Urnäscher Kirchenglocken sind verstummt

In Urnäsch werden die Aufhängungen der Glocken revidiert. Dafür muss das gesamte Geläut demontiert werden.

Stephanie Häberli
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Die vier Glocken der evangelischen Kirche Urnäsch sind im Dorfzentrum verstummt. Dennoch herrscht auf dem Kirchturm reges Treiben. Der Platz ganz oben ist beschränkt. Trotzdem haben die beiden Arbeiter viel zu tun. Die Aufhängungen der Glocken und alle dazugehörigen Lager müssen saniert werden. Zudem wird die Läutmaschine erneuert.

Im Jahre 1866 wurde der Kirchturm um rund sechs Meter erhöht. Zeitgleich wurde das jetzige Geläut angeschafft. «Es ist das erste Mal seit 1866, dass die Aufhängungen revidiert werden», sagt Martin Gloor, Leiter der Bauverwaltung der Gemeinde Urnäsch. Für die Renovation wurden Spezialisten aus Luzern aufgeboten. Die gesamte Aufhängung wird in der Werkstatt der Firma Muff Kirchturmtechnik AG renoviert.

Kirchenglocken ausser Betrieb

Die Kirchenglocken werden voraussichtlich bis zum 30. März stumm bleiben. Niklaus Hörler, zuständiger Gemeinderat, ist überzeugt, dass nicht alle den Ausfall der Glocken bedauern werden. «Einige werden das Läuten sicher vermissen. Andere wiederum werden froh sein, wenn es einmal wegfällt.»

In den kommenden Tagen werden die Glocken mit Hilfe eines Kettenzuges demontiert. «Wir haben den Zeitpunkt der Renovation so festgelegt, dass diese auf eine Zeit ausserhalb der planbaren Kirchenanlässe fällt», erklärt Hörler. Die Monate Februar und März waren laut Gloor das einzige mögliche Zeitfenster gewesen, um die Renovation einzuplanen. «Etwas später gibt es schon Überschneidungen mit der Konfirmation und der Hochzeitsaison, die schon bald wieder anfängt», sagt Gloor. Er ist sich bewusst, dass das Zeitfenster für die Sanierung eher klein ist. «Die Firma wird aber die nötigen Kapazitäten bereit stellen, um die Aufgabe zu bewältigen.»

Teure Renovation

Die Kosten des Projekts belaufen sich voraussichtlich auf rund 30000 Franken. Für die eine Hälfte kommt die Kirchgemeinde auf, die andere übernimmt die Gemeinde. Die Renovation war laut den Verantwortlichen vorhersehbar. Eine spezielle Bewilligung war daher nicht nötig. «Es handelt sich um eine normale Unterhaltsarbeit. Folglich mussten wir uns nicht mit der Denkmalpflege absprechen.» Anders sieht es bei einem zukünftigen Projekt aus. «Voraussichtlich wird die Kirche Ende 2021 oder Anfang 2022 neu gestrichen. Dies muss aber in Absprache mit der Denkmalpfelge erfolgen», erklärt Hörler.

Das Einzige, was an den Kirchenglocken bisher gemacht wurde, war das Ersetzen der Klöppel im Jahre 2010. Diese sollten beim Schlagen die Glocke weniger beschädigen als die vorherigen. Die Kirchenglocken selber haben noch lange nicht ausgedient. «Eine Kirchenglocke hat eine Lebensdauer von rund Tausend Jahren», erklärt Gloor.