KIRCHBERG: Die Bedeutung des Wassers

Das Dorf verfügt heute über ausreichend Wasser. Früher war das ganz anders, was ein Blick in die Geschichtsbücher bestätigt.

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Die neue Brunnenstube im Girenmoos. (Bild: PD)

Die neue Brunnenstube im Girenmoos. (Bild: PD)

Im Auftrag der Dorfkorporation Kirchberg wurde Ende März das alte, marode Reservoir Girenmoos, oberhalb von Nuetenwil, durch eine neue Brunnenstube ersetzt. Diese Brunnenstube speist die zwei Brunnen auf dem Friedhofsgelände in Kirchberg.

Dem Dorfbrunnen kam früher eine grosse Bedeutung zu, war er doch für Mensch und Tier ein wichtiger oder gar einziger Zugang zu Wasser. Bis ins Jahr 1700 hatte das Dorf Kirchberg einen einzigen Brunnen bei der Kirche. Später wurde dieser abgebrochen und zwei neue Brunnen, der eine beim Restaurant Rössli, der andere beim «Adler», heute Gemeindehaus, gebaut. Diese Brunnen erhielten das Wasser von Quellen im Hasenberg. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es zudem noch je einen Ziehbrunnen beim Restaurant Krone, beim Waschhaus und bei der Schmitte, heute Clientis-Bank Toggenburg. Die Wasserleitungen waren bei der Gründung der Dorfkorporation Kirchberg noch aus Holz und erforderten einen enormen Unterhalt. Erst um das Jahr 1880 wurden Quellen besser gefasst und Eisenröhren verlegt. Dies ermöglichte die Errichtung eines dritten Brunnens im Oberdorf, dem ältesten Dorfquartier.

Darüber hinaus verfügten wenige privilegierte Haushalte über eigene Quellen und Wasserleitungen. Eine dieser privaten Trinkwasseranlagen war jene im Girenmoos. Im Jahr 1900 kaufte die Dorfkorporation diese Quelle, um dem permanenten Wassermangel entgegenzuhalten. Ab 1989 stand die Quelle aus Gründen des Gundwasserschutzplanes nicht mehr als Trinkwasser zur Verfügung. Noch im selben Jahr wurde eine Durchleitung zum Friedhof gebaut. Die Wasserquelle dient seither zur Speisung der Friedhofbrunnen.

Im Jahre 1906 wurde in Kirchberg der Bau des ersten Trinkwasserversorgungs- und Hydrantennetzes mit zwei Reservoirs im Hasenberg vorangetrieben. Dank diesem Schritt verfügten die meisten Haushalte über Wasser, der Wasserverbrauch stieg dadurch kontinuierlich an. Beim Neuhof, oberhalb von Oetwil, wurden zusätzliche Quellen erfasst. Auch diese waren nicht ausreichend. Während Trockenperioden musste immer wieder mit Wassermangel gerechnet werden. 1912 wurden im Talbach weitere Quellen erfasst und zum Hasenbergreservoir gepumpt. In den 1930er-Jahren betrug der Wasserverbrauch in Kirchberg 190000 Kubikmeter, was über dem heutigen Verbrauch des Dorfes liegt.

Wasserknappheit war auch in den umliegenden Dörfern Bazenheid und Lütisburg immer wieder ein Thema. Fast zufällig fand man Anfang 1950 in Unterrindal sehr grosse Grundwasservorkommen. Mit der Bildung der Wasserversorgung Kibalü und der Nutzung dieser Grundwasserquellen gehört der Wassermangel in der Region der Vergangenheit an. (pd)