Ausserrhoder Bauernverband unterstützt die Kandidaturen von Caroni und Zuberbühler 

Der Ausserrhoder Bauernverband unterstützt beinahe einstimmig die Wiederwahl von Ständerat Andrea Caroni und Nationalrat David Zuberbühler.

Astrid Zysset
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Stellten sich den Fragen der Delegierten des Ausserrhoder Bauernverbandes: Reto Sonderegger, Jennifer Abderhalden, Ständerat Andrea Caroni und Nationalrat David Zuberbühler. Bild: Astrid Zysset

Stellten sich den Fragen der Delegierten des Ausserrhoder Bauernverbandes: Reto Sonderegger, Jennifer Abderhalden, Ständerat Andrea Caroni und Nationalrat David Zuberbühler. Bild: Astrid Zysset

Der Ausserrhoder Bauernverband unterstützt die Kandidaturen respektive Wiederwahlen von David Zuberbühler (SVP) in den Nationalrat wie auch diejenige von Andrea Caroni (FDP) in den Ständerat. Das beschlossen die 51 Stimmberechtigten an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vergangenen Donnerstagabend im Hotel Krone in Gais. Fast einstimmig fiel der Entscheid. Auf Nationalratskandidatin Jennifer Abderhalden (FDP) entfiel gerade einmal eine Stimme. Genau gleich wenig Zuspruch erhielt Ständeratskandidat Reto Sonderegger (SVP).

Abderhalden wurde gefragt, was denn Zuberbühler falsch gemacht habe, dass sie sich gezwungen sehe, ihm seinen Sitz streitig zu machen. Die 41-Jährige betonte, dass sie antrete, um der Bevölkerung eine Auswahl zu bieten. Zudem möchte sie sich für sozial- und klimapolitische Themen einsetzen. Auch die Kandidatur Sondereggers wurde kritisch beäugt. Mit viel Vorwissen zu politischen Themen konnte er nicht auftrumpfen. Ein Delegierter umschrieb die Ambition Sondereggers mit den Worten von «Null in den Ständerat».Und dies entgegen des Willens der Ausserrhoder SVP, die Caroni unterstützt. Scheinbar zuviel Alleingang. Der Bauernverband machte keine Hehl aus seiner ablehnenden Haltung gegenüber Sondereggers Kandidatur . 

Ähnliche Meinungen bei den Kandidierenden

Vorherrschendes Thema an der Podiumsdiskussion war die Agrarreform 2022. Gemäss Bauernverbandspräsident Beat Brunner ein Bericht, der «Sorgen bereitet». So sollen etwa die Bildungsanforderungen angehoben werden. Caroni sprach von einer «Verakademisierung», die es nicht brauche. An der Tendenz, das Bildungsniveau generell anzuheben, nervt sich auch Zuberbühler, wie er offen einräumte. Allerdings betonen beide, dass die Agrarreform Stabilität mit sich bringe, da sie bis auf wenige Korrekturen die laufende Agrarpolitik weiterführt.

Worin Einigkeit unter allen Kandidierenden herrschte, war, dass der administrative Aufwand, den die Bauern leisten müssen, abgebaut werden sollte. Und wie steht’s mit dem Sozialversicherungsschutz für Ehepartner? Ist dieser vonnöten? Abderhalden sagte Ja. Sonderegger lehnte ihn ab. Eine solche Regelung würde in seinen Augen zuviel Bürokratie beinhalten.

Die Pestizidverbots- und Trinkwasser-Initiativen, welche beide mehr Ökologie in der Landwirtschaft zum Ziel haben, würde er indes nicht sofort ablehnen. «Allerdings lasse ich mich gerne eines Besseren belehren», fügte er an. Abderhalden brachte ihre ablehnende Haltung klar zum Ausdruck. Es sei zwar wichtig, dass die Thematik Pestizidverbot aufgegriffen werde, doch man solle einen anderen Lösungsansatz wählen. Anreize schaffen, wäre der bessere Weg, als Verbote auszusprechen, ist sich die Nationalratskandidatin sicher. Zuberbühler wie auch Caroni finden die beiden Initiativen zu radikal. Caroni sprach gar von «fatalen Auswirkungen», welche eine Annahme hätte. «Die Bauern hätten aufgrund des Schädlingsbefalls extreme Einbussen hinzunehmen. Auch die Stallhygiene wäre nicht mehr auf demselben Standard wie bislang.» Zuberbühler nannte als mögliche Folge eine massive Verteuerung, die Einzug halten würde. Zudem würde es die verarbeitende Industrie hart treffen.

Die Parlamentswahlen finden am 20. Oktober statt.