KLANGWELT: Zeitreise vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Als Dank für die Treue zum Förderverein wurden die Mitglieder sowie weitere Musikfreunde zu einem Konzert mit Organistin Heidi Bollhalder und dem Chor Cantacanti eingeladen.

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Der Jugendchor Cantacanti, Leitung David Müller, in der reformierten Kirche Alt St. Johann. (Bild: Adi Lippuner)

Der Jugendchor Cantacanti, Leitung David Müller, in der reformierten Kirche Alt St. Johann. (Bild: Adi Lippuner)

Kurz vor Konzertbeginn am Mittwochabend war die reformierte Kirche in Alt St. Johann fast bis auf den letzten Platz besetzt. Es herrschte erwartungsvolle Stimmung, war doch eine musikalische Zeitreise vom Mittelalter bis zur Gegenwart angekündigt. Philipp Kamm, Vorstandsmitglied des Fördervereins Klangwelt, begrüsste die Konzertbesucher mit den Worten: «Es ist ein lieb gewordener Brauch, dass wir alle zwei Jahre am Abend vor dem Auffahrtstag ein Konzert veranstalten.» Dabei werde das Prinzip des Naturstimmenfestivals, Chor und instrumentale Darbietungen zu kombinieren, aufgenommen.

Der Jugendchor Cantacanti der Kantonsschule Wattwil steht seit August 2014 unter der Leitung von David Müller. Mit dem musikalischen Repertoire von der Renaissance bis heute wird die ganze Welt umspannt und mit Jazzstandards, Popsongs und Musicals bereichert. Damit hält der Chor die Tradition, welche Max Aeberli begründete, aufrecht. Auch Chorreisen durch ganz Europa und die Teilnahme an Wettbewerben ermöglichen den Jugendlichen den Austausch und Einblicke in Gesangstraditionen anderer Länder.

Vertrautes Umfeld für die Organistin

Sozusagen ein Heimspiel hatte die Organistin Heidi Bollhalder. Aufgewachsen in Unterwasser, bildete die Orgel in der reformierten Kirche Alt St. Johann die Grundlage für ihre spätere Karriere. Nach ihrem Studium von Orgel und Chorleitung an der Hochschule in Luzern, ihrem Master of Arts in Musikpädagogik und dem Master of Arts in Performance an der Zürcher Hochschule der Künste mit Hauptfach Orgel ist sie seit Februar 2010 Hauptorganistin und Chorleiterin an der reformierten Kirche Wattwil und unterrichtet an der Musikschule Toggenburg. Die Konzertbesucher kamen in den Genuss eines Gregorianischen Glorias, wobei der Chor auf der Empore sang.

Bei «O che bon eccho» standen die Jugendlichen vorne in der Kirche, und wie der Titel versprach, bildeten einige Sängerinnen das Echo auf der Empore. Ob begleitet von der Orgel, a cappella gesungen, als Kleinchor oder der Gesamtchor, von Heidi Bollhalder am Klavier begleitet, die Jugendlichen überzeugten mit Präzision, Harmonie und grosser Singfreude.

Faszinierendes «Cat’s meow»

Wer anders als der Jugendchor Cantacanti kann ein so melodiöses «Miau» in allen Tonlagen präsentieren. «Cat’s meow» zauberte nicht nur den Sängerinnen und Sängern, sondern auch den Zuhörenden ein Lächeln auf die Lippen und wurde mit quittiert. Auch das romanische Schlaflied von Gion Antoni Derungs, gesungen a cappella, und die eingängigen Volkslieder «Luegit vo Bärg und Tal» sowie «S’Tubäcklerlied», um nur einige Titel zu nennen, begeisterten. Wie virtuos Heidi Bollhalder auf «der Königin der Instrumente», der Orgel, spielt, bewies sie mit der Sonate Nr. 1 in c-Moll, dem Präludium und Andante von Joseph Rheinberger. Ob raumfüllender Klang oder ganz zart, die Klänge gingen direkt ins Herz. Auch die «Tanz-Variationen» des unvergesslichen Organisten Hannes Meyer wurden von Heidi Bollhalder mit Präzision und Spielfreude interpretiert.

Adi Lippuner

redaktion@toggenburgmedien.ch

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