Keinen Beitrag an Kunstrasen

Mit der deutlichen Mehrheit von 1185 zu 762 Stimmen haben die Ebnat-Kappler die Kreditsumme von 900 000 Franken an den Neubau des Sportplatzes Gill abgelehnt. Der FC Ebnat-Kappel zeigt sich sehr enttäuscht über das Resultat.

Sabine Schmid
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Der Fussballplatz Gill, wo unter anderem das Grümpelturnier ausgetragen wird, wird kein Kunstrasenfeld. (Bild: Christiana Sutter)

Der Fussballplatz Gill, wo unter anderem das Grümpelturnier ausgetragen wird, wird kein Kunstrasenfeld. (Bild: Christiana Sutter)

EBNAT-KAPPEL. 900 000 Franken Gemeindebeitrag an den Neubau des Sportplatzes Gill waren den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern von Ebnat-Kappel offenbar zu viel. Mit 1185 Nein zu 762 Ja-Stimmen haben sie die Kreditsumme gestern Sonntag an der Urne deutlich verworfen. Das Thema schien aber zu interessieren: mit 56,2 Prozent lag die Stimmbeteiligung sehr hoch.

Betrag nicht ausschlaggebend

Der Urnengang war nötig, nachdem Fritz Wenger das Referendum ergriffen hatte. Er wollte damit erreichen, dass sich die Bürger an einer Abstimmung äussern könnten, nicht dass der Beitrag lediglich im laufenden Budget aufgeführt wurde. «Obwohl wir keine Werbung gemacht haben, sagten die Stimmbürger klar Nein», freute sich Fritz Wenger über das deutliche Resultat.

Er glaubt nicht, dass die Höhe des Betrags den Ausschlag für das Nein gegeben hat, er sieht die Gründe anderswo. «Mit einem Ja hätten wir besten Boden mitten im Dorf für 30 Jahre blockiert», sagt er. Damit wäre eine Entwicklung kaum mehr möglich gewesen. Und entwickeln müsste sich seiner Meinung nach die Gemeinde, unter anderem, indem sie ein Angebot für betreutes Wohnen schafft.

Der Drahtzieher des Referendums will sich aber keinesfalls als «notorischer Verhinderer und Jugendfeind» sehen. Es wäre besser, wenn die Gemeinde jetzt bei der Erneuerung der Infrastruktur der Schulhäuser und der Turnhallen ansetzen würde, wie sie es bereits angekündigt hat. Trotz der gewonnenen Referendumsabstimmung hat er Verständnis für die Anliegen des FC, der mit dem Projekt seine Trainingsmöglichkeiten verbessern wollte. In seinen Augen wäre es jedoch besser, wenn die Fussballplätze im Untersand konzentriert wären und man bezüglich eines Clubhauses mit dem Tennisclub eine Lösung fände.

Verpasste Chance für Junge

Gemeindepräsident Christian Spoerlé bedauert die Ablehnung des Kredits. «Es ist eine verpasste Chance, denn gerade für die Jungen wäre dieses Projekt wegweisend gewesen», ist er überzeugt. Denn nicht nur der Fussballclub hätte vom Neubau des Sportplatzes Gill profitiert, andere Vereine hätten mehr Zeit für die Hallenbelegung erhalten. Und auch die Schule hätte den neuen Sportplatz besser nutzen können. Ein Ja wäre überdies ein positives Signal für die gesamte Entwicklung von Ebnat-Kappel gewesen, sagte Christian Spoerlé. Der Gemeinderat hatte das Begehren des Fussballclubs um finanzielle Unterstützung als unterstützungswürdig angesehen. Die Bevölkerung sei jedoch anderer Meinung und finde die beantragten 900 000 Franken zu viel Geld, so Christian Spoerlé. Dies gelte es selbstverständlich zu respektieren. Die Forderung nach einer gesamtheitlichen Lösung sieht er als schwierig an. Der Gemeinderat habe das vorliegende Projekt gesamtheitlich betrachtet. Angesichts der räumlichen Situation in Ebnat-Kappel sei es kaum möglich, mehr Platz für einen Fussballplatz zu haben.

Spiel verloren

Der FC Ebnat-Kappel sei «natürlich enttäuscht», dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Investitionsbeitrag der Gemeinde abgelehnt haben, schreibt der Verein in einer gestern versandten Medienmitteilung. Leider werde mit diesem Resultat das Sportplatzproblem nicht gelöst. Der Club weist darauf hin, dass die Gegner bisher keine realisierbare und finanzierbare Lösung haben aufzeigen können. «Offensichtlich will der Steuerzahler kein Geld ausgeben für Jugend und Sport», folgerte der Verein aus dem deutlichen Abstimmungsresultat. Der Fussballclub taxiert das Resultat als «temporären Rückschlag» und schreibt weiter, dass die Mitglieder als Sportler das Resultat akzeptieren und über die Bücher gehen, um neue Lösungen zu finden. «Nach einem verlorenen Spiel steht man wieder auf und gewinnt das nächste».