Kleiner Kanton – grosse Leistungen

Der Kanton Appenzell Innerrhoden ehrte am Samstagnachmittag in der Ziegelhütte erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler sowie Lehrabgänger mit einer Mindestnote 5,3 und erfolgreiche Teilnehmer an Berufswettbewerben. Auch ein musikalisches Nachwuchstrio erhielt eine Anerkennung.

Patrik Kobler
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appenzell. Im Beisein von Landammann Carlo Schmid und Grossratspräsidentin Vreni Kölbener ehrte der Kanton Appenzell Innerrhoden am Samstagnachmittag in der Ziegelhütte erfolgreiche Sportler, Lehrabgänger und Teilnehmer von Berufswettbewerben. Ausnahmsweise wurde an dieser Veranstaltung auch eine kulturelle Spitzenleistung geehrt. Das Hackbrettduo Christa Kölbener (Tochter von Vreni Kölbener) und Martin Fässler mit Daniel Fässler am Klavier hat kürzlich zum zweitenmal innerhalb eines Jahres an einem renommierten Folklorenachwuchs-Wettbewerb gewonnen.

Ihr Talent stellte das Trio auch am Samstagnachmittag unter Beweis. Für ihre wunderbaren Darbietungen ernteten sie vom Publikum grossen Applaus.

Königsweg ins Berufsleben

Ebenso eifrig wurden die übrigen Spitzenleistungen beklatscht. 29 Lehrabgänger erreichten eine Mindestnote von 5,3. Es handle sich dabei um wahre Könner, lobte Carlo Schmid in seiner Eröffnungsrede. Er warnte vor einer zunehmenden Akademisierung. Es brauche auch in Zukunft Berufsleute, die die Arbeit selber ausführen könnten.

Nicht nur solche, deren Fähigkeiten sich aufs Planen und Bewerten beschränke. Der duale Bildungsweg sei noch immer der Königsweg ins Berufsleben. Die Spitzennote 5,7 erreichte die Medizinische Praxisassistentin Julia Inauen aus Appenzell.

Auch zwei Berufs-SchweizerMeister galt es zu ehren: Koch Pascal Inauen und Massivholzschreiner Peter Enzler, er hat sich auch für die Weltmeisterschaften qualifiziert. Vielleicht wird er auf internationalem Parkett ebenso erfolgreich agieren wie Daniela Manser.

Die Innerrhoderin ist Mitglied der Schweizer Juniorenkoch-Nationalmannschaft und hat letzte Woche an der alle vier Jahre stattfindenden WM der Köche in Luxemburg mit ihrem Team zwei Goldmedaillen gewonnen. Als Teamleaderin habe sie gewichtigen Anteil am Erfolg, sagte Silvio Breitenmoser, Sekretär des Erziehungsdepartements. Daniela Manser konnte aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht persönlich an der Ehrung teilnehmen.

Ehrung für Breitensportler

Nach den Berufsleuten waren die erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler an der Reihe. Carlo Schmid sagte, die Ehrung sei explizit für Breitensportler gedacht. Für Leute, denen Sport wichtig, aber nicht das Wichtigste sei. Er warnte vor den negativen Aspekten des Sports: Vor dem Raubbau am Körper (Doping) und der einseitigen Talentförderung, die zulasten der schulischen Ausbildung gehe. Wenn es dann doch nicht an die Spitze reiche, stünden solche Leute ohne Auffangnetz da.

Unter den Ausgezeichneten befanden sich einige «Wiederholungstäter», aber auch neue Gesichter – beispielsweise die Mannschaft von MNK Croatia 97. Sie hat in der letzten Saison die Schweizer Futsalmeisterschaft gewonnen. Sie durfte ebenso wie alle anderen Geehrten eine Anerkennung von Carlo Schmid in Empfang nehmen.

Patrik Lenzi, Leiter des Sportamts, blickte derweil bereits voraus. Die zur Tradition gewordene Ehrung findet auch im kommenden Jahr wieder statt: Am Samstag, 3. Dezember.

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