Klang-Geographie in Hemberg

Diesen Sonntag spielte das Orchester La Banda Antix in der reformierten Kirche Hemberg und nahm die Konzertbesucher mit auf eine musikalische Reise nicht nur durch Epochen, sondern auch durch Länder.

Esther Meier
Drucken
Teilen
Musik aus mehreren Epochen und Ländern bot La Banda Antix – hier gerade den Applaus des Publikums geniessend (Igor Karsko, erster von links) – sonntags in Hemberg. (Bild: Esther Meier)

Musik aus mehreren Epochen und Ländern bot La Banda Antix – hier gerade den Applaus des Publikums geniessend (Igor Karsko, erster von links) – sonntags in Hemberg. (Bild: Esther Meier)

Hemberg. Vor fünf Jahren formierte sich La Banda Antix und hat sich in der Zwischenzeit als hochkarätiges Kammerorchester profiliert. Das Ensemble setzt sich aus Mitgliedern des Luzerner Sinfonie-Orchesters zusammen und wird von Dirigent und Violinist Igor Karsko geleitet.

Ein Markenzeichen des Orchesters ist sein breit gefächertes Repertoire. Stücke von Altmeister Bach haben ebenso Platz im Programm wie diejenigen zeitgenössischer Komponisten.

«Das X in Antix soll Offenheit und Moderne symbolisieren und für das Unbekannte und Neue stehen», sagt Igor Karsko. Vielfalt war denn auch das zentrale Motiv bei der Zusammenstellung des Programms für das Hemberger Konzert vom Sonntag.

Komponisten verschiedener Jahrhunderte und Regionen kamen zum Zug – auch Komponisten, die zu den eher unbekannten ihrer Berufsgattung zählen mögen.

Italien, Wallis und um die Welt

Auftakt bildete das Stück «Capriccio Stravagante» von Carlo Farina, einem italienischen Komponisten aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ein gelungener Kontrast zum barocken Einstieg stellte «Berceuse» dar, aus der Feder des Walliser Komponisten Renato Pacozzis. Dem 1993 verstorbenen Musiker zu Ehren hat das Orchester bereits am Samstag, 2. Oktober, in Brig eine Auswahl seiner Stücke vorgetragen.

Mit «Serenade op. 22» von Edward W. Elgar (1857–1934) und «Two Insect Pieces» von Benjamin Britten (1913–1976) folgten zwei ebenfalls modernere Werke. Nach dem zeitgenössischen Mittelteil, schloss sich der Kreis und das Programm endete mit Klängen vergangener Jahrhunderte. Von Georg Phillip Telemann (1681–1767) trug das Orchester als erstes «Die Relinge» vor.

Dessen Solopartien übernahm die Violinistin Christina Gallati, Igor Karsko ergänzte die teilweise duettartigen Passagen. Als Grande Finale boten die 13 Ensemble-Mitglieder den Zuhörern eine musikalische Reise um die Welt, mit Ausschnitten aus «Die wohlklingenden Geographie» von Telemann.

Aus Freude an der Musik

David Sourlier, Mit-Organisator der «Konzerte auf dem Hemberg», bemerkte in seiner Begrüssungsrede: «Die Mitglieder des Orchesters sind zwar Berufsmusiker, doch sie spielen hier aus Freude.

» Diese Freude an der Musik vermochten sie auch auf die Konzertbesucher zu übertragen. Von der erstklassigen Darbietung bezaubert, applaudierte das Publikum begeistert und belohnte die Musiker mit einer Standing Ovation.

Obwohl Igor Karsko zuvor angekündigt hatte, nach der «Türkei» aus «der klingenden Geographie» sei Schluss, kamen die Zuhörer in den Genuss einer kleinen musikalischen Zugabe. Eiligst wurden danach Notenständer und Instrumente verstaut und reisefertig gemacht.

Da La Banda Antix bereits um 19.30 Uhr ein weiteres Konzert in Rehetobel hatte, blieb ihnen wenig Zeit zum Verweilen.

Aktuelle Nachrichten