Kirchgemeinde sucht den Weg in die Zukunft

WALDSTATT. Die reformierte Kirchgemeinde Waldstatt steht vor zahlreichen Fragen: Pfarrvakanz? Pfarrhaus-Verkauf? Fusion? Jetzt soll das Volk sagen, welcher Weg zu gehen ist. Dazu wird ein Zukunftsprozess lanciert.

Roger Fuchs
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Co-Präsidium der Kirchenvorsteherschaft Waldstatt: Hilde Huber und Köbi Pfändler. Sie wollen einen Zukunftsprozess aufgleisen. (Bild: rf)

Co-Präsidium der Kirchenvorsteherschaft Waldstatt: Hilde Huber und Köbi Pfändler. Sie wollen einen Zukunftsprozess aufgleisen. (Bild: rf)

Die Gläubigen sollen darin zum Ausdruck bringen, wo sie ihre Kirchgemeinde in zehn oder zwanzig Jahren sehen.

Kredit muss gesprochen werden

Um den Zukunftsprozess finanzieren zu können, wird den Kirchbürgerinnen und -bürgern an der Budgetversammlung vom 21. November ein Kreditantrag in der Höhe von 35 000 Franken vorgelegt. Dieser Betrag basiert gemäss Pfarrer Johannes Stäubli auf der Hoffnung, dass sich um die 100 Personen am Prozess beteiligen werden. Um diesen nicht komplett alleine tragen zu müssen, will die Kirchgemeinde Waldstatt zuhanden der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell einen Antrag zur Mitfinanzierung stellen.

Gründe, um die Zukunft der Kirchgemeinde breit abgestützt aufzugleisen, gibt es mehrere. Wie Hilde Huber und Köbi Pfändler, die zusammen die Kirchenvorsteherschaft präsidieren, ausführen, bereitet insbesondere die absehbare Pensionierung des langjährigen Pfarrers Johannes Stäubli Sorgen. «Es gilt die Nachfolge zu regeln, was angesichts des akuten Pfarrmangels schwierig sein dürfte», sagt Huber. Eine weitere offene Frage sei die Zukunft des Pfarrhauses. Soll dieses renoviert, verkauft oder einer anderen Nutzung zugeführt werden? Als drittes zentrales Anliegen formuliert Köbi Pfändler das Finden von Behördenmitgliedern. Gestiegene Anforderungen würden dieses Unterfangen erschweren.

Start im März

Wird der Kredit für den Zukunftsprozess gutgeheissen, soll umgehend eine Spurgruppe gegründet werden, die den Prozess aufgleist. So hofft man, im März 2015 mit einer Zukunftskonferenz starten zu können. Im Rahmen dieser Konferenz sollen, wie Johannes Stäubli präzisiert, Arbeitsgruppen entstehen, welche sich den einzelnen Herausforderungen annehmen. An einer Ergebniskonferenz Ende Jahr will man die Resultate sichten und sich gegenseitig vorstellen. Definitiv zu entscheiden, was umgesetzt wird, obliegt der Kirchgemeindeversammlung.

Auch wenn die Kirchenvorsteherschaft nicht vorpreschen will, so hat Hilde Huber eine Vermutung, in welche Richtung die Entwicklung gehen könnte – in Richtung mehr Kooperation. Sie könnte sich beispielsweise eine einzige Kirchenvorsteherschaft über mehrere Gemeinden hinweg vorstellen. Gemäss Huber liesse sich dann auch jemand für das Präsidium anstellen, was ihrer Einschätzung nach die Bereitschaft für diese Aufgabe erhöhen würde. Letztlich schliessen Stäubli, Huber und Pfändler nicht aus, dass sich aus dem Waldstätter Zukunftsprozess auch ein Modell entwickeln könnte, das den Anstoss für Fusionen gibt. «Trotz anstehender Probleme wollen wir den Kopf nicht hängen lassen», bringt Hilde Huber ihre Motivation auf den Punkt.