Kesb wird professionalisiert

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) in Appenzell Innerrhoden war bislang milizmässig organisiert. Nun soll das Ganze professioneller werden, was Umorganisationen nach sich zieht.

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Die Sozialen Dienste in Appenzell werden in zwei Ämter aufgeteilt. (Bild: apz)

Die Sozialen Dienste in Appenzell werden in zwei Ämter aufgeteilt. (Bild: apz)

APPENZELL. Seit rund drei Jahren besteht im Kanton Appenzell Innerrhoden eine Kesb. Gemäss einer Medienmitteilung zeigen die gemachten Erfahrungen, dass die Ausführung des Präsidiums dieser Behörde einen Arbeitsaufwand von rund 30 Prozent verlangt. Dies sei für ein Milizamt sehr hoch und beanspruchend, zumal sich die Einsätze auf viele Einzeltage verteilen würden, auch wenn oftmals nur eine kurze Anwesenheit erforderlich sei. «Schliesslich ist im heutigen Milizsystem auch die Stellvertretung nicht im gewünschten Ausmass gewährleistet», heisst es weiter. Diesen Schwierigkeiten soll nun mit einer Umstrukturierung begegnet werden.

Statt der heutigen Sozialen Dienste im Gesundheits- und Sozialdepartement sollen die zwei Ämter Kindes- und Erwachsenenschutz sowie Sozialamt entstehen. Im Amt für Kindes- und Erwachsenenschutz sollen das Kesb-Sekretariat und die Berufsbeistandschaften angesiedelt werden. Die Amtsleiterin oder der Amtsleiter übernimmt gleichzeitig das Präsidium der Kesb.

Um eine tragfähige Stellvertretung in der Leitung der Kesb zu erreichen, soll auch das Vizepräsidium in einem Teilpensum angestellt werden. Mit der Anstellung für das Kesb-Präsidium und das Vizepräsidium könnten wertvolle Synergien genutzt, Prozesse optimiert und eine bessere Erreichbarkeit der Behörde gewährleistet werden. Die übrigen Mitglieder der Kesb werden ihr Amt auch künftig im Milizmandat wahrnehmen. Die weiteren heute in den Sozialen Diensten wahrgenommenen Aufgaben – Sozialhilfe, Asylwesen, Behindertenwesen sowie jugend- und familienpolitische Aufgaben – sollen fortan im Sozialamt zusammengefasst werden.

Mit der Teilprofessionalisierung der Kesb wird die heutige Stellendotation in diesem Bereich von 200 auf 240 Stellenprozente erhöht. Damit liege Appenzell Innerrhoden immer noch im unteren Bereich der entsprechenden Stellenetats vergleichbarer Kantone, ist in der Mitteilung zu lesen. (rk)

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