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KIRCHBERG: Gute Musik hat ihre Fans

In der «Eintracht» sang James Gruntz. Das Konzert war schon lange ausverkauft, obwohl der Ruf des Musikers noch fast nicht bis in die Ostschweiz vorgedrungen ist.
Michael Hug
Etwas selbstverliebt hinter seinem Keyboard: James Gruntz am Samstag in der «Eintracht». (Bild: Michael Hug)

Etwas selbstverliebt hinter seinem Keyboard: James Gruntz am Samstag in der «Eintracht». (Bild: Michael Hug)

Michael Hug

redaktion

@toggenburgmedien.ch

«Brechend voll!», lachte Wirt Bruno Metzger. In der Tat brach die «Eintracht» schier aus ihren Fugen ob des Ansturms des Publikums aus nah und fern. «Eher fern», sagte eine einheimische Besucherin, «ich kenne fast niemanden hier drin.» Sie kamen tatsächlich von weiter her, die über 300 Besuchenden am Samstagabend, was wiederum heisst, dass die Gelegenheiten, den jungen Bieler-Basler Musiker live in der Ostschweiz zu erleben, wohl ziemlich rar sind. «Ich hätte gut und gerne noch hundert Tickets mehr verkaufen können», meinte Wirt Bruno Metzger.

Ein Erfolg also und ein Zeichen, dass gute Musik noch immer ihre Fans hat, selbst wenn der, der sie macht, aus Basel kommt. James Gruntz – eigentlich Jonas Gruntz – ist aber in Basel auch nur ein Zugewanderter, er ist in Biel aufgewachsen. Mit seinem vor vier Jahren verstorbenen Onkel George Gruntz hat er den Nachnamen gemeinsam. Musikalisch bewegt sich der Musiker mit Master der Jazzschule Zürich (ZHdK) eher im Electro-Pop-Bereich und er hat in seiner noch jungen Karriere –er ist heuer 30 Jahre alt geworden – bereits sechs Alben veröffentlich. 2017 kam «Waves» heraus und um dieses Album vorzustellen, weilte Gruntz am Samstagabend im Kirchberger Musikclub «Eintracht».

Kein grosser Verbalunterhalter

Die Menschenschlange an der Kasse, die zeitweise bis auf die Strasse hinaus reichte, hatte sich schon eine Weile aufgelöst, als Gruntz mit seiner Band leicht verspätet auf die Bühne kam und ohne Federlesens gleich loslegte. «Homework» spielte, «You» und den Titelsong «Waves» und alle anderen Songs seines neuen Albums und früherer Werke. Und nicht sehr viel sagte er dazwischen. Gruntz scheint kein grosser Verbalunterhalter zu sein, der Musiker, über den auf seinem Profil bei Wikipedia steht, dass er in früheren Jahren extrem unter Lampenfieber litt. So ganz hat Gruntz die Scheu vor dem Publikum noch immer nicht abgelegt, und so macht er einen etwas selbstverliebten Eindruck hinter seinem Keyboard. Ohne Augenkontakt zu seinem Fans, den über 300, die nur in einer Armeslänge Distanz vor ihm stehen.

Durchbruch mindestens in der Schweiz geschafft

James Gruntz dürfte den Durchbruch mit seinem sechsten Album mindestens in der Schweiz geschafft haben. Er will aber mehr, will Deutschland und dann Europa erobern. Vorläufig jedoch tourt er in der Schweiz und gibt jedes Wochenende zwei Konzerte. In der «Eintracht» war er am Samstag bereits zum dritten Mal. Bruno Metzger erinnert sich: «Beim ersten Mal, ich glaube, das war 2011 oder 2012, kannte ihn kein Mensch. Er war richtig dankbar, dass er überhaupt auftreten durfte.» Er selbst freue sich über die gute Nase, die er damals gehabt habe, so Metzger weiter, «und es ist schön, dass Künstler nicht vergessen und noch heute Danke sagen für die Chance von früher». Und dieses Danke mit einem Abschlag bei der Gage auch materiell ausdrücken.

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