Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Klimaschutz: Wer sein Eigenheim energetisch saniert, hat bald mehr Geld im Portemonnaie

Energiesparmassnahmen bei Gebäuden können den Ausstoss von Treibhausgasen erheblich verringern. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden unterstützt solche Vorhaben finanziell.
Karin Erni
Das Haus von Ruedi Lanker in Niederteufen ist ein gutes Beispiel für eine nachhaltige Sanierung.Bild: Karin Erni

Das Haus von Ruedi Lanker in Niederteufen ist ein gutes Beispiel für eine nachhaltige Sanierung.Bild: Karin Erni

Schweizweit werden 26 Prozent des CO2-Ausstosses durch Gebäude verursacht. «Häuser, die vor 1980 gebaut wurden und bei denen bisher keine energetische Verbesserung vorgenommen wurde, verbrauchen je nach Benutzerverhalten in der Regel drei- bis viermal so viel Energie für die Beheizung wie Bauten, die heutzutage erstellt werden», sagt Christian Bernhardsgrütter. Er ist Projektleiter beim Amt für Umwelt des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Dieses ist zuständig für den Vollzug der kantonalen Energievorschriften im Gebäudebereich.

Kanton unterstützt Bauherren

Nebst der Abkehr von fossilen Energieträgern können auch Energiesparmassnahmen bei Gebäuden den Ausstoss von Treibhausgasen erheblich verringern. In Ausserrhoden besteht keine Pflicht zur energetischen Sanierung von Altbauten. Einzig bei An- oder Umbauarbeiten sowie Erweiterungen muss die Gebäudehülle an den Stand der Technik angepasst werden. Dies bedeutet beispielsweise, dass Böden, Wände und Decken oder das Dach bei einem Umbauvorhaben gemäss dem gesetzlich vorgeschriebenen Minimum gedämmt werden müssen.

Wer bei einer Renovation über die vom Gesetz vorgeschriebenen Anforderungen hinausgeht, erhält eine finanzielle Unterstützung durch den Kanton. Die Gelder werden grösstenteils vom Bund in Form von Globalbeiträgen an die Kantone rückvergütet. Im Jahr 2019 wurden in Ausserrhoden bisher 77 Fördergesuche mit einer gesamten Fördersumme von über 920000 Franken ausschliesslich für Massnahmen im Zusammenhang mit der Gebäudehülle zugesichert.

Unabhängige Beratung empfiehlt sich

Pro Quadratmeter gedämmte Fläche kann gemäss Christian Bernhardsgrütter mit einem Beitrag von 50 Franken gerechnet werden, sofern alle Anforderungen erfüllt sind. Die Mindestfördersumme beträgt 3000 Franken. «Bei einer Gesamtsanierung von mindestens 90 Prozent aller Hauptflächen, erhalten Hausbesitzer einen zusätzlichen Bonus von 30 Franken pro Quadratmeter Dämmfläche.

Wenn bei einer umfassenden Gesamtsanierung das Minergie-Label angestrebt wird, sind die Fördergelder noch interessanter. Die Höhe des Förderbeitrags ist abhängig vom angestrebten Label, der Gebäudekategorie und der Energiebezugsfläche.» Das kantonale Förderprogramm Energie 2018–2020 enthält nicht weniger als 14 verschiedene Massnahmen.

Um in den Genuss der Gelder zu kommen, ist rechtzeitiges Planen nötig. Bernhardsgrütter empfiehlt, im Vorfeld der Sanierung eine unabhängige Energieberatung in Anspruch zu nehmen, um einen genauen Überblick zu erhalten. «Gut geeignet für eine Sanierungsberatung ist der Geak-Plus-Bericht. Auf der Website geak.ch findet man Experten in der Nähe.» Ab einer Unterstützungsleistung von 10'000 Franken ist die Erstellung eines solchen Berichts sogar Pflicht.

Der Beratungsbericht zeigt den energetischen Ist-Zustand eines Gebäudes auf und wo die grössten Energiesparpotenziale der Liegenschaft liegen. «Sofern nicht eine Gesamtsanierung vorgenommen werden kann, empfiehlt es sich, die Massnahmen sinnvoll zu etappieren», so Bernhardsgrütter. So sollten zum Beispiel Gebäudeteile, welche sich in einem schlechten baulichen Zustand befinden sowie Bauelemente mit grossem energetischen Potenzial oder solche, bei welchen eine Investition mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis verbunden ist, priorisiert werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, die einzelnen Massnahmen und Etappen sorgfältig aufeinander abzustimmen. Bernhardsgrütter erklärt:

«Wichtig ist, dass Fördergesuche immer vor Baubeginn eingereicht werden, ansonsten kann nicht auf das Gesuch eingetreten werden»

«Vom Zeitpunkt der Zusage an haben Hausbesitzer zwei Jahre Zeit, um ihr Vorhaben umzusetzen.»

Energiesparen lohnt sich mehrfach

Investitionen in Energieeffizienzmassnahmen lohnen sich für Hausbesitzer mehrfach. So können Investitionen für Massnahmen, welche zur rationellen Energieverwendung oder zur Nutzung erneuerbarer Energien beitragen, vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Nebst der Werterhaltung der Liegenschaft resultieren Einsparungen infolge tieferer Energiekosten. Eine Sanierung bringe auch eine Komfortsteigerung, sagt Bernhardsgrütter. «Ein Haus, in welchem keine Zuglufterscheinungen infolge undichter Fenster auftreten und bei welchem bei den Aussenbauteilen wie Fenster oder Aussenwänden raumseitig keine tiefen Oberflächentemperaturen spürbar sind, weist ein behaglicheres Wohnklima auf.»

Ein gut gedämmtes Gebäude soll nicht nur die Kälte im Winter, sondern auch die Wärme im Sommer abhalten. Die Sanierungstätigkeit habe zudem einen grossen volkswirtschaftlichen Nutzen, indem das einheimische Gewerbe von den Bauaufträgen profitiere, so der Fachmann weiter. «Pro Förderfranken investieren Hauseigentümer zwischen acht und zehn Franken vorwiegend in hiesige Unternehmen. Das heisst, die Wertschöpfung bleibt in der Region und geht nicht ins Ausland, wie das bei der Nutzung von fossilen Brennstoffen der Fall ist.

Sanieren und Bauen im Appenzellerland

In obenstehendem Bild ist das sanierte Bauernhaus von Ruedi Lanker aus Niederteufen zu sehen. Das Wohnhaus mit Baujahr 1725 wurde fachgerecht renoviert und der Stall durch einen Neubau aus einheimischem Holz ersetzt. Das vorbildliche Projekt wurde kürzlich im Magazin «Nachhaltig Bauen» vorgestellt. Das viele verwendete Holz reguliere Temperatur und Feuchtigkeit. Dadurch sei das Innenraumklima sehr angenehm, kühl im Sommer und wohlig warm im Winter. Interessantes Detail: Die Nordost- und ein Teil der Nordwestfassade wurden von den Hausbesitzern in Eigenregie mit Fichtenschindeln verkleidet.

Detaillierte Informationen zu den verschiedenen Fördermassnahmen findet man auf der kantonalen Website unter: www.energie.ar.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.