Klassiker der Rockmusik in der Kirche Oberegg

OBEREGG. Das gab es schon lange nicht mehr: Offenbar war sich das Publikum am vergangenen Sonntag in der Kirche Oberegg in der Einschätzung des Dargebotenen einig. Die drei Berufsmusiker erhielten nach fünf Viertelstunden eifrigen Musizierens tosenden Applaus.

Rolf Rechsteiner
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OBEREGG. Das gab es schon lange nicht mehr: Offenbar war sich das Publikum am vergangenen Sonntag in der Kirche Oberegg in der Einschätzung des Dargebotenen einig. Die drei Berufsmusiker erhielten nach fünf Viertelstunden eifrigen Musizierens tosenden Applaus. Das Konzert zum Maien ist jeweils ganz auf Frühling eingestellt: beschwingt und kunstvoll. Tim Haas, Präsident des Vereins Konzerte in der Kirche, erklärte, er habe seit Bestehen des Vereins davon geträumt, einmal die Verschmelzung von Rock und Klassik erleben zu dürfen – mit der Kuhn-Orgel als Mittelpunkt.

Drei Profis am Werk

Franz Pfab schien für dieses Vorhaben die Idealbesetzung zu sein. Er ist Besitzer einer grossen Hammondorgel, die aus der Rockszene der 1970er-Jahre nicht wegzudenken war. Entsprechend fein austariert war seine Registratur, die schillernde Klangfarben produzierte, zu denen seine Mitstreiter nach Herzenslust «rocken» konnten. Es war schon lustig anzusehen, wie der Cellist mit dem Kopf wippte, als hätte er einen E-Bass in den Händen, während Töbi Tobler in bewährter Manier seinen Ruten schwang und den Resonanzkasten des Hackbretts gleich mit in sein lustvolles Tun einbaute.

Von Bach bis Deep Purple

Das Programm setzte an beim «Boléro» von Maurice Ravel. Auch die «Toccata in d-Moll» (BMV 565) bildete einen Angelpunkt. Rundum siedelten die Musiker eine Reihe von Ohrwürmern aus den Jahren 1967 bis 1972 an. Erwähnt seien etwa «I have a Dream» von Abba oder «Light my Fire» von The Doors mit herrlich hüpfendem Hackbrett (oder war es Töbi, der hüpfte) und synkopisch schillerndem Orgelsatz. Bei alldem wurde auch noch Appenzellisches zitiert. Mehrmals setzte Töbi Tobler an zu einem kurzen Hackbrettstück mit Singstimme, das man bei genauem Hinhören als etwas Vertrautes wahrnahm.

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