologische Rehabilitation sollen erweitert werden. «Bei einer Realisierung des Vorhabens würde die Zahl der Betten von heute 160 auf 240 zunehmen», heisst es in den Erläuterungen. Die Erweiterung hat logischerweise auch Auswirkungen auf der personellen Seite. Heute sind in der Klinik Gais 130 Vollzeitstellen besetzt. Nach dem Ausbau wären es deren 149. Das bedingt auch zusätzliche Büroräumlichkeiten. Der 24-Stunden-Betrieb bringe es freilich mit sich, dass immer nur ein Teil der Beschäftigten anwesend sei, wird die Sachlage in den Erläuterungen zum Quartierplan dargestellt.

Mit Rampe verbunden

Gemäss Projektvariante des St. Galler Architekturbüros Strittmatter Partner AG soll der Erweiterungsbau in einen Ost-, in einen Nord- und in einen Westflügel gegliedert und über eine Rampe mit dem bisherigen Bau verbunden werden. «Der Erweiterungsbau folgt den Fluchten des bestehenden Klinikbaus, gliedert sich also in den bestehenden Raster ein», heisst es im Beschrieb. Der fünfgeschossige Nordflügel wird 25 Meter hoch und überragt die bestehende Klinikbaute um ein Vollgeschoss, derweil der Ost- und der Westflügel eine Höhe von je 16 Metern aufweisen. Die geplante Erweiterung kommt auf einer Parzelle zu stehen, die grösstenteils zur Kurzone gehört und teils mit einer Quartierplanpflicht belegt ist. «Die öffentliche Auflage des Quartierplans auf der Gemeindekanzlei ist in diesen Tagen abgelaufen, ohne dass Einsprachen erfolgt wären», freut sich Georg Stoffels. Nun geht der Quartierplan zur Genehmigung an das kantonale Departement Bau und Umwelt respektive an den Regierungsrat. Ist die Genehmigung erfolgt, tritt er in Rechtskraft. Danach kommt es zur Baueingabe. «Wenn alles in unserem Sinne verläuft, rechnen wir mit dem Baubeginn im Herbst 2016. Die Eröffnung des Neubaus könnte dann 2018 erfolgen», sagt Stoffels.