Kinderlogik I

Kürzlich im Einkaufszentrum: Zielstrebig steuert mein Sohn seinen Lieblingsplatz gleich neben dem Eingang an. «Mama, Helikopter. Ufe!», tönt es aus seinem Mund. Bevor ich etwas erwidern kann, huscht der Zweijährige davon und entert das elektronisch gesteuerte Spielgerät.

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Kürzlich im Einkaufszentrum: Zielstrebig steuert mein Sohn seinen Lieblingsplatz gleich neben dem Eingang an. «Mama, Helikopter. Ufe!», tönt es aus seinem Mund. Bevor ich etwas erwidern kann, huscht der Zweijährige davon und entert das elektronisch gesteuerte Spielgerät. Er klammert sich mit seinen Händen fest und zieht sich mit erstaunlicher Kraft hoch. Versucht, seine kurzen Beine auf den Pilotensitz zu schwingen. Ich lasse ihn wie bei (fast) jedem Einkauf in diesem Geschäft gewähren: «Ja, du kannst dich eine Weile in den Helikopter setzen.»

Kaum habe ich das gesagt, meldet sich der Erziehungsratgeber in meinem Kopf und flüstert energisch: «Einen Fränkler gibt es im Fall nicht, auch wenn sich dein Sohn deshalb in einen Wutzwerg verwandeln sollte.»

Geschafft: Der Bub sitzt im Helikopter und verwandelt sich umgehend in einen glücklichen Piloten. «Wohin fliegst Du?», frage ich. «Herisau», seine Standard-Antwort. Eine Weile sind wir beide zufrieden. Doch dann höre ich ihn sagen: «Mama, Helikopter fahre.» Und «Mama, Batze!, Mama, Baaaaatze.»

«Ich habe keinen Batzen», flunkere ich in der Hoffnung, dass mein Sohn weiterhin auch ohne das kostenpflichtige und automatische Schaukeln ein zufriedener Helikopterpilot sein wird. Er schaukelt und schweigt. Und ich sehe ihn förmlich denken, ehe er eine bestechende Idee präsentiert: «Mama, Batze kaufen!», schlägt der Kleine vor. Was soll man als Mutter gegen ein solch starkes und einleuchtendes Argument sagen?

Mea Mc Ghee

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