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Klein sein schützt vor Brummschädel

Brosmete
Stephanie Sonderegger

Ich muss der Tatsache ins Auge blicken: Ich bin zu klein. Böse Zungen könnten behaupten, es läge an meinem Nachnamen. Denn Sonderegger könnte durchaus aus Appenzell Innerrhoden kommen. Doch falsch: Ich bin eine Rheintalerin, und meine Familie stammt aus Altstätten. Somit ist meine Körpergrösse nicht auf meine Herkunft und das ­gängige Klischee zurückzuführen. Es liegt wohl eher an den erblichen Bedingungen: Meine Mutter misst 1,56 Meter, meine Grossmutter schafft es auf knapp 1,46 Meter. Mit meinen 1,64 Meter bin ich dagegen zwar ein Riese, aber an die obersten Regale der Kühltheke im Migros komme ich dennoch nur mit Recken und Strecken.

Doch dabei bleibt es nicht. Beim Reisen macht sich mein Leben als Zwerg besonders bemerkbar: so zum Beispiel beim Verstauen des Handgepäcks in der oberen Ablage im Flieger. Mit etwas Kraft hineinschieben geht noch. Beim Rausziehen fällt mir der Koffer aber regelmässig auf den Kopf. Ähnlich sieht es aus in Bussen: Dort fehlen mir stets die letzten Zentimeter bis zu den Schlaufen. Im Hotel ist es nicht viel besser. Die Spiegel hängen meist so hoch, dass ich meine Gesichts­züge nur erahnen kann. Ja, meine Zehenspitzen sind auf Reisen dauernd in Aktion.

Und dennoch gibt es eine Ausnahme, wo das Kleinsein weder auffällt noch sonderlich stört: Asien. Bei Grossveranstaltungen sehe ich dort immer bis ganz nach vorne. In den kleinen Touristenbussen habe ich – anders als andere Asienreisende – noch Luft nach oben. Das ist ein grosser Vorteil – wie ich in Vietnam zu spüren bekam. Die Strassenverhältnisse sind dort nicht immer gut. In der Kombination mit einer nicht ganz idealen Fahrweise kann das zum Schüttelbecher­effekt führen. Das hatte in unserem Fall zur Folge, dass ein grösserer Herr beim Passieren eines Schlaglochs wortwörtlich durch die Decke ging. Sie haben richtig gelesen: Sein Kopf verpasste dem Dach eine fette Beule. Und das Dach wiederum sorgte bei ihm für einen ordentlichen Brummschädel. Da lobte ich mir doch zum ersten Mal das Zwergen­dasein!

Stephanie Sonderegger

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