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KIRCHBERG-STELZ: Vom Koch zum Nachtschichtleiter

Jede Nacht werden bei der Holenstein AG, Transporte/Logistik, 80 Lastwagen mit rund 1000 Stückgütern beladen. Dafür verantwortlich ist ein zehnköpfiges Team um Nachtschichtleiter Tony Rusiti.
Beat Lanzendorfer
Nachtschichtleiter Tony Rusiti (links) und Betriebsleiter Benjamin Blatter besprechen die Dispolisten. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Nachtschichtleiter Tony Rusiti (links) und Betriebsleiter Benjamin Blatter besprechen die Dispolisten. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@

toggenburgmedien.ch

Arbeitsbeginn ist um 21 Uhr. Das Umschlaglager der Holenstein AG, Transporte/Logistik an der Wilerstrasse im Kirchberger Stelz ist zu diesem Zeitpunkt vollgepackt mit Transportaufträgen. Bereitgestellt hat sie die Frühschicht, die von 3 bis 12 Uhr vor Ort ist, sowie die Mittelschicht (11 bis 20 Uhr). Nun stehen die Lieferungen, in der Branche werden sie mit Stückgut bezeichnet, bereit zum Verlad. Die Halle ist eingeteilt in grosse Fächer, die nach Regionen beschriftet sind. Anmerkung: Unter Stückgut versteht man Farben, Metall- oder Elektroteile, Gartentische, Blumenerde und vieles mehr.

Zehn Mitarbeiter beladen 80 Lastwagen

Nachtschichtleiter Tony Rusiti und seinem zehnköpfigen Team bleiben acht Stunden, die 80 Lastwagen mit den rund 1000 täglich anfallenden Stückgütern zu beladen, damit sie pünktlich um 5 Uhr morgens auf die Strasse kommen. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, ist ein Staplerfahrer für die Übergrössen zuständig. Das heisst für alles, das nicht auf einem einzelnen Palett Platz findet. Ein anderer übernimmt den Parkdienst. Er parkiert die «fertigen» Lastwagen um und stellt einen leeren an die freigewordene Rampe. Die übrigen Mitarbeiter sind für das Verladen des «normalen» Stückgutes zuständig. In dieser Nacht ist Betriebsleiter Benjamin Blatter, der für den gesamten Umschlag verantwortlich ist, anwesend. Er hat am 1. Juni bei der Holenstein AG, Transporte/Logistik angefangen und leitet das ganze Umschlagsteam. Damit er die Abläufe kennenlernt, schaut er bei der Nachtschicht vorbei. «Ein Lastwagen verfügt über 18 Stellplätze. Ist er mit einem Anhänger unterwegs, kommt noch einmal die gleiche Anzahl an Stellplätzen hinzu. Ein Stellplatz entspricht der Grösse eines Palettes», erklärt Tony Rusiti dem schreibenden Besucher. Die Einteilung, welches Stückgut in welchen Lastwagen kommt, übernehmen die Disponenten. Sie erstellen anhand der Lieferungen, die während des Tages angeliefert werden, die Dispoliste. Für jeden Lastwagen eine, der Chauffeur fährt die Kundschaft dann in der auf der Dispoliste aufgeführten Reihenfolge an. «Achtzig Prozent der Lastwagen verlassen um 5 Uhr morgens das Umschlaglager. Es sind jene, die Kunden hinter dem Gubrist beliefern müssen», antwortet Nachtschichtleiter Tony Rusiti auf die Frage, ob alle Lastwagen zur selben Zeit losfahren. Und weiter: «Das andere bezeichnen wir als ums Haus herum, wobei hier die Kantone Schaffhausen, Thurgau und St. Gallen sowie die übrige Ostschweiz gemeint sind. Diese Lastwagen starten ihre Tour um 6 Uhr.» Es muss anstrengend sein, immer von 9 Uhr abends bis 6 Uhr morgens zu arbeiten? «Das war es, aber nur die ersten drei Monate. Ich bin nun bald fünf Jahre dabei und könnte mir etwas anderes nicht mehr vorstellen.» Der gelernte Koch, der sich auch zum Maler/Lackierer ausbilden liess und vor seiner «nachtaktiven Tätigkeit» als Chauffeur unterwegs war, lebt mit seiner Familie in Kreuzlingen.

«Die Stadt am Bodensee ist wunderschön, häufig bleibt vor meinem Dienstantritt sogar noch etwas Zeit, die Abende draussen mit meiner Familie zu verbringen.» Beim Abschied erstaunt zum einen wie zufrieden die «Nachtschwärmer» ihre Arbeit verrichten. Zum anderen löst die Zahl zwölf Bewunderung aus. «Wir legen in der Halle jede Nacht zu Fuss rund zwölf Kilometer zurück, ich habe es mit dem Schrittzähler gemessen», meint Tony Rusiti am Ende des Gesprächs.

Ein Familienunternehmen in vierter Generation

Die Holenstein AG, Transporte/Logistik ist seit 1898 auf der Strasse unterwegs. Als Fuhrunternehmen gegründet, sind heute 100 «grüne» Holenstein-Lastwagen auf Achse. Ihr Einsatzgebiet umfasst die Schweiz (80 Fahrzeuge) und Deutschland (20 Fahrzeuge), deckt aber auch weitere internationale Destinationen ab. Nebst dem Transport und der Logistik bietet das Unternehmen Verzollungsdienstleistungen an. Zur Holenstein-Gruppe gehören 280 Mitarbeitende (davon 30 Auszubildende), die nebst dem Transport von Stückgütern eine Lagerfläche von 42 000 Quadratmetern und 66 000 Palettenplätze bewirtschaften.

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