KIRCHBERG: 20 Jahre und sehr viel Herzklang

An seinem ersten Jubiläumskonzert in der katholischen Kirche Kirchberg sorgte das Kinderjodelchörli Mosnang für viel Publikum, ein vielfältiges Gesangsbouquet und viele Höhepunkte.

Patricia Wichser
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Die 50 Nachwuchsjodlerinnen und -jodler sangen mit viel Herzklang am Jubiläumskonzert. (Bilder: Patricia Wichser)

Die 50 Nachwuchsjodlerinnen und -jodler sangen mit viel Herzklang am Jubiläumskonzert. (Bilder: Patricia Wichser)

Patricia Wichser

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Die jungen Jodlerinnen und Jodler sind Auftritte gewohnt. Doch der Auftritt vom Samstag stand unter einem besonderen Stern: Im Mittelpunkt stand das Kinderjodelchörli Mosnang selber. Ein runder Geburtstag, besser gesagt 20 Jahre, muss einfach gefeiert werden. Das Kinderjodelchörli Mosnang, unter der Leitung von Dirigent Stefan Segmüller, tat das auf besondere Art und Weise: Unter dem Motto «Herzklang – Kindergsang». Gleich zu Konzertbeginn legten die Jungjodler los mit dem Stück «En Gäss- bueb» von Dölf Mettler. Im Laufe des Abends durfte natürlich auch nicht «Mir singe» von Miriam Schafroth fehlen, jenes Lied, das die Buben und Mädchen am Eidgenössischen Jodlerfest in Brig 2017 vortrugen und für das sie mit einem sehr guten Jurybericht belohnt wurden.

Nach dem Stück «Der Hüeterbueb» von Emil Herzog folgte ein gesangliches «heisses Eisen»: «Es Bärglerchind» von Adolf Stähli, und dies dreistimmig. Doch die Nachwuchsjodler liessen sich nicht beirren: Stilsicher, selbstbewusst und ohne einen falschen oder schwachen Ton trugen die 48 Kinder dieses Stück vor und sorgten dafür, dass jedes Jodlerherz im Publikum höher schlug. Gäbe es eine Topliste des Publikums des Kinderjodelchörlis Mosnang, so gäbe es einen Topfavoriten: «De Wildhuser» – ein Naturjodel. Dieser durfte im Jubiläums-Repertoire nicht fehlen und wurde von den Kindern und Jugendlichen voller Inbrunst gejodelt. Die beiden letzten Stücke waren lebhafte Jodellieder: «Wenn i e Jutz cha ghöre» von Adolf Stähli und das Ratzlied «Wenn d’Lüt nümm brichte» von Hannes Fuhrer. Ehre, wem Ehre gebührt: Das Kinderjodelchörli Mosnang erntete nicht mehr zu stoppenden Applaus und Standing Ovations: Einer Zugabe wurde gerne nachgekommen.

Einmalige Highlights mit ehemaligen Jodlern

Das Jubiläums-Konzert beinhaltete auch kreative Highlights. So wurden alle 136 ehemaligen Mitglieder des Kinderjodelchörlis Mosnang für einen einmaligen Auftritt an den Jubiläumskonzerten angeschrieben. Tatsächlich traten an diesem Konzert über 50 ehemalige Chörli-Mitglieder auf und sangen mit den Aktiven «I bi e Sennebüebli» und «Öbers Älpli». Eine überraschende Formation jodelte das Stück «Land ob de Wolke» von Jack Säuberli. Stefan Segmüller gelang es, ein Ad-Hoc-Chörli mit jodelerfahrenen Eltern der Kinderjodelchörli-Eltern zusammenzubringen.

Dass das Kinderjodelchörli Mosnang nicht einfach einem Dirigenten am Herzen liegt, sondern einer ganzen Familie, merkte man spätestens beim gemeinsamen Auftritt von Lorena Segmüller und ihrem Vater Stefan Segmüller. Lorena Segmüller übte mit den Kindern schon oftmals das Einsingen an einem Jodlerfest, wenn Dirigent Stefan Segmüller in derselben Zeit selber einen jodlerischen Einsatz hatte. Lorena und Stefan Segmüller brillierten mit dem Duett «Chlini Sache» von Ruth Krebs. Begleitet wurden sie von Guido Manser. Das Terzett «Jede het si Wunsch» von Ueli Eicher, ergänzte Peter Anken aus Thun. Auch hier gibt es eine speziell schöne Geschichte: Peter Anken und das Kinderjodelchörli Mosnang lernten sich an einem Jodelfest kennen, daraus wuchs eine Freundschaft zwischen dem Toggenburg und dem Berner Oberland. Stefan Segmüller tritt seit 2009 an jedem Jodlerfest mit Peter Anken als Duett auf. Ein schönes Highlight war auch der Gastauftritt des Jodelclubs Kirchberg-Bazenheid, in welchem Stefan Segmüller ebenfalls Dirigent ist und Lorena Segmüller als Jodlerin wirkt. Gespickt wurde das Programm von sanften, melancholischen Harfenklängen von Michelle Hug, die für Hühnerhaut sorgten.

«Bettmümpfeli» an den Jodlerfesten

In der Laudatio von Martin Widmer erhielten die Konzertbesucher einen kurzen Einblick in die Geschichte des Kinderjodelchörlis, aber auch all die Organisationsarbeiten. Kurzerhand zitierte er Stefan Segmüller und seine Frau Jolanda nach vorne. Jolanda Segmüller ist wie ein «Chörlimami» und dafür besorgt, dass jedes eine perfekte Tracht hat und schön frisiert daherkommt. An den Jodlerfesten schaut sie, dass die Kinder genug trinken, Znüni, Zmittag und Znacht organisiert ist und auch ein «Bettmümpfeli» in Form von Gummibärli oder Zuckerbolle liegt drin. Martin Widmer würdigte die 20 Jahre Freiwilligenarbeit und zitierte Stefan Segmüller, welcher in der «Schweizer Illustrierten» (Unspunnenfest Interlaken) auf die Arbeit im Kinderjodelchörli angesprochen wurde. Ohne Umschweife erklärte damals Stefan Segmüller dem Journalisten: «Das ist meine Lebensaufgabe.»

In seiner Ansprache war Stefan Segmüller sichtlich gerührt über den Anklang des Jubiläumskonzerts und sprach über das eigentliche Kapital des Kinderjodelchörlis Mosnang und die 20 Jahre: Das sind die Freundschaften, welche entstanden, die gemeinsamen Erlebnisse und die Freude am Brauchtum, welche aufs Publikum übertragen wird. Er hoffe, das Jubiläumskonzert mit dem Herzklang wirke noch lange nach. Tut es – Standing Ovations sagen alles.