Kindergärtnerinnen verdienen mehr

In Appenzell Innerrhoden werden die Löhne für Kindergärtnerinnen jenen der Primarlehrpersonen angepasst. Der Jahreslohn einer Kindergärtnerin auf Salärstufe 1 steigt um gut 5000 Franken. Gleichzeitig müssen die Kindergärtnerinnen etwas mehr arbeiten.

Roger Fuchs
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Der Kindergarten Sitterstrasse, einer der Kindergärten in Appenzell. (Bild: rf)

Der Kindergarten Sitterstrasse, einer der Kindergärten in Appenzell. (Bild: rf)

APPENZELL. Gemäss bisheriger Besoldungstabelle bekam eine Kindergärtnerin in Appenzell Innerrhoden für ein Vollpensum im ersten Schuljahr einen Jahreslohn von 62 800 Franken. Eine Primarlehrerin oder ein Primarlehrer auf der ersten Besoldungsstufe verdiente 75 500 Franken pro Jahr.

Neu wird der Jahreslohn der Kindergärtnerinnen an den Lohn der Primarlehrkräfte angeglichen. Folglich steigt der Einstiegsverdienst für eine Kindergärtnerin auf 68 200 Franken pro Jahr an. Dass sich diese Zahl nach wie vor von jener eines Primarlehrerlohns unterscheidet, hängt mit der unterschiedlichen Lektionenzahl für ein Vollpensum zusammen, wie Silvio Breitenmoser, Departementssekretär des Innerrhoder Erziehungsdepartements, ausführt. «Das Primarlehrerpensum umfasst bei einer 100-Prozent-Anstellung 31 Wochenlektionen, jenes einer Kindergärtnerin 28 Lektionen.» Mit der Angleichung der Löhne vollzieht der Kanton einen Schritt, der in den Nachbarkantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt war. Hintergrund der Massnahme ist die identische Ausbildung der Lehrkräfte des Kindergartens und der Primarunterstufe.

Veränderte Dauer der Lektionen

Nebst mehr Lohn heisst es für die Innerrhoder Kindergärtnerinnen künftig auch mehr arbeiten. Mit Entscheid der Schulrätekonferenz von Mitte Juni erfahren die Dauer und die Anzahl der Unterrichtslektionen Anpassungen. Bis anhin dauerten Kindergartenlektionen 60 Minuten, das Vollpensum umfasste 20 Wochenlektionen. Ab Schuljahr 2016/17 besteht das Vollpensum aus 28 Lektionen à 45 Minuten. Das macht unter dem Strich eine Stunde mehr Arbeit.

Bandbreite wird enger gefasst

Des weiteren ist im Zuge der Anpassungen auch bei der Anzahl Unterrichtslektionen in den beiden Kindergartenjahren geschraubt worden. Gemäss Silvio Breitenmoser gibt es bis dato grosse Unterschiede in den verschiedenen Schulgemeinden. Für die Zukunft werden die Eckwerte enger gefasst: Kindern, die das erste, weiterhin freiwillige Kindergartenjahr besuchen, werden neu 15 bis 18 Lektionen erteilt. Die bisherige Bandbreite gab 10 bis 16 Lektionen vor. Im zweiten Kindergartenjahr betrug diese bisher 16 bis 20 Lektionen. Mit Einführung des neuen Lehrplans in Appenzell Innerrhoden – also ab Sommer 2018 – wird der Lektionenspielraum auf 22 bis 24 eingeschränkt. In den dazwischenliegenden Schuljahren 2016/17 und 2017/18 kann die Unterrichtszeit im zweiten Kindergartenjahr 20 bis 24 Lektionen betragen.