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KIRCHE: Eheberatung auf der Kippe

Ein strukturelles Defizit zwingt die Evangelisch-reformierte Kirche beider Appenzell zu einer Sparübung. Der Kirchenrat hat eine Verzichtsplanung ausgearbeitet. Nächste Woche berät die Synode.
Roger Fuchs
Kirchenratspräsident Koni Bruderer und Thomas Gugger (Finanzchef im Kirchenrat) haben zusammen mit den weiteren Kirchenratsmitgliedern Sparvorschläge ausgearbeitet. (Bild: Roger Fuchs)

Kirchenratspräsident Koni Bruderer und Thomas Gugger (Finanzchef im Kirchenrat) haben zusammen mit den weiteren Kirchenratsmitgliedern Sparvorschläge ausgearbeitet. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Eins vorneweg: Definitive Sparentscheide sind noch keine gefallen. Doch der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell legt schwarz auf weiss auf den Tisch, wo er weniger Geld ausgeben will. Dies bildet die Diskussionsgrundlage an der Sommersynode vom kommenden Montag in Heiden. Die landeskirchlichen Jahresrechnungen im 2015 und 2016 weisen ein strukturelles Defizit von rund 80000 Franken aus. Ein Betrag in dieser Höhe könne nicht durch Sparmassnahmen in einzelnen Konten erreicht werden und eine isolierte Betrachtung von Kostenstellen führe nicht zum Ziel, schreibt der Kirchenrat in den Unterlagen zuhanden der Synode. Deshalb habe man auch eine Verschiebung in der Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche in Betracht gezogen.

Übersicht über die Sparvorschläge

Folgende Massnahmen schlägt der Kirchenrat vor: Auf die bisher zehn Prozent flexibel einsetzbaren Stellenprozente für den Kirchenrat soll verzichtet werden. Einsparpotenzial: 17000 Franken. Weitere 10000 Franken weniger ausgeben will man beim Jahresbericht. Dieser soll künftig ohne vier Porträts von Kirchgemeinden und ohne Personenporträts daherkommen und ausschliesslich in digitaler Form erscheinen. Komplett an den Kragen gehen könnte es der Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (Befl). Der Kirchenrat will keine eigene Beratungsstelle mehr betreiben und schlägt eine Zusammenarbeit mit der St. Galler Kirche vor. Die vorberatende Kommission geht in diesem Punkt noch einen Schritt weiter und will einen vollständigen Verzicht auf die Beratungsstelle. Stattdessen soll auf bestehende Angebote der beiden Appenzeller Kantone verwiesen werden. Je nach Variante liegen hier Einsparungen von 15000 oder 59000 Franken drin.

Weitere 12 000 Franken brächte die Auflösung der Fachstelle «Weltweite Kirche und Entwicklungszusammenarbeit» und 7000 Franken mehr in der Kasse blieben bei einem Austritt aus dem Ostschweizer Verein für ökumenische Medienarbeit. Der Kirchenrat sieht in dieser Mitgliedschaft keinen Nutzen mehr und bekommt die Unterstützung der vorberatenden Kommission.

Knackpunkt Kirchenblatt «Magnet»

Mehr Diskussionspotenzial steckt in der künftigen Finanzierung des Kirchenblatts «Magnet». Bei der bisherigen Lösung über die Landeskirchensteuer kommt ein Betrag von rund 200000 Franken zusammen. Dies entspricht in etwa dem Bedarf des Kirchenblattes in der heutigen Form. Neu will der Kirchenrat einen Pauschalbetrag von 150000 Franken einsetzen. Das bedingt parallel dazu Diskussionen über Konzept und Digitalisierung. Uneinigkeit herrscht darüber, wohin die eingesparten Gelder fliessen sollen. Der Kirchenrat will, dass der Differenzbetrag weiterhin in die landeskirchliche Rechnung fliesst, die vorberatende Kommission will, dass dieser Betrag zurück an die Kirchgemeinden geht, und verlangt eine entsprechende Reduktion der Landeskirchensteuer.

Bleibt noch die Vergabepolitik: Beiträge zur freien Verfügung des Kirchenrates soll es gemäss Kommission künftig nicht mehr geben. Der Kirchenrat schlägt dagegen eine Halbierung von 10000 auf 5000 Franken vor.

Auf landeskirchliche Veranstaltungen im Bereich Erwachsenenbildung soll gemäss Kirchenrat fortan verzichtet werden. Eines steht schon heute fest: Angesichts des gewichtigen Inhalts wird es zu zwei Lesungen im Kirchenparlament kommen.

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