Klare Niederlage – trotz aller Kampfeslust

Volley Toggenburg hat am Samstag gegen FC Luzern eines seiner schönsten Spiele gezeigt. Und doch sind aus dem letzten Spiel der Qualifikationsrunde keine Punkte und gewonnenen Sätze hervorgegangen. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt. Der nächste Gegner ist der TS Volley Düdingen.

Drucken
Teilen
Der Einsatz bei den Toggenburger Volleyballerinnen stimmt, doch der erhoffte Erfolg bleibt bisher aus. (Bild: pd)

Der Einsatz bei den Toggenburger Volleyballerinnen stimmt, doch der erhoffte Erfolg bleibt bisher aus. (Bild: pd)

VOLLEYBALL. Es war eine Partie, die deutlich machte, wie ebenbürtig sich die Toggenburgerinnen und die Luzernerinnen sind. Zwei oder drei Bälle, die pro Satz anders verlaufen wären – und das Resultat hätte anders ausgesehen. Jeder Ball, der nicht präzise landete, wo er sollte, jeder verschenkte Service im Netz, jede Annahme, die nicht gelang: Alles wirkte sich in der Begegnung vom Samstag aus. Und dabei ging es für beide Teams um nichts mehr, stand der Einzug in die Playouts schon fest und hätte Volley Toggenburg mit einem Drei-Punkte-Sieg Luzern in der Tabelle nicht überholen können. Aber Volley Toggenburg wollte diese letzte, unbedeutende Begegnung in der Qualifikationsrunde nicht einfach vorbei haben. Es wollte einen schönen Schlusspunkt im Heimspiel setzen. Und der FC Luzern? Der wollte an die Leistung in der letzten Direktbegegnung von 2014 knüpfen, als der Gastgeber – zwar knapp, aber dennoch – 3:0 gewonnen hatte. Und nun sollte es für Volley Toggenburg noch schwieriger werden.

Routiniers bei Luzern

Zu Beginn des Jahres hat sich FC Luzern mit der Brasilianerin Sylvia Regina Campos Camarinha verstärkt. Die 24jährige, 182 cm grosse Diagonalspielerin hatte zuletzt in der höchsten Liga ihrer Heimat gespielt. Nun soll sie bei den Zentralschweizerinnen für den Ligaerhalt sorgen. Obschon noch frisch im Team, zeigte die vierte Ausländerin im Team von Trainer Denis Milanez eine starke Leistung. Zusammen mit der routinierten Ungarin Nathalie Dambendzet, die sich von einer Grippe erholt hat, sowie der Topskorerin Linda Kronenberg hatte sie die Angriffsposition fest im Griff. Das Netz sicherten die Mittespielerinnen um die Schwedin Anna Andersen, welche ihre Services von rund drei Metern hinter der Spielfeldlinie spielt.

Volley Toggenburg hatte einen Plan gegen diesen Block: Mehrmals in Folge gelang im speziellen Nina Lutz ein schneller, kurzer Angriff über die Finger der blockenden Gegnerinnen hinweg, den selbst die blitzschnelle Libera des FC Luzern, Jasmin Bieri, nicht zu fassen kriegte.

Keine Geschenke

Es war eines der schönsten Spiele der Toggenburgerinnen, das dem Heimpublikum geboten wurde. Nicht nur konnte der Gastgeber den sich absetzenden Gegner immer wieder aufholen, auch legte Volley Toggenburg im zweiten Satz mit 8:3 vor. Die Stimmung in der Halle war gut und motivierend, zu spüren waren Spielfreude und Teamgeist. Volley Toggenburg zeigte sich auch dann cool, wenn Luzern eine Aufholjagd gelang, und liess selbst nach dem verlorenen ersten Satz, als plötzlich kurzzeitig nichts mehr klappen wollte, den Kopf nicht hängen. Im zweiten Satz unterstreichen gleich zwei extrem lange Bälle – schön gespielt und spektakulär gerettet –, dass auf beiden Seiten gekämpft und sich rein gar nichts geschenkt wird.

Doch wie erwähnt: Es brauchte nur zwei oder drei Bälle, die ein bisschen besser hätten ausfallen dürfen. Von diesen profitierte Luzern mit einem 25:23 im umkämpften zweiten Satz und mit einem 25:20 im dritten und letzten Satz, als Volley Toggenburg brillant aufholte, wo doch die Hoffnung schon fast erloschen war.

Düdingen heisst der Gegner

Die einen trugen es mit Fassung, andere waren enttäuscht. Wenigstens ein Satzgewinn wäre verdient gewesen. Nun bleiben den Toggenburgerinnen zehn Tage, um sich zu erholen und ein Team aufzubauen, welches in den Playouts wiederholen kann, was in der letzten Begegnung gezeigt wurde. Voraussichtlich am 18. Februar geht es los. Dann gegen TS Volley Düdingen, welches mit etwas Pech und äusserst knapp an den Playoffs vorbeigeschrammt ist. Einen Drei-Punkte-Sieg gegen Köniz hätte man gebraucht, um Schaffhausen in der Tabelle zu überholen. Doch es schaute eine 2:3-Niederlage heraus. Und so sehen die Playouts ähnlich aus wie im Vorjahr: Düdingen, Cheseaux, Luzern und Volley Toggenburg wollen den direkten Ligaerhalt. (pd)

Matchprotokoll: Volley Toggenburg – FC Luzern 0:3 (17:25, 23:25, 20:25) Spieldauer: 73 Minuten (23, 27, 23) Publikum: 100 Zuschauer Schiedsrichter: Matthias Becker, Erwin Bärtsch Volley Toggenburg: Sabina Kleger, Miriam Reiser, Marina Schneider, Leslie Betz, Stephanie Zielinski, Nina Lutz, Patricia Humbel, Anja Lutz, Nora Terinieri, Melanie Brogli. FC Luzern: S. Campos Camarinha, A. Aebli, J. Bieri, M. Blazevic, L. Bertolacci, A. Andersen, G. Schottroff, N. Dambendzet, L. Kronenberg, L. Bisang

Aktuelle Nachrichten