Klavier-Fest in Gontner Gaststätten

Solospiel auf dem Klavier ist in der Volksmusik aus der Mode gekommen. Mit einem Ländler-Klavier-Fest ist diese Tradition am Freitagabend in Gonten wieder aufgeflammt. Organisiert wurde der Anlass vom Zentrum für Appenzellische Volksmusik.

Roger Fuchs
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GONTEN. Lüpfige Klänge dringen durch die offenen Türen der Gontner Gaststuben auf die Strasse hinaus. Vorgetragen wird das Repertoire nicht etwa von klassischen Ländlermusikbesetzungen, sondern von Solospielerinnen und -spielern am Klavier. Das Zentrum für Appenzellische Volksmusik liess am Freitagabend jene Zeiten auferstehen, als ganze Tanzabende alleine von einem Pianisten bestritten wurden. Gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Klavier ein weitverbreitetes Instrument. Heute ist das Klavier in den Gaststätten rückgängig.

Am Ländler-Klavier-Fest in Gonten wurde ein Mix aus konzertanter Volksmusik, Appenzeller Tänzen oder auch weltbekannten Schunkelliedern geboten. Der Herisauer Pianist Karl Fuchs stimmt beim Augenschein gerade zum Hit «Es gibt kein Bier auf Hawaii» an. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Gaststube des Restaurant Löwen wird kräftig mitgesungen. Eine Eigenkomposition namens «Gonten-Häxli» folgt kurz darauf. Insgesamt sind im Verlaufe des Abends an fünf Örtlichkeiten neun verschiedene Pianistinnen und Pianisten aufgetreten – die meisten von ihnen mit dem Rücken zum Publikum. Im Roothuus kam auch die Toggenburger Hausorgel von 1773 zum Einsatz.

Bei den Wirtsleuten herrschte ob des Anlasses grosse Zufriedenheit. Sylvia Gmünder vom Restaurant Bären hält jedoch fest, dass es sich bei etlichen Anwesenden um Stammgäste handle, die sowieso am Freitagabend bei ihnen eingekehrt wären. Dank des Anlasses habe man aber die «Löcher füllen können». Monika Wettmer von der «Krone» spricht schlicht und einfach von einem «freudigen Anlass». Im Publikum lauscht derweil auch Landammann Roland Inauen den Klavierklängen.

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