Schule
Klassenkreise, altersdurchmischte Ateliers und Stärkung der Musik: Herisau plant Modernisierung des Zyklus 2

Rund 600 Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klassen sollen künftig vom Schulentwicklungsprojekt "Herisauer Ramen" profitieren. Im Zentrum stehen das vernetzte Lernen und mehr Flexibilität für Lehrpersonen und Lernende.

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Künftig sollen die 3. bis 6. Klassen in Herisau, unter anderem im Schulhaus Müli, nach dem «Herisauer Rahmen» unterrichtet werden. Der Einwohnerrat entscheidet am 22. September über das Geschäft.

Künftig sollen die 3. bis 6. Klassen in Herisau, unter anderem im Schulhaus Müli, nach dem «Herisauer Rahmen» unterrichtet werden. Der Einwohnerrat entscheidet am 22. September über das Geschäft.

Bild: Archiv

Die einzelnen Bestandteile des «Herisauer Rahmens» wurden in verschiedenen Schuleinheiten getestet. Im Zentrum steht das vernetzte Lernen. Dieses wird beispielsweise in den klassenübergreifenden Ateliers, wo Schülerinnen und Schüler aus der 3. bis 6. Klasse gemeinsam lernen umgesetzt. Die Themenwahl für die Ateliers unterliegt der Verantwortung der Lehrpersonen. In der Probephase wurden beispielsweise Ateliers zu den Themen «Abenteuer Wald», «Haut und Hautpflege», «Billard für Anfänger», «Code 14 - Programmieren mit iPad und Co» durchgeführt.

Zusätzlich zu den Ateliers, in denen fachübergreifend gelernt wird, sollen Inputlektionen Platz im Stundenplan finden. Diese werden in Herisau bereits in der Oberstufe angewendet. «Nach den Erklärungen der Lehrpersonen erhalten die Kinder die Möglichkeit, sich ihr Wissen selbst zu erweitern und es anschliessend zu vertiefen. Die Lehrpersonen haben hingegen, während die Kinder selbstständig lernen, die Möglichkeit, sich um einzelne Lernende zu kümmern», erklärt Irene Hagmann, zuständige Gemeinderätin für das Ressort Schule.

Klassenkreis zum Tagesbeginn

Ein weiteres Instrument ist der Klassenkreis. Michael Häberli, Schul- und Abteilungsleiter in Herisau sagt dazu: «Wir können so gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern in den Tag starten. Er bietet auch Raum, über das zu sprechen, was uns erwartet oder bewegt.» Gemeinsam mit der Steuergruppe, der Projektgruppe und der Begleitgruppe, wurde das Projekt seit 2018 entwickelt. In anderen Gemeinden habe man Schuleinheiten besucht, und das was sich in Herisau gut umsetzen lässt und nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen Sinn mache, übernommen. Häberli erklärt:

«Das Ziel ist es, Bewährtes zu stärken und mit Neuem zu ergänzen.»

So solle beispielsweise der Musikunterricht weiter ausgebaut werden. Bereits heute sei dieser auf einem akzeptablen Stand. «Die Vielfalt soll jedoch weiter gesteigert werden», erklärt Häberli. Hagmann ergänzt, dass Musik auch für die soziale Entwicklung der Lernenden wichtig sei: «Beim gemeinsamen Musizieren muss man aufeinander hören und sich anpassen. Die gemeinsame musikalische Betätigung trägt ausserdem zum Gemeinschaftsgefühl bei.»

Die Umsetzung des neuen Konzepts ist in den Schuleinheiten Müli und Ifang bereits gestartet. Finanziert wird sie aktuell durch Finanzen aus dem Pilotprojekt. Das Ziel sei es nun, dass pro Schuljahr zwei weitere Schuleinheiten hinzu kommen, bis 2025 alle Schuleinheiten nach dem neuen Konzept arbeiten. Die Rückmeldungen von Eltern, Schülerinnen und Schülern, aber auch von Lehrpersonen aus den Pilotschuleinheiten seien positiv gewesen. «Es gab aber auch Kritikpunkte, welche wir bei der endgültigen Ausarbeitung des Projekts berücksichtigt haben», so Hagmann.

Mehrkosten müssen von Einwohnerrat genehmigt werden

Weil die Einführung des «Herisauer Rahmens» wiederkehrende Mehrkosten mit sich bringt, entscheidet am 22. September der Einwohnerrat über das Geschäft. Die Mehrkosten bewegen sich in den Jahren 2022 bis 2025 zwischen 37'000 und 82'000 Franken. Ab 2026 ist mit jährlich wiederkehrenden Mehrkosten von gut 76'000 Franken im Vergleich zu den heutigen Kosten im Zyklus 2 zu rechnen. Dies entspricht knapp 0,4 Prozent des Gesamtbudgets der Schule Herisau. Ursprünglich wurde auch die Einführung eines Waldkindergartens als Legislaturziel festgelegt. «Wir mussten aus finanziellen Gründen unsere Kräfte, auch im Bereich Projektentwicklung in der Schule, bündeln und haben diese Projekt deshalb vorerst auf Eis gelegt», erklärt Hagmann.

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