Klares Ja zur neuen Migros

Mit einem hohen Ja-Stimmenanteil heisst die Herisauer Bevölkerung die Planungsgrundlagen für eine neue Migros im Zentrum gut. Der Heimatschutz wird keine Einsprache machen.

Roger Fuchs
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Ein Modell der geplanten Migros im Zentrum von Herisau. Vorgesehen ist eine Mischnutzung mit Gewerbe, Gastronomie, Detailhandel und Wohnen. (Bild: pd)

Ein Modell der geplanten Migros im Zentrum von Herisau. Vorgesehen ist eine Mischnutzung mit Gewerbe, Gastronomie, Detailhandel und Wohnen. (Bild: pd)

HERISAU. Der Herisauer Gemeindepräsident Renzo Andreani zeigt sich gestern kurz nach dem Mittag in Champagnerlaune. Und als er während des Telefons mit dem Journalisten auch gleich noch erfährt, dass der Heimatschutz den Volksentscheid akzeptieren wird, meint er: «Jetzt kann ich die Flasche definitiv öffnen.» Er könne sich nicht daran erinnern, dass schon einmal eine Sachvorlage mit einem Ja-Stimmenanteil von 84,3 Prozent angenommen worden sei. In absoluten Zahlen ausgedrückt: 3715 Bürgerinnen und Bürger heissen die Planungsgrundlagen für die neue Migros im Zentrum gut, 690 stimmen dagegen. Die Stimmbeteiligung beträgt knapp 43 Prozent.

Gewinner und Verlierer

«Die Migros gehört zu Herisau», sagt Renzo Andreani weiter. Die Bevölkerung habe erkannt, dass es für die Zukunft einen zeitgemässen Ausbau brauche, um auch weiterhin von einem angemessenen Angebot des Grossverteilers profitieren zu können. Mit der Zustimmung zu den Planungsgrundlagen sagt das Volk auch Ja zum Verschwinden des geschützten Brühlhofs und Mammutbaums. Isoliert betrachtet, sei es sicher schade darum, so Andreani, doch in einem Gesamtkontext gesehen, mache der Abbruch Sinn. Der Ausserrhoder Heimatschutz hingegen nimmt mit Bedauern vom Resultat Kenntnis. «Wir werden den Volksentscheid aber akzeptieren und keine Einsprache erheben», sagt Heimatschutz-Obfrau Eva Louis. «Doch Herisau wird nun ein weiteres geschütztes Objekt verlieren.» Der Heimatschutz werde sich weiterhin für eine nachhaltige Raumplanung und Gestaltung engagieren. Und von den Herisauer Behörden werde, wie schon oft gefordert, eine aktuelle Studie zur Zentrumsentwicklung erwartet. Diese soll dem Dorf und seinen Strukturen dienen und die Qualitäten der Bebauung erhalten.

Aufatmen bei der Migros

Erleichterung zeigt sich auch bei der Migros. Das Resultat sei nicht überraschend, aber eine schöne Bestätigung, sagt Peter Diethelm, Geschäftsführer der Migros Ostschweiz. Er wertet das Ja zu den Planungsgrundlagen auch als ein Ja zum Bauprojekt, wie es auf Visualisierungen schon mehrfach zu sehen war.

Im Januar sollen die Änderung des Zonenplans Nutzung und die Änderung des Zonenplans Schutz dem Regierungsrat sowie der Gestaltungsplan dem Departement Bau und Umwelt zur Genehmigung weitergeleitet werden. Gleichzeitig werden die Einspracheentscheide eröffnet. Die beiden geänderten Zonenpläne Nutzung und Schutz bilden dann die Grundlage für das nachfolgende Baugesuchsverfahren.