Kita Wirbelwind unter Druck

Den Kindertagesstätten im Appenzellerland geht es besser oder schlechter, je nachdem, in welchen Gemeinden sie stehen. Der Kita Wirbelwind Appenzeller Vorderland geht es weniger gut. Sie ist einmal mehr am Kämpfen.

Monika Egli
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Auch wenn man es miteinander gut hat: Die Probleme für Präsidentin Anne Zesiger Hotz und Gemeinderätin Susann Metzger sind gross. (Bild: eg)

Auch wenn man es miteinander gut hat: Die Probleme für Präsidentin Anne Zesiger Hotz und Gemeinderätin Susann Metzger sind gross. (Bild: eg)

VORDERLAND. «Wir sind finanziell am Anschlag», «Seit sieben Jahren wursteln sich die Vorstandsmitglieder selber durch einen administrativen Dschungel, weil kantonale Richtlinien fehlen»: Das stand im November 2011 in der Appenzeller Zeitung und bezog sich auf die Kita Wirbelwind. Diese Kindertagesstätte für das Appenzeller Vorderland steht heute wieder vor finanziellen Problemen: Die Bundessubventionen wurden gestoppt, die Gemeinde Thal hat die Leistungsvereinbarung gekündigt, weil sie selber eine Kita eröffnen will, und eben treten viele Kinder in den Kindergarten oder die Schule über; die Auslastung sinkt deshalb und wird sich erst Anfang 2015 wieder erholen. Das hat zur Folge, dass die Mitarbeitenden – einmal mehr – keine Gratifikation für 2013 erhalten. Die Vorstandsmitglieder arbeiten wie schon seit zehn Jahren weiterhin mit einer bescheidenen Spesenentschädigung, der Personalbestand muss um 10 Prozent gesenkt werden und Eltern wie Mitgliedgemeinden müssen tiefer in die Taschen greifen.

Drei von acht sind nicht dabei

Anne Zesiger Hotz aus Rehetobel ist Gründungsmitglied und Vorstandspräsidentin, Susann Metzger hat als Heidler Gemeinderätin Einsitz im Kita-Vorstand. Letztere erklärt, dass sich die Betreuungskosten für Personen aus den Mitgliedgemeinden nach dem Einkommen der Eltern richten; die Differenz zum Tagessatz von neu 105 Franken wird von der Wohngemeinde aufgestockt. Anders sieht es aus, wenn eine Gemeinde nicht Mitglied ist: Dann bleibt der ganze Tagessatz an den Eltern hängen. Mitgliedgemeinden sind Heiden, Wolfhalden, Lutzenberg, Grub und Reute, Nichtmitglieder sind Rehetobel, Wald und Walzenhausen. Allerdings laufen in diesen drei Vorderländer Gemeinden sowie in Oberegg und Eggersriet Verhandlungen, und Susann Metzger ist guten Mutes, auch mit ihnen Leistungsvereinbarungen abschliessen zu können. Diesem Optimismus kann sich Anne Zesiger Hotz nicht uneingeschränkt anschliessen, zu oft schon haben sie und ihre Vorstandsmitglieder dasselbe versucht. Sie scheiterten aber stets an Argumenten wie «kein Geld» oder «eine Kita ist nicht nötig». Anders als andernorts im Kanton erhält die Kita Wirbelwind weder eine Defizitgarantie noch Unterstützung, beispielsweise indem sie ihre Räume mietfrei benützen könnte.

Keine Zeit für Strategien

Was drei Frauen vor zehn Jahren mit viel Idealismus angefangen haben, hat sich stetig vergrössert – der Verein Kita Wirbelwind ist zu einem KMU mit vier Lehrlingen und drei Praktikanten geworden; Daneben werden in Heiden und Wolfhalden 500 Stellenprozente abgedeckt. «Wir Vorstandsmitglieder mussten uns jahrelang stark auf der operativen Ebene engagieren», wie Anne Zesiger sagt, «wir haben uns immer selber durchkämpfen müssen.» Zeit, sich strategische Überlegungen und den Verein als KMU fit zu machen, blieb nicht. Susann Metzger sagt: «Deshalb hat man es verpasst, die Kosten anzupassen und die Strukturen zu optimieren.» Mit den beschriebenen Massnahmen, aber auch mit einem Gönnerkonzept nimmt man jetzt einen weiteren Anlauf.

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