Kirche ist in Sorge um die Christen

Der Verein Katholischer Kirchgemeinden Innerrhodens ist besorgt: Noch nie seien so viele Christen verfolgt worden wie in neuerer Zeit, heisst es an der Delegiertenversammlung. Zudem gibt es einen Wechsel bei der Medienarbeit.

Claudia Manser
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Nachfolger von Pfarrer Stephan Guggenbühl im Verein Katholische Kirchgemeinden Innerrhoden ist Pfarrer Lukas Hidber. (Bild: apz)

Nachfolger von Pfarrer Stephan Guggenbühl im Verein Katholische Kirchgemeinden Innerrhoden ist Pfarrer Lukas Hidber. (Bild: apz)

APPENZELL. «Die Berichtsjahre 2013 und 2014 waren für unser Gremium für einmal wohltuend ruhig», so Josef Manser, Präsident des Vereins Katholische Kirchgemeinden Innerrhodens, in seiner Begrüssung. «Für die einzelnen Kirchgemeinden mit der Einführung der neuen Seelsorgestruktur allerdings weniger.»

Im Restaurant Rössli in Brülisau hatte sich kürzlich eine stattliche Anzahl Delegierter aller sieben Kirchgemeinden zur Delegiertenversammlung versammelt. Am «Moritze-Tag» 2013 wurde die Seelsorgeeinheit Appenzell und an «Maria-Himmelfahrt» dieses Jahres jene «ob dem Bodensee» errichtet, zu welcher das Äussere Land Oberegg gehört. Im Inneren Land kam zu den organisatorischen Neuerungen der Wechsel von Pfarrer Stefan Guggenbühl zu Pfarrer Lukas Hidber hinzu.

In schwierigen Zeiten

Kürzlich rief Papst Franziskus auf, jede Pfarrei, jede Gemeinschaft, jedes Kloster und jeder Wallfahrtsort möge eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen. «Was tun wir als Institution oder privat als Christ?», fragte Präsident Manser. Wir stehen als Christen und Kirchgemeinden in schwierigen Zeiten. Noch nie in neuerer Zeit wurden die Christen so verfolgt wie heute; speziell in den frühchristlichen Stammladen Syrien, Irak, aber auch in Nigeria, Pakistan oder Sudan. Sorge bereiten der Kirche auch die ungeschickten, teilweise realitätsfremden Äusserungen von Exponenten. Sie bringen die Kirche immer wieder in ein schiefes Licht, verstärken Vorurteile und lassen die tägliche Arbeit von Angestellten und freiwilligen Frauen und Männern mit dem Bade ausschütten. Das ist bedauerlich.

Mit den vielen Herausforderungen ist die Kirche gezwungen, zu überdenken, sich zu positionieren, sich auf das Wesentliche, den Kern der christlichen Botschaft zu besinnen. Papst Franziskus ist ein gutes, starkes Vorbild.

Regionale Medienarbeit

Seit fünf Jahren wird die ökumenische Medienarbeit in der Ostschweiz gemeinsam organisiert. Werner Kamber vertrat bis Ende 2014 Innerrhoden. Der Präsident dankte dem Demissionierenden für sein Engagement. Als Nachfolgerin für Inner- und Ausserrhoden konnte Rosalie Manser-Brülisauer gewonnen werden. «Wir wünschen ihr viel Freude in der Medienarbeit auf allen Kanälen», so Josef Manser.

Die Jahresrechnungen 2013 und 2014 des Vereins schlossen mit einem Gewinn, diejenigen des Stationenfonds mit einem kleinen Verlust ab. Die Anzahl Katholiken nimmt in Innerrhoden seit Jahren kontinuierlich leicht ab: 2009 waren es 12 347 Personen, Ende 2014 deren 12 189.

Per Ende Januar 2014 hat Dekan Stephan Guggenbühl seine Demission als Standespfarrer eingereicht. Gleichzeitig beendete er auch seine Arbeit im Vorstand. «Er brachte viel Fachkompetenz und Erfahrung, Engagement, Herzblut und manchmal auch fast südliches Temperament ein. Sein Wort hatte Gewicht», bedankte sich Präsident Manser bei Guggenbühl. «Gerne zählen wir weiterhin auf sein Engagement, seinen Rat, seine Ideen, die Begleitung von Wallfahrten oder einfach im seelsorgerischen Dienst an den Menschen oder in den Gottesdiensten in den Pfarreien.» Sein Nachfolger Pfarrer Lukas Hidber wurde willkommen geheissen.