Kirchberger Befreiungsschlag

Dank einem Pascal Huser in Galaform deklassiert Kirchberg den FC Linth. Der Stürmer schoss alleine vier Tore, darunter zwei direkt verwandelte Freistösse. Insgesamt hatte Kirchberg aber eine schwierige Aufgabe zu meistern.

Pablo Rohner
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FUSSBALL. Nach dem Abpfiff stand Linths Captain Bänz auf dem Rasen, mit hängendem Kopf, die Arme in die Seiten gestützt. Während dem Handshake schüttelte er immer wieder den Kopf und dachte laut vor sich hin: «Immer in Kirchberg». Tatsächlich hat es ein ähnliches Spiel auf der Sonnmatt schon mal gegeben. Es liegt schon ein paar Jahre zurück, doch einige Spieler beider Teams dürften sich noch an das 5:0 erinnert haben. Damals hatten sich die Glarner früh durch einen Platzverweis geschwächt. Am Samstag sah Sulimani erst kurz vor Spielende Rot, doch dazu später.

Defensiv stabil

Kirchberg hatte sich viel vorgenommen für dieses Spiel, besonders für die Startphase. Man wollte den Gegner nicht durch anfängliche Schlafmützigkeit stärken, wie dies beim Debakel in Eschenbach oder zuletzt bei Schmerikon geschehen war. Die Spieler setzten Trainer Eisenhuts Direktive gut um, Kirchberg wirkte vom Anpfiff weg als Mannschaft kompakt und defensiv stabil. Und den Toggenburgern spielte Husers früher Führungstreffer natürlich in die Karten. Nach einem Foulspiel an Elmazi hart an der Strafraumgrenze nahm der Stürmer Mass und zimmerte den Ball unhaltbar ins weite Toreck.

Schwierige Aufgabe

Bevor das Spiel in der zweiten Halbzeit zum Schaulaufen verkam, hatte Kirchberg eine schwierige Aufgabe zu meistern. Zwar profitierte Huser nach 26 Minuten von einem schweren Torwartfehler und erzielte das 2:0. Doch dieser Spielstand lässt stets einige Unsicherheit zurück, zumal bei einem Gegentor der Anschluss sofort wiederhergestellt würde. In den letzten zehn Minuten des ersten Umgangs kam Linth denn auch etwas besser auf, bis auf einige Distanzversuche und einen Abschluss aus spitzem Winkel konnten die Gäste aber wenig Gefahr vor Itens Tor kreieren.

Husers Gala

Ein Doppelschlag von Pascal Huser entschied dann die Partie. Zuerst verwertete er eine schöne Flanke von Elmazi per Kopf, sein viertes Tor erzielte er dann wiederum per Freistoss. Ins kurze Eck diesmal, aus gut zwanzig Metern, von halblinks.

Trotz des klaren Vorsprungs drückte Kirchberg, das im Gedenken an den kürzlich verstorbenen St. Galler Nachwuchsspieler Patrick Fischer mit Trauerflor spielte, auch nach dem 4:0 weiter auf das Tor der Glarner. Wieder dauerte es nur wenige Minuten bis zum nächsten Treffer, und wieder zeichnete Neuzugang Elmazi für die Vorarbeit verantwortlich. An der Grundlinie tanzte er gleich mehrere Verteidiger aus und hatte dann das Auge für den heranrauschenden Bürge, der im Fallen sein zweites Saisontor erzielte. Den Ehrentreffer für die Gäste erzielte Sulimani in der 79. Minute per Weitschuss. Er sollte wenig später nochmals im Brennpunkt stehen.

Premiere für Holenstein

Einen schönen Auftritt war kurz vor Schluss Janic Holenstein beschert. Für Matchwinner Huser eingewechselt, traf der Joker, vor dem Gästetorwart freigespielt, mit einem schönen Drehschuss zum Endstand. Das 6:1 war Holensteins erstes Pflichtspieltor für die erste Mannschaft. Schliesslich sorgte Sulimani noch für das schwarze Sahnehäubchen aus Linther Sicht, als er kurz vor Schluss nach einem taktischen Foul an Wyrsch vom Platz flog. Zuvor hatte er für eine Schwalbe Gelb gesehen.

Matchtelegramm: FC Kirchberg – FC Linth 6:1 (2:0) – Sonnmatt – 100 ZS – SR Huber – Tore: 6. Huser 1:0, 26. Huser 2:0, 58. Huser 3:0, 65. Huser 4:0, 68. Bürge 5:0, 79. Sulimani 5:1, 83. Holenstein 6:1 – Kirchberg: Iten; F. Nagel, Keller, Rohner, Gähwiler (82. Schweizer); Elmazi, Bürge (75. Schönenberger), Widmer, Kellenberger, Wyrsch; Huser (68. Holenstein) – Linth: Miljic; Landolt, Bänz, Miljic, Assion (85. Rhyner); Petrovic, Sulimani, Bisig, Paladino; Obradovic (73. Limani), Zekiri – Gelbe Karten: 54. Keller, 66. Landolt, 76. Sulimani – Platzverweis: 85. Sulimani (Gelb-rote Karte) – Kirchberg ohne: Dal Molin (Ausland), Nüesch, Hollenstein, Schmid, De Salvador (alle verletzt), R. Nagel (abwesend), Brigante (Vater geworden), Jenny (Trainingsrückstand).