KIRCHBERG: «Die Schule war mein Daheim»

32 Jahre schaute Röbi Wili bei den Schulhäusern Sonnenhof und Lerchenfeld zum Rechten. Ende Jahr verabschiedet er sich mit einer grossen Portion Wehmut in den dritten Lebensabschnitt.

Beat Lanzendorfer
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Schulhauswart Röbi Wili (rechts) übergibt die Schlüssel am 31. Dezember seinem Nachfolger Richi Rüdlinger, der bisher die Verantwortung für die Zweifachturnhalle und das Primarschulhaus trug. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Schulhauswart Röbi Wili (rechts) übergibt die Schlüssel am 31. Dezember seinem Nachfolger Richi Rüdlinger, der bisher die Verantwortung für die Zweifachturnhalle und das Primarschulhaus trug. (Bild: Beat Lanzendorfer)

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toggenburgmedien.ch

Die Zeilen der Klasse 3BC von Lehrerin Trudi Schönenberger-Hofmann veranschaulichen, wie hoch die Wertschätzung der Schüler und Lehrerschaft gegenüber dem scheidenden Schulhauswart ist: «Liäba Herr Wili, viele herzlichä Dank fürs immer suubere Schuelhuus, fürs Repariere vo Sache und dass Sie üs immer gholfe hend. Somit wünsched mer Ihne e schöni Ziit und alles Gueti.» Solche und ähnliche Abschiedszeilen schrieben weitere Klassen. Anerkennung kommt auch von Schulpräsident Orlando Simeon: «Lieber Röbi, du hast immer mehr gemacht, als eigentlich von dir erwartet worden wäre, dafür danken wir dir von ganzem Herzen.»

Das Amt von seinem Vater übernommen

Für den 63-Jährigen endet am 31. Dezember ein Lebensabschnitt, dessen Anfänge auf das Jahr 1984 zurückgehen. Der gelernte Heizungsmonteur übernahm damals im Herbst die Stelle als Schulhauswart im Primarschulhaus Sonnenhof, die Umstände waren allerdings nicht ganz einfach. Sein Vorgänger war sein Vater Robert, der nach 23 Jahren im Amt mit erst 61 nach zwei Herzinfarkten beim Kuren im Tessin friedlich einschlief und nicht mehr aufwachte.

Zehn Jahre später wechselte Röbi Wili als Nachfolger des in Pension gehenden Karl Gähwiler in das Gebäude am anderen Ende der Schulhauswiese – fortan trug er die Verantwortung für das Oberstufenschulhaus Lerchenfeld. Allseits geschätzt, war sein handwerkliches Geschick um die Jahrtausendwende sogar als Werklehrer gefragt. «Es gab damals einen Engpass, daher bin ich während einigen Jahren gerne eingesprungen.» Aus jener Zeit stammen Ruhebänkli, die Röbi Wili im Werkunterricht mit seinen Schülern anfertigte. Heute stehen sie im Park des «Sonne-grund», Haus für Betagte, und laden zum Innehalten ein.

Für Röbi Wili stand das gute Einvernehmen untereinander an erster Stelle. «Die Schule war mein Daheim, mir war ein gutes Betriebsklima äusserst wichtig.» Zur Schulfamilie zählte er nicht nur Schüler und Lehrerschaft, sondern auch seine Hauswartkollegen. «Kurt Büeler, er war mein Nachfolger im ‹Sonnenhof›, Richi Rüdlinger, der in der Doppelturnhalle und in der Primarschule Lerchenfeld Ordnung hält, und ich haben uns immer gegenseitig unterstützt.» Das ist auch der Grund, weshalb er sich bereit erklärt hat, bei Engpässen oder Ferienabwesenheiten seine Dienste weiterhin der Schule zur Verfügung zu stellen.

Gutes Verhältnis zu seinen Vorgesetzten

Auf die Frage, was er als rüstiger Rentner so alles vorhabe, erklärt Röbi Wili: «Meine Ehefrau Angi arbeitet im Kirchberger Gemeindehaus und erledigt dort die administrativen Arbeiten der Bauverwaltung. Sie hat effektiv noch einige Jahre bis zur Pensionierung vor sich. Das ist aber kein Problem, in Zukunft werde ich vermehrt im Haushalt mithelfen.» Im Verlauf des Gesprächs erwähnt der gebürtige Kirchberger, der an der Rätenbergstrasse aufgewachsen ist, das gute Verhältnis zum Schulsekretariat und den Schulpräsidenten Hans Locher, Alfons Schönenberger und Orlando Simeon, mit denen er in seinen über drei Jahrzehnten Schulkarriere zu tun hatte. Konstruktiv verlief auch die Zusammenarbeit mit den Bauchefs des Schulrates. «Weil Max Keller und sein Vorgänger Heinz Schrepfer vom Fach waren, hatten sie für unsere Anliegen stets Verständnis.»

Der 63-Jährige, der sich seit Jahrzehnten mit dem FC Kirchberg verbunden fühlt und als Spieler der ersten Mannschaft 1972/73 den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga realisierte – zehn Jahre später gelang ihm das Kunststück als Coach mit Trai-ner Peter Güggi, sieht seine Zukunft nicht nur im Erledigen des Haushaltes. «Mir ist die Bewegung in der Natur sehr wichtig. Ob beim Wandern, Velofah- ren oder Biken, Hauptsache draussen. Im Winter darf es dann auch eine Tour mit den Schneeschuhen sein.»