Kirchentagung: «Ich sorge mich um Dich»

WALZENHAUSEN. «Ich sorge mich um Dich»: So lautete das Motto der landeskirchlichen Tagung zum Thema Palliative Care, die kürzlich im Sonnenblick in Walzenhausen durchgeführt wurde.

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WALZENHAUSEN. «Ich sorge mich um Dich»: So lautete das Motto der landeskirchlichen Tagung zum Thema Palliative Care, die kürzlich im Sonnenblick in Walzenhausen durchgeführt wurde. Kirchenrätin Christine Culic-Sallmann, die das Programm auf die Beine gestellt hatte, ging in der Begrüssung auf den sprachlichen Ursprung des englischen «palliative» ein. Das lateinische «pallium», zu Deutsch «weiter Mantel», sei sinnbildlicher Namensgeber für den Schutz und die Fürsorge, welche Vertreter der Palliative Care unheilbar Kranken zukommen lassen wollen.

«Dem Wollen entzogen»

Die Impulsreferate hielten Thomas Langer und Monika Renz. Langer praktiziert als Allgemeinmediziner und ist als Vorstandsmitglied bei «palliative ostschweiz» engagiert. Er konnte aus reicher Erfahrung von der Notwendigkeit und Wirksamkeit von Palliative Care berichten. Anhand von Beispielen erläuterte er die Aufgabe von Palliative Care. Die medizinische Kompetenz bei der Behandlung schwer kranker Menschen betrage lediglich 25 Prozent. «Die Ärzte können körperliche Schmerzen lindern.» Doch darüber hinaus treffe Patienten der soziale Schmerz, also der Verlust der Rolle in Gesellschaft oder Familie, der meist viel grösser sei als der rein körperliche. Um diesen Schmerz zu lindern, brauche es ein Kompetenzteam, das den Kranken umsorge.

Monika Renz, Leiterin der Psychoonkologie am Kantonsspital St. Gallen, ist Psychologin, Theologin und Therapeutin. Sie berichtete von ihren Gesprächen und Beobachtungen mit schwer Erkrankten. «Das Sterben ist etwas dem Wollen Entzogenes», sagte Renz. Ihrer Erfahrung nach gebe es etwas wie eine «letzte unantastbare Würde», eine Autonomie, die nicht vergleichbar sei mit Funktionstüchtigkeit. Sterbende, so Renz, bewegen sich zwischen zwei Wahrnehmungszuständen: Dem Sich-fallen-lassen-Können und einem Zustand, der von Zweifeln dominiert sei. «Zwischen diesen beiden Zuständen pendelt der Mensch, der weiss, dass er sterben muss», so Renz.

Zahlreiche Workshops

Anschliessend hatten die Tagungsteilnehmer die Möglichkeit, Workshops zu besuchen. Dabei ging es bei Pfarrerin Martina Tapernoux um Seelsorge, bei Rita Eugster Mätzler um den Hospiz-Dienst St. Gallen. Von der Spitex waren Cornelia Kühnis und Myrta Kora vor Ort. Simon Abderhalden erläuterte die Formalitäten rund um Todesfälle und Alice Bruni erzählte von der schweren Krankheitszeit ihres verstorbenen Ehemannes.

Den Veranstaltern gelang es, eine informative und begleitende Atmosphäre herzustellen. (pd)