Khaue ode gstoche

Neues Jahr und gute Vorsätze gehören zusammen wie Pech und Schwefel. Der Alte Silvester ist vorbei, das neue Jahr noch jung und die Vorsätze verblasst. Demnächst sind sie «stuudeblääch», will heissen leichenblass und reif, beerdigt zu werden.

Erich Fässler
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Bild: Erich Fässler

Bild: Erich Fässler

Neues Jahr und gute Vorsätze gehören zusammen wie Pech und Schwefel. Der Alte Silvester ist vorbei, das neue Jahr noch jung und die Vorsätze verblasst. Demnächst sind sie «stuudeblääch», will heissen leichenblass und reif, beerdigt zu werden. Dann blüht wieder das Entweder-oder auf. Schwarz oder weiss, rechts oder links, oben oder unten, befehlen oder gehorchen, betrügen oder beschissen werden, «e Födle haa» oder «nüd s'Födle haa ond devö em eene is Födle ini schlüüffe» – Alltag eben! Dominieren oder dominiert werden.

Das ist in der Welt der Grossen so, in China, in Russland, in den USA. Das ist an der Börse so. Wo wir hinschauen, ist das so. Und weil das so ist, jeder aber ein kleiner Sieger sein will, führt der Weg zum Einkauf so manchen ins Euroland, ennet der Grenze. Privatsphäre und Gewerbeverbandslosung sind auseinanderzuhalten. Wein predigen und Wasser trinken, würde von niemandem verstanden! Wir sind uns das Umgekehrte gewohnt: Wasser predigen und Wein trinken.

«Weltwoche» lesen und SVP wählen – eine ähnlich kuriose Kombination. Hier gilt «khaue ode gstoche»! Mal wird der gehauen und jener gestochen, immer zur Schadenfreude aller anderer. Vieles läuft «vecheet statt letz», also ganz dumm – oder langsam aus dem Ruder. Verstanden? – Roger! Denken oder glauben ist noch so ein Pärchen, das den Rest des Jahres zu bestimmen versucht. Ich klammere mich ans Denken, «khaue ode gstoche»! Niemanden stechen, niemanden hauen! Dafür ein eigenständiger Denker bleiben! Woche für Woche den Blick in die Welt, aber nicht in die …! Sie wissen schon!

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